Ralph Baumann

Ralph Baumann

Freitag

Die Kommunikation mit YANMAR scheint diesmal ein wenig fixer zu gehen als in Dünkirchen. Zumindest scheinen hier ein paar Wissende einige Fragen zu stellen, welche darauf hindeuten, dass im Hintergrund was passiert. Wir beantworten die Fragen gemäss unseren Wahrnehmungen. Nach einiger solcher Mails bekommen wir die Nachricht, dass ein Vertreter der YANMAR France hier vor Ort aufschlagen wird um die gesamte Installation zu prüfen, ein neues Getriebe einzubauen, in Betrieb zu nehmen und abzunehmen. YANMAR wollte auf meinen Vorschlag am geplanten Zielort (max 40h Laufzeit) gleich ein neues Getriebe zu hinterlegen nicht weiter eingehen :-) Nachdem es bei YANMAR keine Getriebe im 12er Pack gibt, sind wir uns schnell einig, dass die gesamte Auslegung und Installation der Maschine überprüft werden muss. Das soll durch eben diesen Vertreter der YANMAR France erfolgen.
Bleibt zu hoffen, dass dieser Experte nicht nur einen Firmware-Upgrade aufspielt und dann mit den Worten "Sollte jetzt wieder gehen" verschwindet, wie das in Glückstadt, im Nachgang betrachtet, wohl der Fall war. Damals ahnte allerdings noch keiner, welche Folgen dies haben sollte. Hinterher ist man eben immer schlauer. Aber noch schlauer möchte ich diesbezüglich eigentlich gar nicht mehr werden.

Da wir hier noch ein paar Tage oder mglw. auch Wochen liegen werden, haben wir uns nach Firmen umgeschaut, welche in dieser Zeit unser Schanzkleid reparieren können. Dieses war uns in Dünkirchen während eines Einkaufs beschädigt worden. Seit Mittwoch warten wir auf ein Angebot einer ansässigen Werft, die unser Schanzkleid wieder in Schuss bringen will. Sehr pünktlich erschien der Chef. Selbst ein amibitionierter Hochsee-Regattasegler. Dieser schien sehr schnell zu erkennen, WAS zu tun ist und vorallem WIE und WOMIT. Leider sei er derzeit mit einigen Booten sehr beschäftigt, welche Anfang November auf eine Transatlantik Regatta starten. Daher braucht er Zeit um die Arbeiten zu terminieren, erklärte er uns. Das Angebot könnte daher wenige Tage dauern. Bis heute haben wir noch kein Angebot erhalten - zumindestens soweit ist auf ihn Verlass.

Da wir heute keine Lust hatten, wieder an der BELUGA zu arbeiten beschliessen wir einen Stadtbummel in Cherbourgh zu machen. Ist eine echt sehenwerte Stadt. Sehr schöne alte Häuserzeilen, leider teilweise dem Verfall preisgegeben. Gepaart mit neuen Häusern und Marktplätzen voll mit Händlern, welche lokale Produkte wie Gemüse, Fleich und Fisch anbieten. Für das tägliche Leben scheint hier bestens gesorgt zu sein. Alles befindet sich in Laufweite. Daher werden wir unsere Bordfahrräder zunächst verstaut lassen.

Natürlich sind hier auch die grossen Supermärkte vertreten. In einem sehr nahe gelegenen Carrefour gehen wir proviantieren. Dort finden wir neben den Dingen des täglichen Lebens auch echt lustige Waren gefunden, wie ihr den Bildern entnehmen könnt. Ralph, als begeisterter Bierliebhaber stellt fest, dass Franzosen die Aufgabe des Bieres wohl anders definieren als Deutsche - zumindestens als Süddeutsche: Es ist fast kein Bier zu finden, welches unter 6% Alkohol zu haben ist. Manche sogar mit 8% und mehr. Häufig belgische Biere. In allen möglichen und unmöglichen Geschmacksarten: Kirsche, Minze, Malz, Rauch, ... und Farben: Blond, Kupfer, Schwarz und klar, ... Wenn ich mir was zum Dröhnen suche, dann käme ich zuletzt auf Bier. Nicht so die Franzosen.

Also suche ich mir ein französisches "Leichtbier" mit max. 5% Alkohol (drunter ist eh nichts zu kriegen) und ohne Geschmacksbeigabe. So lande ich bei Bier aus dem Elsass, nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. Da lobe ich mir die Nähe zu Deutschland. Mit unserem Einkauf im Wagen trollen wir uns zu einem der umliegenden Kaffees. Schliesslich brauchen wir auch in Cherbourgh ein Stammkaffee. Ein geeigenter Kandidat zu diesem Thema ist direkt am Ausgang unseres Steges. Dieses Kaffee hat derzeit eine Favoritenrolle. Während wir weiter verträumte Gässchen bestaunen stellen wir fest, dass unser - eigentlich lustig gemeinter - Christbaum nicht mehr weit entfernt sein kann. Die ersten Häuserzeilen tragen bereits Weihnachtsschmuck.

Am Abend gibts leckere "Caprese a la casa", französische Tomaten mit italienischer Mozzarella und etwas griechischem Ziegenkäse. Auch unsere Küche scheint internationaler zu werden. Im Anschluss schauen wir uns den Film "DUNKERK" an. Eine Empfehlung unserer Tochter Tina. Sie meinte, dass dies eine sehr gute Ergänzung zu unserem Aufenthaltsort Dünkirchen sei. Zumindestens ein paar Wochen zuvor, als sie die Empfehlung aussprach traf dies noch zu. Wir stellen fest, dass dieser Film auch in Cherbourgh noch gut zu sehen ist :-)

Empfehlungen zu medialen Technik an dieser Stelle:

In nahezu allen französischen Häfen gibts ein leistungsfähiges WLAN. Einen Internetzugang stellen wir über einen sog. "Travelconnector" - einer Empfehlung des Händler "WLAN-Shop 24" aus Hamburg - her. Sehr einfach zu montieren, kann man mit dieser "Antenne" eine Verbindung via Hafen-WLAN zum Internet herstellen. Bei diesem System kann sogar die Leistungsfähigkeit der Antenne entsprechend dem Abstand und der Empfangsstärke eingestellt werden. Läuft zwischenzeitlich sehr gut und sehr stabil. Wir bleiben daher immer in unserem Bordnetz angemeldet. Solange die "Travelconnector" aktiv ist, schaltet unsere Fritzbox 6890 von LTE auf diese WLAN Verbindung um. Eine 2te Fritzbox, stellt als DSL Router die Internetverbindung her. So haben wir keine grossen Konfigurationen zu beachten und befinden uns hinter den beiden Fritzboxen, die eine Firewall haben, auch einigermassen gut geschützt. Vor Auslaufen kann die gesamte HafenWLAN Technik via Bordnetz abgeschaltet werden. Die zentrale Fritzbox schaltet dann wieder - ohne weiteres Zutun - auf LTE um.

Dies hat sich bislang als sehr hilfreich für uns dargestellt. Die Kommunikation mit YANMAR erfolgt fast ausschliesslich per Mail. Die letzten Tage und Wochen hatten grosse Telefonieanbieter wie die deutsche TELEKOM, T-Mobile, ... mit Netzausfällen zu kämpfen. Internet in Frankreich ging jedoch. Unser Bordtelefon arbeitet über Internet Telefonie mit SIPGate. Somit bleiben wir immer telefonisch erreichbar, auch wenn die Handies keine Verbindung mehr herstellen können. Auch in diesem Themenbereich scheint Redundanz wichtig. Solltest Du einen Anruf von uns bekommen, bei dem die Telefonnummer +49 7542 ... erscheint, dann bitte nicht wundern. Egal wo in der Welt wir uns befinden haben wir die selbe Telefonnummer. Hat in der Vergangenheit zur einen oder anderen lustigen Verwirrung beigetragen :-)

Was wir ebenfalls feststellen durften war, dass "Funklöcher" im französischen Mobilfunk so gut wie gar nicht zu finden sind. Ich spreche hier von unseren unfreiwillig langen Aufenthalten an Land in urbanen Gebieten. Aber auch in urbanen Gebieten schaffen es deutsche Mobilfunkanbieter zahlreiche Funklöcher zu etablieren. Auch während unserer Überfahrt von Dünkirchen bis Cherbourgh hatten wir Mobilfunkempfang an Stellen, an denen wir das nie vermuteten. Möglichweise hat das auch mit den vielen "Boatpeople" zu tun, die nahezu täglich von Rettungsorganisationen in grosser Zahl aus dem englischen Kanal gefischt werden. Grosse schwarze Schlauchboote, welche mit ca. der 3-4 fachen Menge Menschen besetzt sind als zugelassen.

Für den abendlichen TV-Empfang nutzen wir diese Lösung um via Fire TV Stick oder Notebook die Nachrichten von zu Hause zu sehen. Leider scheint das Liveprogramm im Ausland nicht zugänglich. "Aus rechtlichen Gründen ist diese Sendung nicht zu empfangen ..." ist dann zu lesen. Meist schauen wir uns dann die jüngste vergangene Nachrichtensendung an. Reicht üblicherweise ganz gut. Zumindest stellen wir fest, dass das södersche CDU Mobing nicht häufiger ist, als Nachrichtensendungen ausgestrahlt werden. Solltest Du aber auf Live-TV nicht verzichten zu wollen, dann kannst Du Dich über einen deutschen VPN Anbieter ins Internet bewegen lassen. Dann geht auch Live-TV. Schien uns jedoch zu aufwändig und dadurch zu fehleranfällig.

 

 

 

 

Mittwoch, 13 Oktober 2021 22:06

Stadtbummel in Cherbourg

Mittwoch

Nachdem wir heute zunächst die Holzteile unseres Schanzkleids ein wenig auf Vordermann brachten, beschliessen wir einen Stadtbummel zu machen. Auch müssen wir uns ein neues Kaffee suchen. Zahlreiche Mails werden mit YANMAR ausgetauscht, aber einen Lösungstermin gibts noch nicht. Schliesslich müssen wir uns ein neues Kaffee suchen, einen Supermarkt und für den Fall der Fälle auch einen Christbaumverkäufer :-)

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei all denen bedanken, die uns diese Aufenthalte ermöglicht haben. Ihr habt uns zwischenzeitlich fast ein halbes Jahr unseres Leben gestohlen. Danke dafür!

Im Licht der untergehenden Sonne sehen wir die weiss strahlende MSC Seaview im Hafen von Cherbourg liegen. Eine beachtliche Bettenburg. Freunde von uns nennen diese Schiff gerne auch "Brutkasten". In Anspielung auf angebliche Verhaltensweisen der Kreuzfahrtpassagiere. Wenn man bedenkt, dass das grosse Gebäude im Vordergrund eine stolze Werfthalle der Wehrmacht war, in der stolze Schiffe gebaut wurden welche einen Krieg gewinnen sollten. Die MSC Seaview als Kreuzfahrer überragt dieses Gebäude heutzutage um einige Stockwerke.
Betrachtet man dann die Rauchfahne der Kamine, kann man sich vorstellen, warum so manche Stadt ihre Probleme mit den Kreuzfahrtschiffen hat. So mancher Einwohner hat die Nase voll davon. Hier in der Normandie bringen die Touristen jedoch wichtiges Geld in die Stadt. Man hat offensichtlich Prioritäten gesetzt.

Ansonsten sind wir beide beeindruckt von der alten Gebäudestubstanz. Richtig schöne alte Gebäude. Auch eine Kirche liegt direkt hinter unserer Marina. Getrennt durch einen Park. Sofort fällt uns bei dieser Architektur der Film bzw. das Buch "Säulen der Erde" ein. Ähnlicher Baustil. Auch sind bei dieser Kirche die diversen Bauabschnitte geltungsssüchtiger Kirchenfürsten deutlich erkennbar.

Dieser alte Baustil trifft in Cherbourg auf moderne Architektur, welche teilweise direkt als Gebäudeerweiterung dran gebaut wurde. In manchen Fällen eher gelungen, in anderen auch nicht.

Was natürlich in keiner guten französischen Stadt fehlen darf, ist der reitende Napoleon. Liberté, Égalité, Fraternité wird in der Neuzeit ergänzt mit Mobilité. Was die ganzen Kreuzfahrer erklärt. Als Schwabe würde ich noch einen Vierten dranhängen: "Stinkt ganz schee". Den Kreuzfahrer riecht man bei der heutigen Windrichtung in der gesamten Stadt ... und die Jungs haben die Maschinen noch gar nicht gestartet.

Da kann unsere WEBASTO Heizung im wahrsten Sinn des Wortes nicht dagegen anstinken.

In Erwartung eines dritten Getriebes auf den ersten 140 Betriebsstunden unserer Maschine gehen wir schön Essen. Danch ein Absacker und dann ab ins Bett.

 

Dienstag, 12 Oktober 2021 17:27

Murmeltier ist hier !

Heute morgen sehe ich eine Mail von meinen Anglerfreunden, dem YANMAR Europe Kundenservice. In der Umgebung ist ein YANMAR Master Dealer angesiedelt. Dieser kontaktiert uns und teilt uns mit, dass gegen 14:00 ein Monteur vorbei kommt. Eigentlich wollten wir zu diesem Zeitpunkt abfahren. Hatten wir das nicht schonmal ? Anderer Ort, gleiches Vorgehen. Wenigstens darauf ist Verlass.

