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Freitag, 01 Juli 2022 08:57

Demnächst gehts weiter ...

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Es wird heller ...

Seit 22.6. liegen wir in Roscoff. Einer sehr schönen Marina im Norden der Bretagne. Nachdem die letzte Woche ein grosses Tiefdruckgebiet durchgezogen war, welches uns sehr viel Westwind bescherte, hatten wir beschlossen unter diesen Bedingungen nicht nach Westen weiter zu fahren. Die letzten Tage waren schwarze Wolken und ordentlich Wind vorherrschend.

Seit Donnerstag beginnt sich das Tief langsam aufzulösen. So hatten wir beschlossen am Freitag mit dem ersten Hochwasser um 08:00 auszulaufen um nach Camaret sur Mer (Brest) zu fahren. Wegen des Westwindes war klar, dass dies zumindest bis zur Insel Ouesant eine Dieselstrecke werden wird. Mit circa 10 kn Gegenwind und für den grössten Teil der Strecke rechnen wir mit mitlaufenden Strom. So sollte die ganze Sache eher smooth ablaufen können. Ab Freitag soll sich das Wetter zunehmend beruhigen und die Windrichtung im Laufe der Folgetage über Süd nach Ost bzw. Nordost drehen.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt ...

Zwischenzeitlich haben wir einige deutsche Mitsegler kennen gelernt. Da wir uns von diesen (zumindest zeitweise) am Donnerstag verabschieden wollten, schlugen wir ein Stück „totes Tier“ auf unserem Beafer zum Abschied vor. So fuhren wir mit dem Fahrrad zu einen naheliegenden Metzger im Nachbarort und besorgten, was nötig war. Nachdem die Einkäufe in den Kühlgeräten versorgt waren, trafen wir uns auf einen Kaffee auf der grossen Terrasse der Marina. Während des Klönenes erfuhren wir, dass (fast) alle eine Abfahrt mit dem frühen Hochwasser am Samstag planen und bereits eine „Farewell-Fete“ auf Freitag Abend organisiert haben. „Planung bedeutet Zufall durch Irrtum zu ersetzten“ ist mein Kommentar und wir stimmen einer Teilnehme am Freitag Abend kurzerhand zu. So werden wir unsere Abfahrt von Roscoff von Freitag auf Samstag früh zu verschieben, um mit all den netten Menschen den Abschied gemeinsam feiern zu können. Nahzu alle planen ebenfalls Camaret sur Mer anzulaufen. Dort müssen wir bei der Ankunft dann gebührend ein "Welcome-Again" feiern. Das schöne an unserer aktuellen Situation ist, dass wir keinerlei Planung einhalten müssen. Einen Tag früher oder später ist (zumindest uns) egal. So werden wir unsere BELUGA erst am Freitag seeklar machen, die Wecker auf Samstag früh verstellen und einen zweiten netten Abend verbringen.

Am Samstag früh wollen wir jedoch in jedem Falle das schöne Örtchen Roscoff mit Ziel Camaret sur Mer verlassen. Bei der geplanten Abfahrt gegen 08:00 planen wir eine Ankunft in Camaret so gegen 22:00. Danach haben wir zumindest Sonntag und Montag Zeit, die Gegend zu erkunden.

Nach den aktuellen Wetterprognosen könnte sich bereits ab Dienstag ein geeignetes Wetterfenster für eine Biskaya Querung ergeben. Laut Prognose sollen moderate N bis NO Winde für flaches Wasser und guten Wind sorgen. Diese Bedingungen werden bis mindestens einschliesslich Sonntag der Folgewoche vorhergesagt (6 Tage). Weiter reicht der Wetterbericht (noch) nicht. Wir rechnen für eine Biskayaquerung ca. 3 Tage. Ein 6 tägiges Wetterfenster scheint uns als ausreichend stabile Vorhersage.

Allerdings ist eine Wetterprognose sicher nichts, nach dem man die Uhr einstellen sollte. Daher fahren wir zunächst bis Camaret und beobachten den Himmel und die Prognosen gleichermassen. Wenns passt: Super, wenn nicht: Das nächste Wetterfenster kommt bestimmt. Erfahrungsgemäss werden diese Wetterfenster im Sommer zahlreicher. Wir werden es im Auge behalten und zu gegebener Zeit berichten. Um erneut die Heimkehr zu zitieren: "Geduldiger Skipper hat immer guten Wind".

In diesem Sinne viele Grüsse von Bord der BELUGA

 

 

Gelesen 88 mal Letzte Änderung am Freitag, 01 Juli 2022 10:24