Sabine und ich hatten während des Frühstücks im Logbuch nachgesehen und ein wenig in der Erinnerung gekramt. Hierbei fallen uns folgende Zusammenhänge auf:

  • Das erste Getriebeproblem trat mit ca. 40 Betriebsstunden, bei der Einfahrt in den Hafen von Glückstadt, auf. Kein Vorwärtsgang. Danach hat die Yachtwerft ca. 3 Stunden die Züge neu eingestellt. Zunächst erfolgreich. Bei der Abfahrt 2 Tage später wollte der Vorwärtsgang schon wieder nicht mehr. Ruckeln an der Schaltung dann gings. Dieses Phänomen hat sich in der folgenden Zeit verstärkt.
  • Am 18.8. laufen wir mit ca. 100 Betriebstunden auf der Maschine in Dünkirchen ein, weil das Getriebe gar keinen Vorwärtsgang mehr einlegt.
  • Nach 6 Wochen warten auf ein neues Getriebe, Austausch der gesamten Kabelage und auch der Schaltmimik sowie der Morse Regler geht alles wieder wie ne Eins.
  • Ca. 40 Betriebsstunden später sind wir in Cherburg und das Ganze beginnt von Vorne. Die Monteure (sehr freundlich und hilfsbereit) kommen an Bord, tauschen die Filter, weil sie nur den P0094 Fehler beheben wollten. YANMAR Kommunikation eben ! Danach empfehlen sie, wir sollen einige Runden im Hafen drehen um die Temperaturentwicklung zu beobachten. Ich erklären Ihnen, dass wir ein kleines Problem damit haben, dieses Programm ohne Vorwärtsgang zu absolvieren.
  • Schaltung prüfen: Erste Rückmeldung: Die Züge sind das Problem und müssen neu eingestellt werden! .. und täglich grüsst das Murmeltier. Ich erkläre den beiden Herren dass sie sich diesen Aufwand sparen können, da die neuen Züge, Morse-Controller etc. vor ca. 40 Betriebsstunden noch perfekt funktionierten. Dass wir diese Entwicklung bereits hinter uns haben und das Problem beim Getriebe liegen muss.
  • Der Monteur kuppelt die Züge ab um mir zu beweisen, dass es die Züge sind. Manuell bedient, kuppelt das Getriebe mit ausgeschaltetem Motor problemlos ...klack deutlich hörbar ... Vorwärts wie Rückwärts. Maschine geht an, Rückwärts geht, Vorwärts nicht mehr. Jetzt scheinen sie mir zu glauben.
  • Zwischenzeitlich bin ich mir sicher, dass es an den alten Zügen nicht gelegen haben kann. Dies hatte die Yachtwerft unserem Anwalt erwiedert. Der Kunde wollte keinen Austausch. Das hat sich die Yachtwerft wohl ein bisschen zu einfach gemacht.
  • Der hiesige Ansprechpartner setzt sich mit DB Moteur ins Benehmen und sucht eine Lösung. Fand ich sehr nett, dass er meine Interessen in französisch vertritt. DB Moteur scheint beeindruckt ob der sensationellen Lebenszeit des Getriebes. Aufgrund der ihnen bekannten Vorgeschichte versprechen sie, sich mit ZF in Verbindung zu setzen und eine Lösung zu suchen.
  • Die problematische Fueltemp hat sich während der vielen Gang Einlegversuche (in Summe weniger als 30 Minuten Laufzeit) um 17°C erhöht. Das beeindruckt auch die Monteure. Sie fragen ob ich vielleicht eine Leine in der Schraube habe. Nachdem in Boulogne der Taucher den seitens Yachtwerft unzulänglich befestigten Ropecutter erneut befestigte, kann ich das mit Sicherheit verneinen. Sie wollen sich mit YANMAR kurzschliessen und gemeinsam YANMAR Europe, YANMAR Masterdealer vor Ort und die Monteure eine Lösung für uns finden. Ich rege an, über einen anderen Hersteller als ZF beim möglicherweise anstehenden Getriebetausch nachzudenken. Ist für mich nicht so hilfreich, wenn Getriebe angeboten werden, die nicht mehr als 40 Betriebsstunden halten !
  • DB Moteur überlegt ob es sinnvoll sein kann nach Cherbourg zu fahren.
  • Die hiesigen YANMAR's erklären dass ein Getriebewechsel an Land stattfinden muss. Was mir die wochenlange Stopfbuchsenwache ersparen kann. Hätte ich sicherlich auch nicht nochmals akzeptiert.

In Summe ist unser Wetterfenster schon wieder geschlossen. Wir werden bei den aktuell perfekten Windverhältnissen nicht mehr auslaufen können. In ein paar Tagen ist Süd- bis Westwind in der Biskaya angesagt. Streckenweise mit 5++mtr Wellenhöhe. Das braucht kein Mensch. Zumindest wir wollen das nicht haben. So beschliessen wir heute nach Cherbourg zu gehen und nach Christbaumverkäufern zu suchen.

Falls jemand meine Meinung über die Zuverlässigkeit von YANMAR Equipment wissen möchte ... besser nicht. Schimpfworte und Schmähungen sind nichts fürs Internet .. und unter Anglern macht man das auch nicht - in der Öffentlichkeit.

So schliesse ich meinen heutigen Blog mit einem 3-fachen Petri-Heil !

Montag, 11 Oktober 2021 16:15

... Punxsutawney Phil

Heute wollen wir mit ablaufendem Wasser gegen 14:00 auslaufen. Ziel wieder mal A Coruna ! Wir haben zwischenzeitlich nach Dünkirchen mit Getriebewechsel und Boulogne sur Mer mit klöterndem Ropecutter so viele Tage verloren, dass die Reserve für unser kleines Biskaya-Fenster nahezu aufgebraucht ist. So starten wir die Maschine um 14:02 und wollen ablegen. Leinen los und ... kein Vorwärtgang mehr ! Das Getriebe legt schon wieder keinen Vorwärtsgang mehr ein. Punxsutawney Phil ?

Nur zur Erinnerung: Mitte April hatten wir die selben Probleme wie heute. Die Vorgabe an die Yachtwerft war es, im Zeitraum zwichen Ende April und Mitte July (10 Wochen !) die Schaltungsprobleme zu beseitigen. Heute haben wir den 11. Oktober ! und unsere Schaltung funktioniert noch immer nicht ! Der Unterschied: 6 Monate sind vergangen. Zwischenzeitlich scheint es nicht mehr das Problem der Werft zu sein ?!?!? Aus unserer Sicht eine üble Nummer ! Scheinbar aus Sicht der Yachtwerft: Mach nix und lass den Kunden hängen ! Irgenwann gibt er vielleicht auf !

Aus gemachter Erfahrung geht a) eine Meldung ins YANMAR Anglernetz und b) eine Mail an den YANMAR Europe Service mit dem wir bislang schon sehr gute Erfahrug gemacht haben. Zumindest in der Disziplin "Geduld". In CC gleich an den Anwalt. Ich habe YANMAR hierbei mitgeteilt, dass wir morgen fahren müssen und er eine Lösung bis morgen 14:00 finden muss. Knappe Stunde nach der Mail erhalte ich eine Antwort von Roel. Der Ansprechpartner des YANMAR Europe-Service mit dem grossen Organisationstalent und ausgepägten Kenntnissen der Anglershops im YANMAR Netzwerk. Er will unseren Liegeplatz und Kontaktinformationen, damit uns ein Ansprechpartner der YANMAR France kontaktieren kann. Zwischenzeitlich ists 16:00. Ich gehe von einem Kontakt am heutigen Tage nicht mehr aus. Schaun wir mal ...

Bis heute abend 21:00 hat sich niemand gemeldet. Der Angelshop macht wahrscheinlich gegen 17:00 spätestens zu. Daher sind wir gespannt auf morgen.

So machen wir einen Rundgang durch Cherbourgh. Wir suchen vorwiegend nach Kaffees und Christbaumständen :-) Unsere Befürchtung ist dass wir hier ein "Dünkirchen II" erleben. Bei der bisher erlebten Dynamik der YANMAR Organisation nicht ganz abwegig. Andererseits sind wir nicht bereit selbst Hand an zu legen. Am Ende kommt YANMAR kommt mit der Aussage "... selbst gebastelt, Garantie verwirkt ...". Daher sollen die sich um ihren Sch... selbst kümmern. Petri heil !

Fortsetzung folgt ..

Sonntag, 10 Oktober 2021 19:07

Zwangsstopp die Dritte !

Wie von der Wetterwelt prognostiziert kommt gegen Abend Wind auf. Zunächst darf die Maschine mithelfen. Die Maschine bleibt an … und läuft bis jetzt ganz gut. Die Dieseltemperatur steigt sehr moderat an. Aber sie steigt. Gegen 06:00 morgens geht der P0094 Alarm wieder an. Dieseltemperatur bei 67°. Der Monteur in Frankreich meinte zwar dass alles bis 72° im Normalbereich ist und keinen Fehler verursachen sollte, unsere Angelshop-Maschine allerdings behauptet eben was anderes. Also Gross setzen und segeln. Wind ist ja (noch) da. Bis ca. 10:00 laufen wir unter Segel mit 6-7 kn. Frühstück bei Stille und Wind. Das macht Laune ! Ab dann setzt der Gegenstrom ein. Mit 5kn ganz ordentlich und wir nehmen die Maschine zuhilfe (mit 25% Last) um nicht rückwärts zu segeln. Der Spuck soll noch bis ca. 15:00 halten. Dann haben wir auch unseren Wegpunkt vor Guernsey erreicht und legen Brest an. Noch ca. 140NM dann geht’s in die Biskaya.

Soviel zur Theorie: Praktisch hält die Maschine nur etwa 2h Stunden durch, dann geht der P0094 Alarm wieder los. Die Maschine stoppt danach dann von selbst. Obwohl im Handbuch steht, dass eine Weiterfahrt mit mässiger Drehzahl möglich wäre. Ist sie auch, aber nur für wenige Minuten. Der YANMAR Europe Service-Experte hatte mir erklärt, dass dieser Fehler problemlos auch bis zu den Kanaren warten könne. Nur man muss eben dahin kommen mit einer YANMAR Maschine. Und genau da liegt das Problem ! Das Ding läuft einmalig kaum mehr als 12h am Stück. Dann nur noch in kurzen Perioden (1-2h). Erst hupt es, dann steht sie hin. Egal wo Du dich befindest und wie sehr Du auf sie angewiesen bist. Mit unserer Angelshop-Maschine bedeutet das: Ohne Wind haste ein Problem. Wie wir aus Dünkirchen wissen ist bei YANMAR die Devise „Haste ein Problem mit YANMAR, dann haste ein richtiges Problem !“. So müssen wir erneut abdrehen. Diesmal nach Cherbourgh. Sollte unter Segeln bis zum Hafen klappen.

Wenige Meilen vor Cherbourgh wollen wir uns beim Hafenmeister per VHF anmelden. Also Funke an, Kanal 09 wählen und funken. Mit drücken des Trägers ist die gesamte Navigation aus. Schiff dunkel ! Wie geht das nun ? Alles wieder hochfahren. Sabine steuert bis der Autopilot wieder da ist. Wenige Minuten später segelt die BELUGA wieder wie sie soll. Funkgerät kaputt ? Nun dann versuchen wir es vom Innensteuerstand. Träger drücken ... und wieder ist alles aus. Wieder kein Strom mehr im Schiff. Sollte es hierbei Zusammenhänge geben ? Vielleicht der Klabautermann ? oder doch der Elektriker ?

Im Hafen von Cherbourgh fest, machen wir uns auf die Fehlersuche. Verbrauch ist enorm hoch. Die Batterie wird mit 50A++ entladen. Normal sind 15A-20A (mit WEBASTO). Egal welcher Verbraucher hier dazukommt, bricht die Verbraucherspannung ein und das Stromnetz baut sich neu auf. Wer verbraucht hier so viel ??? Nach einiger Suche kamen wir dem Bösewicht auf die Schliche. Während der Nacht haben wir ein 12V PKW-Scheibenheizer, der vor Beschlagen schützen soll, angeschaltet. Leider war uns nicht kar, dass dieser Heizer mit 35A++ mehr als doppelt soviel verbraucht als die gesamte BELUGA ... und das war wohl zuviel des Guten. Heizer aus .. und alles ist wieder in Ordnung. Na zumindest ist dieses Problem gelöst. Dann bleibt nur noch der Angelshop .. pardon, die YANMAR Maschine. Dort gehen wir morgen beim YANMAR Dealer im Hafen vorbei und fragen, ob er eine Idee hierzu hat, welche in weniger als 7 Wochen umsetzbar wäre.

Nach jahrelangen sehr guten Erfahrungen mit YANMAR könnte ich mir vorstellen, dass ein Praktiker mit Erfahrung durch ein paar Kleinigkeiten diesen Missstand abstellen könnte. Nur finden muss man diesen Praktiker eben. Leider habe ich diesen noch nicht gefunden. Weder bei der Yachtwerft in Glückstadt, noch bei YANMAR ... und so suchen wir auch morgen ...

Wir werden berichten ...

Samstag, 09 Oktober 2021 19:05

Ziel: A Coruna (schon wieder mal)

Heute morgen beim Hafenmeister angemeldet und nach einem Hafentaucher gefragt. Binnen 30 min war dieser da. Taucht und stellt fest, dass sich der Ropecutter gelöst hat und auf der Welle nach vorne rutschte. Danach klöterte dieser munter vor sich hin. Mit einem Hammer hat er diesen wieder auf seine Position gehämmert und fest gemacht. Nicht eine Leine war das Problem, sondern der Leinenschneider (Ropecutter) ! Binnen 20 Minuten war er fertig und zog wieder ab. Kosten 55€.

Um 11:00 gehen wir mit der Schleussenöffnung raus. Ziel: A Coruna (schon wieder mal). Die Maschine wird nicht mehr als 1800 rpm befeuert. Das sind ca. 25% Last. Wir hoffen dass dies unser P0094 Problem löst bzw. hinauszögert.

 

Freitag, 08 Oktober 2021 18:59

Erneuter Zwangs-Stopp

Heute morgens starteten wie wie geplant um 08:00 in Dünkirchen. Erst zur Tanke, dann gings los. Mit über 9kn folgen wir dem Fahrwasser in Richtung Calais. Gegen 14:00 drehen wir ab in den Süden. Wir müssen gegen die Strömung mehr als 5kn anlaufen. Teilweise bleiben wir knapp unter der 4kn Marke. Gegen 15:00 kommt Wind auf. Wie angesagt aus N mit ca. 10kn. In Böen sogar bis zu 13kn. Was ne Böe -:). Aber der Wind hilft sehr wirkungsvoll gegen die Strömung anzuhalten.

Kurz vor 16:00 klopft es plötzlich lautstark von der Antriebswelle. Nicht schon wieder unser Getriebe oder gar die Maschine. Sabine hatte gerade geschlafen als das Klopfen immer heftiger wird. Blick in die Maschine: Alles sieht gut aus. Das kann eigentlich nur was in der Schraube sein. Drehzahl runter. Klopfen wird weniger. Die üblichen Tricks mit Rückwärtsfahrt etc. hilft leider nichts. Auch unser Ropecutter, der eigentlich genau das verhindern sollte hat nicht geholfen. Tauchen im Ärmelkanal bei 5kn Strom lassen wir dann lieber bleiben.

Also schon wieder abdrehen. Ziel Boulogne sur Mer ist der nächste Fluchthafen. Maschine geht aus, den Rest machen die Segel. Da wir abdrehen segeln wir halben Wind mit 4-5kn Geschwindigkeit ! Eigentlich ist nur die Richtung falsch. Der Rest würde passen. Um 18:00 liegen wir im Innenhafen von Boulogne sur Mer. Erster Tauchversuch. Leider ist das Wasser so trübe, ölig und so wenig Tageslicht, dass wir es bei diesem Versuch lassen.

Mittwoch, 06 Oktober 2021 12:02

Die BELUGA wieder on Tour ...

Mittwoch

Heute dreht der Wind nochmals richtig auf und zeigt was er kann ... und der kann echt was ! Über 40kn Wind im Hafen, in Böen auch gerne deutlich mehr. Aufgrund der Schräglage und des Einruckens gehen die ersten ungesicherten Schubladen auf. Aber kein Problem, die wichtigsten Schubladen wurden bereits vor Wochen von "Hausmeister Krause" verstärkt und die Sicherungen halten mehr als gut. Insiderwitz: Selbst der Thermomix bleibt wo er ist: In der Schublade :-)

Die heutigen Wetterprognosen sagen teilweise weniger Wind an, als dies gestern noch der Fall war. Zumindest über die Richtung sind sich die Prognosen einig: N bis NE. Idealer Wind für unsere Strecke. Das bedeutet für uns der Abfahrttermin bleibt auf Freitag morgen. Sicherheitshalber vollgetankt. Für uns bedeutet das, wir können die BELLUGA seefest machen. Maschinenraum wieder einräumen, Zeug wegstauen, letzte Wäsche waschen etc, etc ...

Donnerstag

Die BELUGA wird bereit gemacht für die Abreise morgen früh. Freitag 08:00 ist noch immer der Plan. Die Windstärke wird etwas besser vorhergesagt als gestern noch. Da wir noch einiges kontrollieren, korrigieren , stauen und abfahrbereit machen wollen fangen wir bereits heute damit an. Sabine macht noch "nen Kessel Buntes". Ralph kontrolliert die Dieselfilter, die Ölstände, dichtet den Ankerkasten erneut ab, Frischwasser auffüllen, ... eben was man so macht bevor man losfährt. Das Ganze geht - in bewährt entspannter Vorgehensweise - bis ca. 16:00. Dann nochmals in die Stadt. Brot kaufen, Gemüse und auch zum Metzger. Danach ins Kaffee um "au revoir" zu sagen. Vom YANMAR Service Dealer (pardon: Angelshop) verabschieden wir uns lieber nicht. Abfahrt ist also vorbereitet! Morgen früh dann losmachen, tanken und raus hier. Im englischen Kanal soll uns anfänglich eher sehr wenig Wind begegenen. Ab Freitag Nachmittag sagen die Prognosen dann bis durch die Biskaya sehr guten segelbarem raumen bis halbem Wind voraus.

Am Ziel in Spanien (ja nach unserer Verfassung ist A Coruna oder Vigo als Ziel geplant) erwarten uns dann Begegnungen mit Orcas in Spanien und Portugalhoffentlich nur freundliche Orcas. Bei unserem Bootsnamen sollten wir davon ausgehen dürfen :-) Bist Du interessiert an weiteren Informationen zu den aktuellen Orca Attacken vor der spanischen und portugiesischen Küste, dann klicke hier. Dieser Link bringt Dich auf die Seite der spanischen Walforscher, die diesem Thema derzeit zum Schutz von Mensch und Tier mit hohem Aufwand nachgehen.

Der Abend klingt bei einem schönen Essen in einem der umliegenden Restaurants aus. Gibt nicht sehr viele gute Restaurants, aber dennoch einige davon haben wir gefunden. Hat auch seine Vorteile wenn man länger an einem Ort bleibt. Allerdings wirds in Dünkirchen schon seeehr mächtig Herbst. Nachts ist die Standheizung Gold wert. Tagsüber gehts dann grad noch so. Ausser es weht so gewaltig, wie es das gestern tat. Heute ist de Nordsee wie geölt - spiegelglatt. Eigentlich wollten wir am Donnerstag 22:00 losfahren. Wäre jedoch ne Dieselstrecke geworden. Immer vor dem Windfeld herdieseln. An dieser Stelle sind wir dankbar auf die Empfehlung der WetterWelt gehört zu haben und erst am Freitag früh zu fahren.

Wir verabschieden uns zunächst mal für ein paar Tage. Wir rechnen mit 6-7 Tage für die ca. 700 Seemeilen. Mit dem Christbaum in Dünkirchen scheint es daher nichts mehr zu werden. Zum Glück ! Auf See ist bloggen nicht möglich. Sobald wir jedoch wieder an Land sind, werden wir über die gesamte Reise berichten. Es bleibt spannend ... und ihr bleibt uns hoffentlich gewogen :-)

Frei nach "Hannes und der Bürgermeister" : Bis bald an dieser Stelle mit Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle !

Der Orca Flüsterer

Sehenswerte Bilder mit einem Ranger der sich Orcas zu Freunden gemacht hat.

 

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Mittwoch, 06 Oktober 2021 10:58

Clearance for Take Off

Montag

Unsere BELUGA rennt wieder wie ne Eins. Nun bereiten wir unsere Abfahrt vor. Offensichtlich benötigen wir schliesslich doch keinen Christbaum in Dünkirchen. Sabines Bruder wollte uns für diesen Fall einen Oberschwäbischen Christbaum nach Dünkirchen schicken, wenns denn nötig würde :-) meinte er in einem Telefonat. Vielen Dank fürs Angebot, aber uns wäre ein Christbaum auf den Kanaren lieber, zur Not auch einen spanischen :-)

Laut aktueller Wetterprgnose könnten wir frühestens am Mittwoche Nacht (gegen 22:00) losfahren. Dann hätten wir noch ein paar Stunden moderaten Gegenwind und am Donnerstag vormittag dreht der Wind auf NE bis E und schiebt uns durch den Kanal. Dennoch fragen wir um Hilfe bei der Suche nach einem Startfenster bei Wetterwelt an.

Wir proviantieren schonmal, solange das Wetter noch einigermassen trocken bleibt. Für unsere Überfahrt nach A Coruna rechnen wir mit 6 Tagen (~700NM). So lange sollten die Vorräte (Diesel, Wasser, Essen und Getränke) auch locker reichen. Trinkwasser können wir unterwegs mit dem Watermaker erzeugen. Beim Rest wirds ein wenig komplizierter, oder gibts ein "Sail'In" in der Biskaya ? :-)) Sieht man doch das "Restaurant zum goldenen Bogen" auch sonst an allen möglichen (und teilweise auch unmöglichen) Plätzen mit ihren Angeboten :-) Wir werden die Augen offen halten und berichten :-))

Ich habe beim Gang durch den Supermarkt entdecken dürfen, dass offensichtlich französische Männer in Sachen Blumengeschenke ähnliche Probleme haben wie die deutschen Männer. Hier gibt es Orchideen in der "Alzheimer" Version. Nicht nur am Valentinstag. Mein Französisch ist nocht besonders, aber ich hab die Beschriftung zumindest so interpretiert :-) Eine echt gute Idee ! In einem solchen Blumengeschenk stecken mindestens 2 Botschaften.

Zweimal (einmal Essen, einmal Getränke) mit schweren Schätzen beladen kehren wir zur BELUGA zurück. Freezer voll, Getränkekühler und -bilge voll. Bestens ! Also nichts wie nochmals los in unser Stammcaffee. Die Chefin fragte vor einigen Wochen "Ein Bier ?" und meine Antwort war "What else !". Da sie kein Englisch spricht kam eine lebhafte Diskussion mit den anwesenden Franzosen auf, was "What else" auf französisch heissen mag ? "Quoi dotre" war die einhellige Übersetzung. Daher auch heute auf  heute wieder auf ihr fragendes Gesicht "Quoi dotre". Zwischenzeitlich der running Gag in "unserem" Kaffee. Sabine und ich sind die "Quoi dotres". Was bedeutet: Einmal Caffee creme und ein grosses Pelforth Bier.

Dienstag

Heute ist recht ungemütlich. Knapp 30kn Wind von achtern. Beim Segeln gar nicht so schlecht, ist das im Hafen recht ungemütlich. Hier kommt sogar Welle im Hafen auf. Der Wind frischt im Laufe des Tages auf ... und zwar mächtig ! Die Nacht wird eher unruhig. Ab und an quitschen Festmacherleinen, rucken heftig ein und die von achter anlaufende Welle klatscht teilweise sehr heftig direkt unter unserer Koje  unters Heck. Schlafen mal anders. Gegen 03:00 wirds ein wenig ruhiger. Der Wind flaut von über 40kn auf leicht unter 30kn ab. Da sich die Windrichtung dreht, rucken die Leinen nicht mehr ein. Alles palletti.

Laut heutiger Wetterprgnose könnten wir frühestens am Donnerstag abend losfahren, da der W-Wind noch länger anhält als gestern vorher gesagt. Die Empfehlung der Wetterwelt war es am Freitag zu fahren, dann hätten wir weniger Flaute und könnten die gsamte Strecke gut durchsegeln. Allerdings unterscheiden sich die Wetterprognosen diesbezüglich noch ein wenig. Wir beschliessen der Wetterwelt mehr zu vertrauen als anderen und verlegen unsere Abfahrt auf Freitag früh 08:00. Das teilen wir der Wetterwelt auch so mit und lassen uns eine ausführliche Beratung zukommen.

Wie man eine Slipanlage und einen Portalkran kombinieren kann, durften wir im Hafen begutachten. Von 2h vor HW bis 2h nach HW wird gekrant. Maximal 2mtr Tiefgang. Das Schiff fährt, was der Tiefgang hergibt und der Kran versenkt sich soweit möglich (daher max. 2mtr). Anschliessend Gurte hoch und nach oben und rückwärts aus dem Wasser fahren. Der Kranoperator versenkt den Kran bis er (fast) nasse Füsse bekommt. Einfach und dennoch wirkungsvoll. Scheint auch wegen der bei Ebbe abtrocknenden Algen keine rutschige Fahrbahn zu sein. Ich kann mir bei deutschen Abnahmebehörden / BG's eine solch pragmatische Möglichkeit allerdings nicht mehr vorstellen. Aber so gehts wohl seit Jahren. Die fortwährenden Kranaktionen zeigen dennoch deutlich: Es ist Herbst in Dünkirchen !

 

 

Samstag, 02 Oktober 2021 15:37

Die unendliche Geschichte (Finale)

Mittwoch

Wie angesagt erscheint der Monteur. Kaum haben wir das halbe Schiff zerlegt, schon sind die neuen Schaltzüge drin. Danach werden die Züge justiert und schon steigt die Spannung ins nahezu Unermessliche ! Ist nun wieder alles gut ? Antwort: NEIN. Die neuen Züge haben zwar eine wenig leichtgängigere Schaltung erzeugt, die Gänge werden nun auch einigermassen eingelegt (so hatten wir das in Glückstadt auch schon mehrfach hinbekommen) aber das Zusammenspiel der beiden Steuerungen und Gänge einzulegen klappt noch immer wie vorher. Mal gehts, mal nicht - Status Quo des alten Getriebes mit den alten Zügen erfolgreich erreicht .-) Daran scheint es wohl nicht gelegen zu haben.

Donnerstag

Sabines GeburtstagskuchenNachdem wir Anfang des Monats unseren 40ten Hochzeitstag im schönen Dünkirchen feiern durften, feiere ich heute mit Sabine gemeinsam ihren 60ten ! Herzlichen Glückwunsch. Den hatten wir auf den Azoren geplant zu feiern. Gemeinsam mit Tina und Markus. Leider konnte das Dank unseres Getriebedisasters nicht stattfinden. Wir schaffen es auch zu zweit ein würdiges Fest draus machen. Seit heute habe ich ein "Sweet little Sixty" an meiner Seite ... und bin sehr stolz drauf mit dieser Frau all die vergangenen ... und hoffentlich noch viele künftige ... Jahre erleben zu dürfen !

HAPPY BIRTHDAY Sabine !

Freitag

Regen, Regen, Regen ...

Ralph nutzt die Zeit seinen "Hausmeister Krause" Aufgaben nachzukommen. Bei dem zu erwartenden Wetter und der Strecke: Heizung reinigen. Brauchte unsere WEBSATO bislang ein wenig häufiger als alle anderen. Verrusste bislang recht ordernlich. Heute ? Nachdem Ralph diese Aufgabe vor einigen Monaten bei deutlich negativen Minusgraden wöchentlich üben durfte gehts auch recht flott. Grosse Verwunderung. Die Steuerung der Heizung scheint deutliche Verbesserung gebracht zu haben. Keine nennenswerte Verrussung mehr im Brennraum ! So solls sein. Vielen Dank an dieser Stelle an die Firma Schlüter & Söhne. Die sehr hilfreichen Tipps über die Eigenarten dieser Heizung habe ich in meiner Steuerung berücksichtigt. Bei der Gelegenheit auch gleich den Dieselfilter gewechselt und schon wirds wieder mollig warm in der BELUGA.

Ausreichend Zeit und mollige Bedingungen um unser Iridium Telefon in Betrieb zu nehmen. Telefon geht schon länger, aber Wetterdaten und Mailservice muss noch eingerichtet werden. Kaum 10GB Anleitungen runtergeladen und gelesen, schon kann man anfangen. Ich mache nun schon länger IT und alles was ich hier sehe und lese kommt mir sehr bekannt vor. Vorallem aus den 80er und 90er Jahren. Nur die Stecker sind neu. Alles USB. Allerdings die guten alten, welche seit mehreren Jahren kaum mehr zu finden sind. Dennoch stelle ich fest, dass "Dino-Kenntnisse" auch von Vorteil sind. Wer serielle Kommunikation (9-pol D-Sub Stecker) kennt, fühlt sich bei iRIDIUM gleich zu Hause. Treiber hier und Update da, schon gehts los. Mit der rasenden Geschwindigkeit eines Akkustikkopplers. Eben wie in den 90ern. Ich bin überrascht, dass Windows 10 damit klar kommt. Gegen 18:00 gehts dann ! Zur Belohnung bereitet Sabine Spaghetti "Vorarlberg" zu. Mit Käse-Sahnesosse aus Zwiebel und Rasskäse ! Echt lecker !

Samstag

Es regnet auch heute bereits ab 09:00. Nicht viel aber dauerhaft. Das erste Jubeln des Tages betrifft den Wetterbericht. Es soll sich ab Mittwoch ein Hochdrucksystem aufbauen. Mit E bzw. NE Winden ! Whow dieses Hoch nehmen wir doch gerne mit ! Hoffentlich bleiben die Vorhersagen so. Sicher noch besser wäre, wenn das Wetter dann auch so wird, wie die Vorhersagen dies beschreiben. Wir würden uns sehr drüber freuen. Am Mittwoch früh starten, würde der Wind von hier bis A Coruna reichen. Dort würden wir dann am Montag ankommen. Dann wäre zumindest ein sehr grosser Stein von unserem Herzen gefallen. Wir wollen dies weiter im Auge behalten.

Dienstag, 28 September 2021 10:25

Die undendliche Geschichte (Part x-1)

Dienstag

Es wird Herbst in Frankreich. Seit gestern nachmittag läuft die Standheizung. Nachts springt die Heizung ein- oder auch zweimal an. Unter Tags eher nicht. Zwischenzeitlich scheint die Heizung - dank meiner Steuerung - auch zuverlässig zu schalten und zu laufen. Keine zigfachen AN/AUS Tiraden, welche die Heizung in der Vergangenheit stark verrussen liessen. Gestern stand der Wind mit 30kn und mehr genau auf den Auspuff. Das hatte ab und an die Folge, dass es nach Abgas roch. Vorallem im Cockpit, manchmal auch im Pilothouse. Je nachdem wo und wie stark die Böen einfallen. Ab und an war Lüften angesagt. Ging soweit jedoch ganz brauchbar. Auch wird das Trinkwasser deutlich wärmer, was Ralph zu einer sehr ausgiebigen heissen Dusche nutzen durfte.

Wegen meiner senilen Bettflucht hatte ich heute morgen Zeit gefunden mir was für diesen Fall der Geruchsbelästigung zu überlegen. Doch bevor ich eine aufwändige Konstruktion betreibe war erstmal ein Versuch angesagt. Also: Schätzeisen raus und Durchmesser des Auspuffs feststellen. Bei 55mm Aussendurchmesser war die Frage: "Wo finden wir an Bord gute DIY Teilchen für einen Prototypen ?" Antwort: "In der Kühlbox !"COLAMIN am Auspuff der BELUGA Standheizung
Eine unserer 0,33ml Coladosen passt (fast) genau drauf. Das bedeutet Opfer bringen: Kurzerhand eine solche Dose (Opfer=ohne Rumzusatz) leergemacht, zugesägt und geformt. So entstand unser neuer COLAMIN (Zusammensetzung aus "COLA" und "KAMIN"). Noch bevor Sabine das Frühstück servierte war der COLAMIN fertig. Also Heizung einschalten und ausprobieren. Der COLAMIN scheint bislang gut zu arbeiten. Durch entsprechende Drehung kann der COLAMIN auf die jeweilige Windrichtung eingestellt werden. Kein Geruch mehr im Cockpit und/oder Pilothouse, Löppt ! und, wie die Norddeutschen sagen, "Nicht fummeln wenns löppt !". So geht der COLAMIN auf die "Erprobungsstrecke". Bewährt sich die Konstruktion, dann werden wir uns jemanden suchen, der das Ganze aus massivem Edelstahl herstellt. Ein wenig formverändert und wahrscheinlich ohne Coca-Cola Aufdruck :-) "Bluewater means repairing your boat in exotic places" gilt anscheinend für schwäbische Tüftler umso mehr - auch wenn der "place" Dünkirchen nicht zwingend "exotic" sein mag. So bringen wir die BELUGA jeden Tag ein wenig näher zu unserer Perfektion.

Die MiniTransat ist in der Biskaya gestartet. Die WebSite beschreibt das Thema Wetter der Biskaya wie folgt:

Entstehung eines Sturmtiefs / Hurrikanes mit 89kn WindNach der Startverschiebung um einen Tag wegen einer durchziehenden Front wurde am Montag noch einmal um eineinhalb Stunden verschoben. „Die Teilnehmer werden bei Nordwest mit 18 bis 25 Knoten in See stechen. Der Wind lässt im Laufe des Nachmittags allmählich nach und stabilisiert sich am Abend auf etwa 15 Knoten“, erklärt Christian Dumard, der Meteorologe der Regatta. Anspruchsvoll wird es dann schnell: „Die Passage der Biskaya wird voraussichtlich nicht so einfach sein“, so Dumard.

Eine erste Front soll in der Nacht von Dienstag bis Mittwoch über das Feld hinwegziehen – 35 Knoten Wind und chaotische See erwarten die Mini-Segler dann. Anschließend gilt es, so Dumard, einen Winddreher nach Nordwesten zu nutzen, um einen südlicheren Kurs entlang der spanischen Küste zwischen Kap Ortegal und Kap Finisterre einzuschlagen.

Gut, dass wir als geduldige Skipper die Zeit haben auf unser Wetterfenster warten zu können. Wie ihr nebenstehendem Bild entnehmen könnt, ist vom N-Atlantik wieder ein Sturmtief unterwegs. Mit bis zu 89kn Windgeschwindigekit und Bergen von Wellen. Das lassen wir noch durch und dann gehts los :-)) hoffentlich !

Montag, 27 September 2021 15:18

Die undendliche Geschichte (Part x-2)

Sonntag

Kaum ist nach wochenlangem Warten auf den YANMAR Angelshop unser Getriebe drin, schon besuchen uns die Ex-Hurrikanes nach und nach. Heute haben wir die ersten Vorboten: Strahlend blauen Himmel und wunderschönes Wetter mit feuchtwarmer Luft. Moderate Winde aus der selben Richtung in welche wir fahren wollen. Losfahren ist also nicht sinnvoll. Ab Montag sollen die ersten Sturmtiefs im englischen Kanal eintreffen. Warten wirs also ab ! So haben wir heute Zeit genug uns um die Restlichen der tausend Kleinigkeiten auch noch zu kümmern. Watermaker spülen, Rückschlagventile einbauen, Scharniere nachziehen .... und last but not least auch noch ausreichend Zeit für ein Bierchen zwischendurch. Grosse Freude auf die zweite Nacht bei der ich endlich wieder durchschlafen kann ... und das mache ich auch ! Allerdings scheint der Wahlsonntag auch bis tief in die Nacht spannend genug erst spät damit zu beginnen.

Heute konnten wir auch den Druckschalter unserer DOMETIC Druckwasserpumpe reparieren. Der integrierte Druckschalter wollte die Pumpe nicht mehr einschalten. Mit wackeln gings manchmal, manchmal aber auch nicht. Jedoch wollte weder Sabine noch ich so duschen: eingeseift an der Pumpe wackeln :-)) Soweit musste es dann doch nicht kommen.
Wir haben für jeden der beiden Trinkwassertanks eine separate Pumpe. Also Pumpe umschalten und die defekt Pumpe ausbauen. Diesen Teil der Übung hatten wir bereits am Mittwoch erledigt. Der Grund des Ausfalls: Der Druckschalter soll im drucklosen Zustand den elektrischen Kontakt zwischen 12V Versorgung und dem Pumpenmotor einschalten (NC) und bei Erreichen des Zieldrucks wieder abschalten. Einschalten wollte unser Schalter allerdings nicht mehr. Also das Gehäuse des Druckschalters von der Pumpe abschrauben und begutachten a) woran das liegen kann und b) was da noch zu reparieren ist. Also gut, Druckschalter als Ersatzteil aus dem Dometic-Programm suchen. Nachdem diese Pumpe aus 2019 ist, gibt es dieses "veraltete" Pumpenmodell natürlich nicht mehr und daher gibt es für derart "alte" Pumpen auch keine Erstzteile mehr. Aber für den Vorzugspreis von 95€ (statt 150€) könnte ich das neue Modell erwerben. Das alte Modell fliegt halt dann raus, weil kaputt und auch schon soooo alt :-(( Soweit solls aber nicht kommen ! Ich will hierbei über Themen wie Nachhaltigkeit bei DOMETIC nicht nachdenken. Scheint das Marketing bereits gemacht zuhaben, das sollte ausreichen um ein grünes Mäntelchen zeigen zu können.

Den Druckschalter zerlegt trifft mich schier der Schlag! Die Schaltfunktion wird von einem Microschalter aus der Möbelindustrie bewältigt. Von wassergeschützt ist dieses Teilchen Lichtjahre entfernt. IP00 steht sogar drauf. Das bedeutet gegen nichts und niemanden geschützt. Sollte selbst DOMETIC lesen können. Es scheinen jedoch die Druckschalter aller Hersteller so gebaut. Die Druckschalter meiner 30 Jahr alten Trinkwasserpumpe war noch vergossen und geht bis heute noch wie ne Eins, obwohl damals keiner mit Nachhaltigkeit und grünen Mäntelchen geworben hatte. Ein Schelm wer hinter grünen Mäntelchen Böses vermutet.

Da ich diese Microschalter aus dem Möbelbau kenne, sollte ein Lieferant zu finden sein. Bei den üblichen Verdächtigen finde ich als Hersteller unter anderem auch die Firma "ZF". Nach meiner ZF-Getriebe Erfahrung suche ich mir einen Hersteller der möglichst nicht ZF heißt. Am Ende ist noch ein Getriebe drin :-) Ich finde allerdings bei Amazon denselben Schalter, den DOMETIC verbaut für 8€ pro 5 Stück. Da es sich hierbei voraussichtlich um Chinaprodukte handelt bestelle ich erstmal 10 Stück für ca. 16€. Am Samstag nachmittag zugestellt, war heute der Tag der Wahrheit. Eingebaut und geht sofort ! Von deutschen und/oder europäischen Produkten habe ich seit ZF Getrieben nachvollziehbar erstmal genug. Ich habe diese Qualitätsware "Made in Germany" derzeit eher als umetikettierte Chinaware zum vielfachen Preis, oder wie meine WEBASTO Heizung als gut beworbene aber undurchdachte Lösung für den 15fachen Preis (2500€ statt 170€) bei einem Bruchteil der Funktionen kennen gelernt. Nun können wir anhand unserer neuen günstigen Microschalter austesten wie sich diese Chinakracher schlagen. Wenn wir im Schnitt von einer Haltbarkeit von 1-1,5 Jahre pro Schalter ausgehen, sollte uns dieser Vorrat einmal rund um Amerika ausreichen :-) Wir werden berichten.

Montag

Heute langer "Bundestagswahl-Schlaf" ... also bis 08:00. Nach dem Frühstück kommt der angekündigte Besuch vorbei: Das erste Sturmtief ! Morgens mit Regen und danach mit Wind. Altes Sprichwort sagt: "Kommt erst der Regen, dann der Wind, reff die Segel ein geschwind". So kams dann auch: Wir liegen heute bei über 30kn Wind auf den Mors - zum Glück im Hafen. In Böen auch gerne mal bis knapp 40kn. Diesmal ohne spektakuläre Welle. Losfahren am vergangenen WoEnde wäre also kein guter Rat gewesen. Hatten wir auch nicht vor. Wir sind ja schliesslich geduldig ... geworden. Danke auf diesem Weg an unseren Lieblings-Angelshop :-((

Die Biskaya zeigt sich mit über 6mtr Welle als ein Seegebiet in dem man derzeit nicht unbedingt sein möchte. Leider müssen wir dort aber noch durch. Also weiterhin geduldiges Warten, nur diesmal auf das Wetter. Hätte die letzten 6 Wochen so schön sein können, aber hätte hätte Fahrradkette. Danke auf diesem Weg nochmals an unseren Lieblings-Angelshop :-(( Wir bauen auf die gute Wetterberatung der WetterWelt und das Glück der Fleissigen :-))
WetterWelt haben wir als frühesten Abfahrtstermin den 1. Oktober genannt. Dort sollten unsere Besucher dann alle vorerst mal durch sein ... bevor die Neuen kommen. Geduld muss man echt lernen wenn man aus einem beruflichen Umfeld kommt wie ich, in welchem Fehler und Verzögerungen nicht toleriert wurden. Wie ich von Bert, einem Segler der TransOcean, gelernt habe: "Ein geduldiger Skipper hat immer guten Wind". Also üben wir uns weiter in Geduld und warten auf gutes Wetter :-)) 

Gegen 14:00 sind die Wolken allesamt weggeblasen und Sonne scheint. Echt schön hier in Dünkirchen ... wir denken schon wieder über Christbäume in Dünkirchen nach und machen eine erste Einladungsliste fürs Fest. Unser Lieblings-Angelshop steht als Begünstigter ganz oben auf dieser Liste ! In der Sitzordnung zum Festmahl neben Lepra-, Pocken- und Pestkranken. Da wir nicht nachtragend sind, sollen doch alle was vom Fest der Freude haben :-)) Danke auf diesem Weg an unseren Lieblings-Angelshop :-((

Fortsetzung folgt ...

 

Freitag, 24 September 2021 11:46

... nicht schon wieder ein Licht ...

Freitag

Bei einem unserer zwischenzeitlich täglichen Besuche bei DB Moteurs erfuhren wir, dass im allerbesten Falle bereits heute nachmittag ein Monteur vorbeikommen könnte. Wenns ihm dann noch reicht. Ansonsten sicher am Samstag vormittag ab 09:00. Vor Wochen hätten wir über eine solche Nachricht gejubelt und uns sehr gefreut. Nachdem jedoch mehrere solcher oder ähnlicher Nachrichten ohne Bescheid bzw. Zu- oder Abzusagen sämtlich erfolglos verstrichen sind, können wir uns hier mit dem Jubel "zurückhalten". Im Gegenteil: Wir witzeln, dass es wahrscheinlicher wird einen Weihnachtsbaum in Dünkirchen kaufen zu müssen als dass ein solches Versprechen eintritt. Der YANMAR Europe "Angelsportverein" hat sich bislang durch Unglaubwürdigkeit und Unfähigkeit ausgezeichnet. Ist DB Moteurs etwas verlässlicher ? Seit mehr als einer Woche kommuniziert YANMAR gar nicht mehr mit uns. Was ich als konsequentes Handeln beschreiben würde: Kunde ist sauer, ein Missgeschick nach dem nächsten, worauf Kunde noch sauerer geworden, zwischenzeitlich mit Anwalt droht. Spätestens jetzt kann ich meine Talente als YANMAR Kundenservice beweisen: Kopf in den Sand und warten ! Ist das der gewünschte YANMAR Kundenservice ?

Aber wollen wir mal nicht so negativ sein und warten gespannt ab. Handelt es sich bei diesem Versprechen doch schliesslich um DB Moteurs. Die waren bislang einigermassen zuverlässig. Für den unwahrscheinlichen Fall dass tatsächlich bereits am Freitag Nachmittag ein Monteur vor dem Schiff steht, wollen wir nicht durch Abwesenheit glänzen. So beschliessen wir heute auf der BELUGA zu bleiben.

Samstag

Ein Wunder tritt ein ! Kurz nach 09:00 taucht jener Monteur auf, welcher das Getriebe bereits entnommen und befundet hatte. Mitsamt einem Getriebe, Werkzeug und Zubehör ! Whoow ! Auf DB Moteurs scheint Verlass zu sein. So beginnt der Monteur den Einbau des Getriebes und gegen 12:00 brummt auch unser YANMAR wieder. Ich zwicke mich, ob das nun nochmals ein Traum sein sollte ? Kaum wartet man 6 Wochen schon gehts ! Der Monteur bemerkte beim Vorbereiten, dass ein Motorfundament gar nicht angezogen war. Das hat er bei der Gelegenheit auch noch gleich korrigiert. Beim Einbau des Getriebes war der kritische Punkt beim Anflanschen der Welle ans Getriebe. Muss doch die Welle wieder ins Schiff gezogen werden, was die Wellen-Dichtung streckt und somit öffnet = undicht macht. Ein grosser Schluck des Atlantiks kommt ins Schiff und die Welle war auf dem Getriebe. Nachdem die Pumpen wieder schwiegen starten wir die Maschine. Gänge gehen rein und raus. Vorwärts wie Rückwärts. Grosse Freude im Hause BELUGA ! Das Licht schien tatsächlich das Ende des Tunnels gewesen zu sein.

Leider können wir wegen der Wetterverhältnisse in den kommenden Tagen denoch nicht ablegen. Wind aus West. Teilweise sogar mit über 30kn angesagt. In der Biskay mit über 5 mtr Welle! Das wollen wir uns nicht antun. Wir hatten gestern bereits Wetterberatung bei Wetterwelt beauftragt. Die werden uns sicherlich ein gutes Startfenster vorschlagen. Allerdings erst nach dem 1.10. solange braucht der Ex-Hurrikan bis er hier vorbeigezogen ist und solange bleiben wir noch hier ... und suchen Christbäume :-)

Nach diesem sehr erfreulichen Tage haben wir uns einen Ausflug nach Dünkirchen gegönnt. Dabei durften wir einer französischen "Anti-Corona" Demo beiwohnen. Ganze 40 verlorene Personen (max) versuchen mit Megafon und viel Trara auf sich aufmerksam zu machen. Die 3 begleitenden Polizisten machten einen eher gelangweilten Eindruck. Nach ca. 30 Minuten war das Trara vorbei. Ich lästere: Gleich kommt ein Bus und bringt die Leute zurück ins Heim :-)) Ein Bus kam und lud die Leute ein. Wohin er fuhr weiss ich nicht.

Na endlich die BELUGA ist wieder fahrbereit. Leider ca. 5 Wochen zu spät, denn das Wetter wird unsere nächste Aufgabe .. es bleibt spannend.

Fortsetzung folgt ....

Donnerstag, 23 September 2021 11:24

Mitja

Mija, an Bord der Inbegriff für "Murks"

Wir haben in den alten Logbüchern der Erstbesitzer vieles an interessanten Informationen und Details gefunden. Was sich wie ein roter Faden durchzog war Mitja. Er schien sowas wie der Bootsmann der damaligen "MARION" zu sein. Jedes Jahr im Herbst war nachzulesen, was unser Vorbesitzer an Aufgaben für Mitja hatte. Diese wurden über Winter durch Mitja ausgeführt und im Frühjahr stolz vorgezeigt. Im Laufe der Saison ist nachzulesen dass alle diese Aufgaben nicht richtig oder manchmal gar nicht ausgeführt wurden. So hatten die Besitzer der Marion die Notwendigkeit diese Aufgaben unterwegs bei Fachleuten erledigen zu lassen, oder teilweise selbst zu erledigen. Was auch erfolgreich passierte. Im Herbst gabs dann neue Aufgaben für Mitja und ... siehe oben !

Highlights aus unserer Mitja Kiste:

  • Klospülung geht nur, wenn zuvor die Navigationsinstrumente eingeschaltet wurden.
    Wir hassen "Stromdiebe", kleine Clipse mit denen man Leitungen anzapfen kann.
  • Membranpumpe repariert. Leider wurde die Membran vergessen einzusetzen.
    Pumpe entleert sich somit ins Schiff.
  • etc..

Aus diesem Grund haben wir das Wort "Mitja" als Inbegriff für Murks verwendet. Wir möchten uns im Voraus bei allen Menschen die diesen Namen tragen entschuldigen. Bei der Bordverwenndung des Wortes "Mitja" ist nicht der Namensträger sondern die Art der Ausführung gemeint. Auch wir selbst haben uns mehrfach ertappt "Mitja" zu sein.

Dienstag, 21 September 2021 19:21

Another day in Paradise ...

Dienstag

Paradise: Blick nach W auf die Industriekulisse11:00 Besuch bei DB Moteur dem YANMAR Händler und ZF Center. Getriebe ist immer noch da ! Hurra ! Aber leider keine Monteure, welche dieses einbauen können. DB Moteurs will sich melden, wenn sie heute Abend mit ihren Monteuren gesprochen haben. Unser Fazit in der zwischenzeitlich 6ten Woche in Dünkirchen: Sollte jemand der Leser über intensive Selbstfindung nachdenken, können wir ihm YANMAR wärmstens empfhehlen. Man hat hierbei die seltene Chance, ohne jeglichen störenden Kontakt zur Aussenwelt in unbekanntem Gebiet zu sich selbst zu finden. In tagelanger Stille und völliger Selbständigkeit darf man das YANAMR Netzwerk inkliusive lustiger Angelshops kennenlernen. Ein Erlebnis, das man micht jeden Tag geboten bekommt !

Heute mittag war "Essen wie Gott in Frankreich" angesagt. Wir haben ein sehr ruhiges Kaffee in Dünkirchen gefunden, welches auf dem Weg zwischen BELUGA und Bäcker liegt. Hatte bislang leider immer zu. Heute nun mal offen ! Da gehen wir heute Paradise: Blick nach S auf die Fischreiflotte, die morgens ab 03:00 lautstark agiertmal rein. Mittagskarte mit "Filet Mignon". Lecker ! Dazu gibts Fritten und Salat. Hört sich gut an ... war auch gut. Ich vermute allerdings, dass das Filet statt "Mignon" eher "Min Jung" hätte heissen sollen. Das Filet schien mehrfach die weisse Fahne gehoben zu haben und dem Koch zugerufen "Min Jung, Gnade, ich gebe auf !". In den heutigen Zeiten soll ja "gut durch" en vogue sein, aber sooo gut ? Wenn Gott das in Frankreich so haben will ! Der Rest war echt lecker, kann aber gegen unsere Bordküche nicht anstinken. Zumindest waren Sabine und ich uns darüber einig.

Mittwoch

Heute morgen um 07:30 steht ein Monteur vor dem Schiff. Mit Getriebe unterm Arm. Montiert das Getriebe, findet die Ursachen der anderen Fehler auf Anhieb und kann diese direkt beseitigen. Ersatzteile hatte er bereits alle dabei. Um 12:00 ist die BELUGA wieder abfahrtbereit ! Gerade wollte ich JUHU rufen, da bin ich aufgewacht. Das Ganze war leider nur ein Traum. Wenngleich ein schöner !

Bedrohlich Lage in der Pantry !

ALARM: Abfall in der Essenqualität der Bordküche ! Heute wollen wir Gemüse "sous vide" machen und dazu Garnelen nach mediteraner Art. Alles beim Händler in sehr guter Qualität eingekauft. Danach - natürlich - noch ein Käffchen in der Stadt. Das machte die Rückkehr ein wenig später als geplant. Alles sous vide verpacken und rein in den Topf. 45min bei 60° sollten sowhl für den Blumen- als auch für den Rosenkohl reichen. 10Min vor Schluss knurrten unsere Mägen derart, dass wir beschlossen an dieser Stelle sei das auch schon ausreichend. Ein verhängnisvoller Trugschluss ! Der Blumenkohl war sehr knackig und gerade so essbar, der Rosenkohl war eher "nicht mehr ganz roh". Von gegart war der Rosenkohl noch Lichjahre entfernt. Der Smut (Ralph) befürchtet, dass Gott mit den Franzosen aufholen könnte ! Bedrohlich Lage auf höchstem Niveau :-))

Fortsetzung folgt ...

 

Montag, 20 September 2021 10:16

... und täglich grüsst ....

Montag

Heute habe ich mit Anwälten telefoniert. Einige gute Telefonate dabei, aber auch Anwälte welche im Internet recht vollmundig Werbung machen, sich aber dann - warum auch immer - nicht mehr melden. Meine Erkenntnis: YANMAR ist überall. Um 15:00 bei unserem Hoffnungsträger DB Moteurs. Tatsächlich das Getriebe ist im Hause DB Moteurs. Bezahlung der Tauschaktion ist dank der Mail der Yachtwerft geklärt - YANMAR hat sich hier noch immer nicht diesbezüglich bei DB Moteurs gemeldet ! Das scheint sich noch immer durchzuziehen wie ein roter Faden: Recht markige Sprüche, grosse Versprechungen und weder Kompetenz noch Durchsetzungvermögen. Angelshop eben !

Ich habe DB Moteur gebeten bei der Einplanung des heute Nachmittag angekommenen Getriebes meine Situation (seit Wochen keinen durchgehenden Schlaf) zu berücksichtigen und diese Woche noch einzubauen und fertig zu machen. Morgen soll ich verständigt werden, wann genau der Einbau passieren soll. Wäre am Samstag gegen Mitternacht ein gutes Wetterfenster um bis Cherbourgh zu kommen. Diese Wetterfenster werden sehr schnell weniger. Durch die Biskaya wirds immer gefährlicher aufgrund der Herbststürme, welche durchziehen. Das scheint YANMAR ziemlich am A... vorbei zu gehen. Gehts doch "nur" um Kunden, die bereits bezahlt haben. Mein innerer "Reichsparteitag" der letzten beiden Wochen: Auf Nachfrage warum ich hier so lange liege habe ich bereitwillig von Kompetenz und Dursetzungfähigkeit der YANMAR Service Organisation erzählt, von Angelshops und verlässlichen Versprechungen. Mindestens 4 Schiffe (über 15 mtr), wobei 2 davon Motorboote mit mehr als 2x350PS, haben beschlossen die Re-Motorisierung im folgenden Winter mit VOLVO oder anderen zu machen. Das Theater wollen sie sich nicht antun. Nutzt mir zwar nichts, aber Rache ist dennoch süss. Der Wassersportmarkt ist eben ein Tratschmarkt. Mal kurz in Summe knapp ne halbe Million (Aussage der Eigner) an die Konkurrenz verschenkt. Gratuliere YANMAR, verdient "gewonnen" ! Ich jedenfalls mach gerne weiter "Werbung" für Euch !

Wie bereits erwähnt: Vertrieb=Umsatz, Service=Image. Verhältnis Umsatz:Image = 1:4.

Fortsetzung folgt ...

Samstag, 18 September 2021 19:55

Relax to the max

Samstag

Heute war, mangels Getriebe und anderen Dingen eher nicht viel los. Seeeeehr gemütliches Frühstück oder aber Brunch bis 13:00.Ein wunderbarer Tag meine Raspberry Pi Probleme nochmals anzugehen. Nach vielem Nachlesen habe ich die Kabel im verdacht. So verwende ich ein einstellbares  Netzteil, welches mir eine deustche Seglerin (Saskia) vor wenigen Tagen empfohlen und weitergegeben hatte. Echtes Teamwork unter Seglern. Alles einstellbar, Spannung und Strom bis max. 6A. Das sollte dem Raspi hoffentlich reichen. Alles aufgebaut, eingestellt und los gehts ... und siehe da, mein Raspi hat nur noch seeeehr seltene Drops. Und nur unter Last. Die CPU Spannung welche der Raspi so anzeigt steigt von 0,821V auf 0,8500V. Scheint auszureichen und rennt sogar mit USB Laufwerken problemlos.

Danach gehen wir mit dem Fahrrad auf Tour nach Dünkirchen. Brot kaufen und dann ins Kaffee. Dort trafen wir seit Tagen einen sehr netten Franzosen, der hier "zu hause" scheint. Dieser war in der Nacht zwischen Freitag und heute am Steg vor uns gelegen. Er lebt ebenfalls auf seinem Schiff. Wir hatten einen sehr netten Plausch und ich Angelunterricht. Heute trafen wir ihn wieder im Stammkaffee. Ein sehr herzliches Willkommen. Macht uns langsam Angst. Werden wir doch noch Weihnachten in Dünkirchen verbringen ?

Wenns schon nichts zu tun gibt, dann essen wir halt gut. Heute gabs einen seeehr leckeren Salat mit einem Nest aus Pilzen. Das ist lecker !! Mein Hausarzt empfahl mir eindringlich eine sogenannte Mittelmeerdiät. Diese werde ich heute besonders ernst nehmen und mir einen trockenen Weisswein dazu aufmachen. Diäten finde ich gut. Von manchen mache ich auch mal gerne mehrere, da ich von einer alleine nicht satt werde  :-))

 

Sonntag

Wegen aktuellem Bordstress sehen wir uns kaum in der Lage diesem standzuhalten :-)) Wir haben in unserer aktuellen Situation die Zeit genommen darüber nachzudenken was wäre, wenn wir noch im Berufsleben stehen würden und wenige Wochen Urlaub hätten. Wir gehen aktuell in die 6te Woche Liegezeit in Dünkirchen. mindestens 3 Wochen aufkosten der YANMAR Unorganisiertheit. Das würde mglw. bedeuten unbezahlten Urlaub nehmen zu müssen, weil YANMAR einen Angelshop beliefert ! Echt bitter ! Wir werden abwarten was der Anwalt rät. So beschliessen wir lieber ein üppiges Frühstück zu uns zu nehmen. Heute gibts "Pochiertes Ei auf einem Salzkartoffelnest". Schmeckt echt lecker, sättigt jedochganz ordentlich. Wenn schon seglerisch nix geht, dann wenigstens kulinarisch.

Aus lauter Verzweiflung hat Ralph die Kamera im Maschinenraum neu angebracht. So sehen wir künftig nicht nur graue Kisten, sondern auch unsere Instrumente , die Heizung und den Motor. Dies verlief zu seiner Überraschung sehr einfach und war deshalb schnell erledigt. Also kümmern wir us um die Trinkwasserpumpe des Bb Tanks, die seit Neuestem nicht mehr einschalten will. Kurzerhand demontiert zeigt sich das Problem: Der Mikroschalter der DOMETIC PP1217 scheint defekt. Er sollte normalerweise eingeschaltet sein, isser aber nicht. Wackeln hilft ... manchmal gehts. Diese Art der Schalter werden meines Wissens im Möbelbau verwendet und haben aus meiner Sicht mit Feuchtigkeit (IP00="Undicht") auf Dauer grosse Probleme. Die Installationsempfehlung sagt: Pumpemmotor kann horizontal oder vertikal, wenn aber vertikal, dann Motor nach oben ! Somit bedeutet dies: Schalter nach unten ! Wenn also irgendwelche Feuchtigkeit entsteht, kommt diese immer beim IP00-Schalter vorbei. Eine Frage der Zeit ... offensichtlich scheinen jedoch alle Hersteller (mglw. gibts da nur Einen "für alle") mit diesem "Leichtmatrosenschalter" zu arbeiten. Das Teilchen kostet weniger als 4€ und so überlegen wir uns gleich mehrere zusenden zu lassen. Anekdote am Rande: Auch ZF scheint diese Schalter herzustellen. Im Hinblick auf unsere Getriebeerfahrung haben wir Marquart Schalter ausgewählt.

Fortsetzung folgt wie immer ...

Freitag

Wir dürfen täglich neue Höhepunkte im Leben eines YANMAR Besitzers erleben ! So auch heute. Wir setzen uns um 16:00 aufs Fahrrad und düsen - vorbei am YANMAR Angelshop ... pardon: YANMAR Netzwerk - zu DB Moteurs um zu fragen wie es unserem Getriebe denn so geht. Haben wir ja bislang nichts gehört und fürchten einen Monteur, der unverhofft vor dem Schiff steht, keiner da und dann wieder geht. Bei DB Moteurs erklärt man uns, sie hätten die Bestätigung dass das Getriebe auf einem LKW der Firma TNT sei, aber angekommen sei das Ganze noch nicht. Tracking gäbs wohl auch nicht. Frühestens Montag ab 15:00 sei damit zu rechnen. Wir hoffen, dass es nicht im südlichen China einen weiteren Angelshop im YANMAR Netzwerk gibt. Bei diesem Verlauf ... wer weiss ?

Da diese Jungs von DB Moteurs so gar nichts dafür können halte ich mich mit Schreikrämpfen zurück und nehme das Ganz so zur Kennntnis. Wir wundern uns jedoch, warum eine Weltfirma wie YANMAR es nicht schafft, bei 6 Tagebn Versandverspätung dann eine Overnight Zustellung zu beauftragen. Sabine und Ich haben den Eindruck, dass ein YANMAR Kunde dieser Firma komplett am A..sch vorbei geht sobald er bestellt hat. Vielleicht sollte man YANMAR mitteilen was der Zusammenhang zwischen Umsatz und Image ist: Vrtrieb = Umsatz, Service = Image. Heute kein Service, Morgen kein Umsatz. Ein Aufstieg geht erfahrungsgemäss mühsam, der Fall geht deutlich schneller! Um kurz nach 18:00 geht meine Mail wie angekündigt an YANMAR und die Yachtwerft raus, dass ich ab Montag einen Anwalt einschalten werde um die weitere Vorgehensweise zu kommunizieren. Eine weitere gestohlende Woche und ein Kasperle Theater hoch 20 !

Ein solches Mass an Unfähigkeit haben wir echt noch nicht erlebt. Die schaffen es nicht mal nach 6 Tagen Versandverspätung (Freitag war von YANMAR Europe zugesagt. Mittwoch gings bei YANMAR France raus) eine Expresslieferung zu organsieren. Zum Glück geht das Getriebe nicht an den Angelshop .. pardon .. YANMAR Service Dealer ! Oder ?? Naja wissen kann man es bei den Profis nicht wirklich. Geschweige denn eine Info an den Kunden zu senden, dass sich was verspätet und wenn ja um wieviel. Was für ein leistungsfähiges YANMAR Netzwerk. Immer wieder ein Spass mit solchen Profis zu arbeiten !

PS: Erlebte Anekdote aus einem vereinten Europa: Wir hatten die Aufgabe eine vergessene Sonnebrille zum Bodensee zu schicken. Gut verpackt in einem wattierten Umschlag, welcher in ein kleines Päckchen gepackt wurde. Sabine hat sich dabei echt Mühe gegeben. Auf dem Postamt erfahren wir, dass man Päckchen in Frankreich ohne französische Wohnadresse jedoch nicht versenden kann. Welcome to Europe ! Also haben wir den wattierten Umschlag aus dem geschützen Päckchen rausgekramt. Eine französische Postlerin hat uns dabei liebevoll geholfen. Als sie den wattierten Umschlag sah, sagte sie: Das kann ich so wie es ist auch so verschicken - ohne Wohnadresse in Frankreich ?!? Beim nächsten Päckchen schreiben wir uns eine beliebige Adresse (Bäcker, Metzger, Hotel ...) auf und verwenden diese als einheimische Adresse. Kontrolliert wird das nämlich nicht. Was für ein Unsinn ! Welcome to Europe. Hauptsache, die Biegung der Bananen ist einheitlich !

Heute Brotzeit, zwei Viertel Rose und dann Bettenhausen und Federnball ! ... und somit beginnt ein weiteres völlig nutzloses YANMAR Wochenende in Dünkirchen. Wer einer Reise tut, der kann ewas erzählen. Wer einen YANMAR kauft geniesst Abenteuerurlaub und kann deutlich mehr erzählen ! 

Fortsetzung folgt ...

Freitag, 17 September 2021 12:01

Die Mischung machts ...

Donnerstag

Nachdem der Mittwoch ohne Rückmeldung verging haben wir am Donnerstag beschlossen das als solches benannte "YANMAR Netzwerk" (in unserem Fall NORD YACHTING) zu besuchen. Also: Hingeradelt und geklingelt ! Ein  sehr freundlicher Franzose öffnet. Er spricht fliessend englisch und erklärt uns, dass es sich bei NORD YACHT um einen Online-Angelshop handelt. Er habe seit Anfang des Jahres keine Mechaniker mehr und von einem Getriebe im Zulauf wisse er nichts. Er scheint über unsere Frage ebenso verblüfft, wie wir über seine Antwort ! Tri Tra Trallala der Kasperle ist wieder da ...

Da sich NORD YACHTING in unmittelbarer Nähe zu den bewährten DB Moteurs befindet beschliessen wir kurzerhand dort mal anzuklopfen. Dort wurde uns erklärt dass sie ein Lieferavis für unser Getriebe erhalten hätten. Dieses hat YANMAR France am Mittwoch (YANMAR Europe versicherte uns hoch und heilig den Versand am Montag) auf den Weg gebracht! Sobald das Getriebe bei ihnen sei, werden sie uns verständigen und schnellstmöglichen Einbau veranlassen. Was immer schnellstmöglich bedeutet ... allerdings zeichnete sich DB Moteurs bislang als kompetent und zuverlässig aus. Daher glauben wir Denen ein bisschen mehr als Anderen. Skepsis bleibt. Kurz vor Ende des Gesprächs wurde uns dann noch offeriert, dass es DB Moteurs nicht klar sei, wer diese Aktion zahlen wird und die Rechnung daher an uns gehen müsse. WAAAAAT ?
Liebes YANMAR Netzwerk: Wir lieben es mit Profis zu arbeiten ...

Nach Rücksprache mit der Yachtwerft haben diese sofort eine Kostenzusage an DB Moteurs gesendet. Ich sendete die Aufgaben, welche mit YANMAR bislang kommuniziert wurden. Diese Liste wurde sogar von YANMAR näher detailliert. In der Hoffnung dass DB Moteur für die gestellten 3 Aufgaben

  1. Getriebeeinbau und Inbetriebnahme
  2. Fehler "P0094" beheben
  3. Erwärmung des Diesels

eine Lösung finden, welche in weniger als 5 Wochen abgeschlossen werden kann. Mein Ultimatum gegen YANMAR läuft: Freitag 18:00 ! Wir finden uns in berühmter Gesellschaft mit Bill Murray: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

So langsam tun wir uns schwer, dieses angeblich so leistungsfähige YANMAR Netzwerk (dieser Begriff stammt übrigens von YANMAR) noch einigermassen ernst zu nehmen. Wir sehen das Ganze eher als Kasperleverein an, bei dem die Linke nicht weiss was die Rechte tut. Eine leistungsfähige Mischung aus unorganisiert, arrogant und dilettantisch. Bei unserer Rückkehr erreicht uns eine Mail vom YANMAR "Kundendienst" in welchem erklärt wird, dass Murphys Law zugeschlagen habe ... ich erwiedere das Mail nicht mehr, die Zeit bis zum Ultimatum läuft ! Der Anwalt steht parat ...

So schliessen wir den Tag mit einer Einkaufsrunde bei unserem Gemüsehändler und Bäcker ab. Wir machen uns ausgiebig über YANMAR lustig und versuchen die Stimmung hoch zu halten. Am Abend geniesen wir eine sehr leckere Pilzpfanne mit Spätzle. Schliesslich sind wir ja Schwaben und welcher Schwabe braucht Nudeln ! Ein wunderschöner Sonnenuntergang bei 20°C schliesst unseren Tag versöhnlich ab.

So verabschieden wir den Tag mit einem "Tri Tra Trallala der Kasperle ist wieder da ..."

Fortsetzung folgt ...

Mittwoch, 15 September 2021 11:21

... ein Wechselbad der Gefühle

Dienstag

Aus gemachter Erfahrung meinere Berufsjahre verfasste ich frühmorgens eine Mail in der ich das am Montag Besprochene und vorallem das von mir Verstandene nochmals zusammengefasst habe. Diese Mail geht an YANMAR Service und Yachtwerft. Sabine und ich fahren gegen 16:00 zu DB Moteur um zu fragen ob den das Getriebe bereits geliefert wurde. Antwort: NEIN !
Anschliessend telefoniere ich mit der Yachtwerft ob es zu meiner Mail noch Fragen gibt. Dort durfte ich erfahren, dass YANMAR bereits eine Antwort schickte in welcher sie mein Verständnis des Telefonats von Montag kommentieren und korrigieren. Da mir diese Mail nicht bekannt war, leitete die Yachtwerft diese freudlicherweise an mich weiter. War auch sofort da. Bislang ist mir unklar warum das Original von YANMAR nie bei uns ankam. Ein Schelm wer Böses denkt ...

Unter anderem war hier zu lesen, dass nicht DB Moteur das Getriebe einbauen wird, sondern Nord Yachting. Häää, klang am TEL aber anders ? Dort war dann ebenfalls zu lesen, dass der Fehler "P0094" welcher im Telefonat noch problemlos auf den Kanaren behoben werden konnte weil angeblich unkritisch, unbedingt von Nord Yachting behoben werden muss ! Aha, doch nicht so unkritisch ? Sei angeblich ein Sensorfehler. Noch einer ? War doch der Öldruck beim Einbau bereits ein Sensorfehler ! Wird dieser Sensorfehler dann auch per Firmware(FW)-Upgrade behoben, wie dies in Glückstadt durch einen YANMAR Servicedealer bereits behoben wurde ? O-Ton: "Jetzt geht wahrscheinlich ! Nix mehr Fehler, weil Firmware neu !". Ich erkante sofort: Hier spricht geballte Erfahrung und Kompetenz. Als der YANMAR Experte mitteilte dass er eine Meldung beim Auslesen sah, diese aber nach der FW-Aktualisierung nicht mehr wiederfinde bin ich mir sicher: Hier sind echte Experten am Werk !

Die Klarstellung zu meiner Mail-Zusammenfassung lautete:

... I asked them to ship the gearbox directly to OUR service partner Nord Yachting in Dunkirk and they will install and adjust and teh gearbox should probably arrive on Wednesday. Do note that we are not able to control the shipment when we put this in hands of DHL.

Neben anderen Relativierungen war dann am Ende des Textes die Anmerkung zu finden ...

... As mentioned we are trying to get the boat ready but this is also depending on the availability of our service dealer. 

Meine Leseweise: YANMAR kann die Lieferung durch DHL nicht kontrollieren. Vielleicht sollten sie einfach mal bei AMAZON nachfragen wie's geht ? Andererseits beauftragen sie ausschliesslich IHRE Servicedealer. Soweit Verständlich. Jedoch WAS der Servicedealer draus macht und vorallem WANN, scheint in IHREM YANMAR Netzwerk nicht steuerbar. Auch hier dominert Erfahrung und Kompetenz ! Echte Experten zu erleben ist nicht immer ein Vergnügen :-(( ...

Zu diesem Zeitunkt ist mir dann der Kragen geplatzt ! Ich habe YANMAR und der Yachtwerft in einer Antwortmail mitgeteilt, ...

a) dass es mir Sch..egal ist WER das Getriebe einbaut und die Fehler beseitigt. Wenn YANMAR meint sie haben einen ausreichend kompetenten und verfügbaren Servicepartner, dann kann auch dieser die Aufgaben lösen. Hauptsache: Er löst die gestellten Aufgaben ALLE in der zugesagten Zeit (O-Ton am TEL: bis spätestens Freitag könnt ihr wieder los). Zugesagt wurde am Wochenende mit der BELUGA abfahrbereit zu sein !

b) wenn die BELUGA bis Freitag Nachmittag nicht in der Lage ist ihre Reise fortzustetzen, kann die Yachtwerft als deutscher Vertragspartner und YANMAR in Folge den Rest mit unserem Anwalt besprechen. Mglw läuft das dann auf Alternative 2 raus ? Jedenfalls hab ich die Schnauze voll von dieser Mischung aus LMAA, Unfähigkeit und Arroganz.

So bleibt die Spannung bis Freitag erhalten, ob derzeit die Lok oder der Ausgang am Ende des Tunnels auftaucht. Sollte mich jemand nach einer Empfehlung für eine neue Maschine fragen (und das tun einige hier am Steg) dann kommt bei meinen Antworten YANMAR als Empfehlung eher nicht vor - dieser name dient eher als Abschreckung ! YANMAR bewirbt sich gerade #1 Kandidat auf unserer VUP Liste zu werden. Noch vor WEBASTO und das soll was heissen. Da muss man sich "seinen besten Fähigkeiten entsprechend bemühen" :-)

Fortsetzung folgt ...

Montag, 13 September 2021 19:25

... schon wieder ein helles Licht

WoEnde

Nachdem die vergangene Woche dynamisch begonnen hatte und YANMAR innerhalb kurzer Zeit den Sachverhalt klärte und ein neues Getriebe organisierte passierte aus meiner Sicht danach erstaunlich wenig. Keine Versandnachricht, keine Einbautermin ??? Mein lieber Schorsch, ich glaub ich riech den Braten ....

Daher hatte ich am Sonntag gemeinsam mit Sabine unsere Optionen durchgedacht. Diese fasste ich dann in einer Mail an YANMAR und die Yachtwerft zusammen um Kosten, Termine und Maßnahmen der für uns sichtbaren Alternativen darzustellen. Zusammengefasst sehen wir folgende Alternativen:

  1. Wir segeln weiter benötigen aber Wettercoaching durch Wetterprofis der Wetterwelt in Kiel. Mussten wir doch die letzten 5 Wochen zuschauen, wie bestes Wetter ohne uns vorbei zieht. Zwischenzeitlich sind die Ex-Hurricanes auf dem Atlantik spürbar und wir müssen die Biskay queren.  Profiwetter braucht aber ca. 2 Wochen Vorbereitungs- und Analysezeit. Das bringt uns von Mitte September schon auf Anfang Oktber. Daher muss eine Entscheidung JETZT Fallen. Erst geduldig auf das Getriebe warten und danach zu planen schiebt die Reise durch die Biskaya dann auf Ende Oktober. Da möchte allerdings keiner mehr freiwilig durch die Biskaya.
    Eine Enstcheidung muss aus diesen genannten Zeitgründen daher kommende Woche (15.9.2021) fallen !
  2. Wenn der 15.9.2021 noch kein Getriebe bringen sollte, dann werden wir eine Verlegung der BELUGA an Land veranlassen. Dort bleibt sie dann bis Ende März, wenn die Biskaya wieder ungefährdet gequert werden kann. Sabine und ich werden dann im Hotel wohnen, da der Aufenthalt auf sogeannten "a sec" Schiffen nur für Arbeiten am Schiff jedoh nicht zum Wohnen erlaubt ist. By the way: Auf hiesigen Stand-Plätzen wohnt keiner freiwillig.  Das scheint die zweifelsfrei teuerste der beiden Alternativen und auch diejenige welche wir am wenigsten bevorzugen. Aber ....

So haben wir unsere Erkenntnisse YANMAR und der Yachtwerft am Sonntag per Mail zukommen lassen und um ein Telefonat am Montag gebeten um die aktelle Lage zu besprechen.

Montag

Das Telefonat fand statt und war sehr informativ. Unser Getriebe sei am Montag Vormittag auf die Reise gegangen, um am Dienstag beim Händler vor Ort zu sein und am Mittwoch eingebaut zu werden. Juhu gute Nachrichten ! ... allein, ich bleibe skeptisch. Dennoch steruern wir offensichtlich auf die bevorzugte Alternative 1 zu, was uns sehr freut. Inwieweit Wunsch und Wirklichkeit übereinstimmen werden wir berichten. Leider beginnt aktuell dann auch die erste Westwindphase der Saison. Ich füge ein Bild bei was da derzeit auf uns zusteuert:

Das gelbe Boot ist nicht unsere aktuelle Position (Gott bewahre), sondern eine zeitliche Simulation eines möglichen "hoffentlich nicht Szenarios". Es soll darstellen, was ich zuvor meinte als ich "das will keiner" sagte. Übrigends dieser lila Knödel wird unser Wetter die nächsten Tage in Europa bestimmen wollen. Lazy Larry !

Wenns läuft, dann läufts eben ...

Freitag, 10 September 2021 07:04

So lazy ist Larry gar nicht

Donnerstag

Nachdem Warten zum Programm wurde, haben wir heute spät und gut gefrühstückt. Wie der Wetterbericht vorhersagte wird es sich im Laufe des Vormittags eintrüben. Das hat es auch gemacht ... und zwar binnen weniger Minuten gings von sonnig über bewölkt in einen heftigen Wolkenbruch über. Das mit Mash bestückte Cockpit wurde schnell noch mit dichten Wänden zugemacht und schon gings los.

 

Das aktuelle Entertainment-Programm unseres Wetters verdanken wir Hurricane Larry der aktuell auf den Bermudas vorbeischauen möchte. Seine Vorhut kündigt sich bei uns an. Er selbst - oder was dann davon noch übrig ist - soll uns kommende Woche besuchen. Laut Wetterbericht geht sein Besuch mit westlichen Winden ( Südseite des Tiefs ) bis Ende nächster Woche. Danach setzt sich der "Hausherr" das Azorenhoch langsam wieder durch. Mit diesen Aussichten - derzeit ohnehin nicht fahren zu können - wartet es sichs viel entspannter.

 

Das heutige Wolkenbruch-Spektakel dauerte 20 Minuten. Der Rest des Tages blieb dann trocken und sonnig. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei der Firma Lewmar für die durchweg undichten Luken bedanken. Bei ausnahmslos allen Luken tropfen die Scharniere. Bei manchen auch die Riegel. Das macht dem Fensterprogramm "Ocean" alle Ehre. Wir überlegten uns, ob wir das möglicherweise falsch verstanden hätten, ob Lewmar die Luken deswegen "Ocean" nennt, weil sie für diesen Zweck ungeeignet sind. Hätten wir vielleicht die Modellreihe "Indoor" nehmen sollen :-) oder war nur die Übersetzung dieses britischen Qualitätsproduktes der Fehler ? Diese Luken werden wir auch noch dicht bekommen ... im Laufe der Zeit. Andererseits ist es sehr ärgerlich wenn man nennenswert viel Geld an eine Firma bezahlt, die eine solche Glanzleistung abliefert. Es war es uns daher ein Vergnügen, die Firma Lewmar in unsere Empfehlungsliste der vermeidbaren Produkte aufzunehmen: unsere VUP Liste.

Bei einem schönen Fussmarsch haben wir - so meinen wir - die letzten uns unbekannten Viertel Dünkirchens auch noch erkundet. Nachdem Ralphs HP Netzteil abgeraucht ist, hat er sich dort gleich ein neues und leistungfähigeres Netzteil zugelegt. Obligatorischer Besuch in einem Kaffee und dann zurück zum Schiff. Abendessen ruft !

Zurück am Schiff war alles in Ordnung. Dicht von oben und unten, keine Alarmmeldungen, ... was für ein Zustand. Unsere Basteleien der letzten Tage scheinen sich auszuzahlen. Die BELUGA schnurrt wie ein Kätzchen und läuft zwischenzeitlich völlig fehlerfrei und durch Sabines Tuning-Massnahmen sehr funktionell. Selbst unser Bordweb (Raspberry Pi 4) scheint seinen Dienst wieder klaglos zu verrichten. Ich hab nach meinem Aufruf der Hilfe von seeehr vielen Menschen sehr gute Anregungen bekommen.Vielen Dank an alle Supporter !

Ich bin (fast) allen Tipps nachgegangen und habe folgendes festgestellt:

  • Ausgangspunkt
    • Wir betreiben ein Bordnetzwerk.
    • Hierfür gibt es einen Zugangspunkt, welcher via http:// sehr schlechte Antwortzeiten lieferte
    • Dahinter steckt ein Raspberry Pi4 (RPi 4) mit ...
    • ... SAMBA Server mit MySQL und WEB Services
    • ... 4TB Festplatte über USB3 mit SAMBA Freigaben
    • dieser Server verliert ca. 20% der PING Pakete (no response / timeout)
    • daher ist die Response der WEB Services bei bis zu 20sec (eher Lieferfrist als Antwortzeit)
  • Der Raspberry Pi 4 braucht einiges mehr an Energie als sein Vorgänger (RPi 3B+)
    • offiziell verbraucht der RPi4 2,4A bei 5,2V
    • ich gehe bei Last allerdings von etwas mehr (2,8-3A) aus
  • Das USB Netzteil aus Amazons asiatischer Glückskeks-Abteilung (3A) scheint immer am Limit gearbeitet zu haben
    • offiziell war das Limit 5,2V bei 3A
    • ich denke bei 3A Leistungsanforderung bleiben vielleicht noch 4,8V übrig, was nur bei bei asiatischer Glückskeks-Auslegung ausreicht
    • das original Raspberry 230V-Netzteil des RPi3 funktionierte bei der Entwicklung völlig problemlos
  • Nachdem ich den Chinakracher gegen ein an Bord vorhandenes Produkt (8A) austauschte gings besser
  • Beim angeschlossenen Custard Pi Relaisboard die Stromversorgung getrennt
    • Relaisboard und RPi haben nun eigene Stromversorgungen
    • Die Relais zu halten sollte der Chinakracher ganz gut hinbekommen
  • Anschliessend den Überwachungsservice (WatchDog) gestoppt
    • Dieser überwacht RPi CPU-Temp und schaltet Lüfter AN/AUS
    • Nach Stopp ist eine deutliche Verbesserung eingetreten !

Seit dem Stop des WatchDog Service sind nur noch selten Drops von IP Paketen (ping) zu erkennen. Zwischenzeitlich ist eine 20minütige PUTTY Session wieder ohne Abbruch möglich. Ich vermute dass der WatchDog kurzeitig soviel Leistung forderte, dass der Chinakracher mit Energienachschub überfordert war. Aufgrund der Architektur wirken sich Spannungsschwankungen beim RPi vorallem auf Netzadapter und USB-Interface aus. So erkläre ich zumindest die vielen IP-Drops. So lazy ist auch dieser Larry zwischenzeitlich nicht mehr, da zwischenzeitlich weniger Leistungsanforderung bei mehr Netzteil-Leistung. Das scheint deutlich besser zu laufen.

Meine Empfehlung an die Beeren-Entwickler wäre: Bei der ansprechenden Leistung des RPi4 sollte hier entweder eine Anforderung mit mehr als 3A auf den Specs stehen oder wahlweise eine 12V Stromversorgung, dann kann der RPi4 aus dem Vollen schöpfen. Im Zusammenhang mit dem Erlebten werde ich die anderen 5 Beeren nochmals prüfen müssen. Ich werde berichten.

 

Donnerstag, 09 September 2021 08:40

... die unendliche Geschichte (Part 1)

Mittwoch

Heute ist ein extrem wichtigerTag: Unser Enkel Tizi, der mit uns bis Dunkerque segelte, hat heute seinen 17ten Geburtstag. Da müssen wir als erste Handlung des Tages gratulieren. Was wir dann per Video mit viel Freude machen ! In diesem Videonat war auch sein jüngerer Bruder Emilio zu sehen. Mundbewegungen aber kein Ton. Ist die Verbindung eingebrochen ? NEIN, scherzhaft stelllen wir fest, dass Tizi zwischenzeitlich die Mute Taste bei seinem Bruder gefunden hat. Doch nach wenigen Sekunden legt das Energiebündel Emilio wieder in alter Gewohnheit los. War ne echt gute Idee um die Grosseltern auf diese Art aufs Glatteis zu führen !

So machen wir uns heute über die tausend Kleinigkeiten her, welche wir noch machen wollen. In gewohnter "Bordhektik": Nicht ohne gutes und ausgiebiges Frühstück mit einem kleinen "Besprechnungskäffchen" und anschliessendem "Nun gehts los"-Käffchen. Stress pur eben !

Wasserspiele mit dem Watermaker

Die Membranen des AquaTec Watermakers sind seit der Lieferung konserviert und halten in diesem Zustand recht lange durch - solange sie nicht austrocknen. Diesen Zustand haben wir maximal in die Länge gezogen indem wir die Membranen so lang als möglich verschlossen hielten, müssen die Membranen nach Inbetriebnahme spätestens alle 2 Wochen gespült werden. Das wollten wir erst dann starten, wenn wir auf dem Schiff leben und keine längeren unbeaufsichtigten Liegezeiten anstehen. Deswegen: Einbau im Februar und Inbetriebnahme im August. Zwischenzeitlich brauchen wir ja auch mal Wasser für die Tanks. Den Funktionstest (ohne französisches Hafenwasser) haben wir heute gemacht. Frischwasser gibts hier in ausreichender Menge wenige Meter neben der BELUGA. Also einschalten, Trinkwasserzulauf öffnen und warten. Das Warten blieb kurz, schon spritzt der Seewasservorfilter. Sch... wer hat das installiert ?! Kleinlaut stelle ich fest: die Watermaker Installation ist vollständig von mir. Na dann wars ja gar nicht so schlimm :-) Wasserzulauf stop und Filter richtig zudrehen. Schon gehts weiter.
Erwartungsgemäss lecken die Feinfilter mit 20 und 5 mikron ebenfalls. Der Eine, weil er nur 2 Gewindegänge aufgesetzt war, der Andere weil nicht fest genug zugedreht. Aber alles kein Problem, sondern eher Anlaufprobleme die sich sehr schnell beheben lassen. Kurz drauf blubbert unser Auslass am Waschbecken - und nur der ! Hurra der Rest ist dicht. So lassen wir das System erstmal laufen, spülen und entlüften. Zeit für ein "war doch gar ncht so schlimm" Käffchen. Nach ca. 30 Minuten des Betriebes ausschliesslich mit der Förderpumpe waren die Blasen weg. Das System scheint nun entlüftet. Also die Hochdruckpumpe zuschalten um aus französischem Trinkwasser deutsches Trinkwasser zu machen. Kaum an steigt der Druck und steigt und steigt ... am Druckregler war nichts aufzuhalten ... plötzlich ein lauter Knall ! Ein Schlauch war geplatzt ! Nur welcher ? Die Suche ergab, dass der Zulauf zur Konservierung das Problem war. Dort sollte jedoch das Wasser gar nicht hin ???
Des Rätsels Lösung war ein falsch beschrifteter 3-Wege Hahn für die Brine (Abwasser). Wer hat das nochmal installiert ? ... kaum den Hahn umgestellt (PS: auch die Beschriftung :-) ) schon gehts wieder. Das deutsche Wasser sprudelt munter aus dem Kontrollauslauf des Waschbeckens und das französische (Brine) geht aussenbords - so solls sein ! Den Druck noch ein bisschen höher und unser Druckwasserpumpe hört nicht mehr auf zu förden. 19-30 l/min bestes Trinkwasser laufen durch die Anlage in die Nordsee. Und das weitere 30 Minuten lang. Man könnte hier von Verschwendung reden, wenn man nicht wüsste was das Konservierungsmittel anrichtet: Mindestens einen Dünnpfiff der allerfeinsten Sorte ! Daher lieber einmalig ein bisschen "Verschwenden" und dafür nachhaltig ein sauberes System, das feinstes Trinkwasser produziert.

Man sollte meinen ein Segelboot kann auch ohne ...

Sicherlich hast Du beim Lesen des Titels festgestellt, dass eine unendliche Geschichte nicht unterteilt werden kann. Deshalb macht ein Part1 einer unendlichen Geschichte gar keinen Sinn. Apropos gar kein Sinn: Auch Douglas Adams hat fünf Teile in einer Trilogie "Per Anhalter durch die Galaxis" veröffentlicht auch dieses Werk macht keinen Sinn. Auch YANMAR hatte bislang das Zeug für lange literarische Ergüsse ohne Sinn=>Wirkungsgrad. Nachdem wir gestern einen Lichtblick in Sachen Getriebelieferzeit und -einbau hatten, wird dieser sinnhafte Lichtblick heute nochmals bestätigt. YANMAR antwortet auf meine Frage wie lange es denn dauern kann, mit der Mail: "... binnen einer Woche ...". Das hört sich doch mal besser an als das "... kann ich nicht sagen ..." der letzten Wochen. Nun warten wir ab, wie lange eine YANMAR Woche gehen mag. "YANMAR Woche" was soll das denn sein ? Naja, sicher kennst Du die Microsoft Sekunde. Diese läuft, wenn Dein Dateimanager 30 Minuten lange statiert, dass er in ca. einer Sekunde fertig wäre. Zeit ist eben relativ :-) Auf See relativ kurz, an Land (speziell ohne Getriebe) kann die zeit seeeehr lang werden. Daher rufen wir die Heiligen der Stadt Dünkirchen an. Wenns hilft ...

Fortsetzung folgt ...

Montag

Meine empörte Mail vom Freitag hatte wohl Aufmerksamkeit im Hause YANMAR erzeugt. Binnen 90 Minuten wurden per Mail Getriebe-Diagnose, Vorgehen und -Lieferfristen (zwischen 7 und 23 Wochen) ausgetauscht. Diese Lieferzeiten wurde von YANMAR dann auch als unzumutbar angesehen. Na geht doch ...
Nach den gemachten Erfahrungen sind wir jedoch ein wenig skeptisch, ob dies nur ein Strohfeuer zur Erhellung der Kundenstimmung war ? Wir werden abwarten. Gelöst ist die ganze Geschichte erst, wenn die BELUGA wieder in der Lage ist zu fahren !

Dienstag

12:00 Noch immer keine Reaktion der Beteilgten. Gestern stürmische Mails, heute totale Flaute diesbezüglich.
14:00 So versuchen wir bei einem Besuch im Hause DB Moteur etwas rauszukriegen. Dort konnten wir erfahren dass YANMAR derzeit ein Getriebe sucht, welches schnellstens zu DB Moteur geliefert werden kann. Mehr wüssten sie aber auch (noch) nicht ! Leider ! Kaum das Gebäude verlassen vibriert mein Handy. Eine Mail von YANMAR und eine der Yachtwerft gehen (fast) gleichzeitig ein. YANMAR erklärt, dass ein Getriebe im Hause YANMAR France vorrätig sei. Dieses sei bereits bestellt und würde im Laufe des Tages an DB Moteur versendet.

Na geht doch so langsam .... Skepsis bleibt, aber Hoffnung keimt :-) Wir haben einfach keine Lust auf Weihnachten in Dünkirchen, so schön das auch sein mag ...

Freitag

Am heutigen Freitag wollte sich die Yachtwerft melden wie's weiter geht. Gegen Mittag habe ich dann eine Mail (alle anderen Kanäle waren bereits ohne Erfolg) losgeschickt mit der Bitte sich bis spätestens 16:00 zu melden. In Sachen Kommunikation scheinen sowohl die deutsche als auch die französische Partei noch ein wenig Verbesserungspotential zu haben. Um 15:59 erhielten wir dann eine Mail von der Yachtwerft. Inhalt in Kurzform: Wir haben die Wahl zwischen 7 Wochen für Ersatzteile oder 23 Wochen für ein neues Getriebe zu warten, weil DB Moteur die Teile angeblich nicht schneller geliefert bekommt ! Diesen Kundenservice können wir echt weiterempfehlen :-( Danke YANMAR !

Bislang waren die Kosten eines neuen Getriebes (~2K€) immer ein Argument der Yachtwerft keine unnötigen Reparaturen zu machen, da alleine der Arbeitsaufwand die Neuanschaffung übersteigen könnte. Daher stehen sie (so die Aussage am Tel) parat im Notfall ein neues Getriebe in den Kofferraum zu packen und mitsamt einem Techniker hierher zu fahren. Nun, da es soweit zu sein scheint, entwickelt sich das offensichtich zu einem Lippenbekenntnis. Ein neues Getriebe dauert 10 Tage bis Glückstadt, und muss von dort dann durch die Yachtwerft nach Dünkirchen gesendet werden. Also weitere 20 Tage mindestens ! Aber nur, wenn DB Moteur bestätigt, dass das Getriebe getauscht werden muss und und und ...

Da unsere Antriebswelle ohne Getriebe lose im Maschineraum hängt (mit Gurten verklemmt, aber nicht dauerhaft sicher) besteht die Gefahr dass nach Abrutschen der Rumpfabdichtung (=Stopfbuchse) Wasser in grosser Menge ins Schiff kommt. Das bedeutet für uns, wir müssen diese Situation sehr engmaschig kontrollieren. Tag und auch Nachts. Ich hatte der Yachtwerft daher mitgeteilt, dass sich nicht bereit bin die nächsten 2 bis 23 Wochen eine "Stopbuchsenwache" durchzuhalten. Daher muss das Schiff beim vorgeschlagenen Zeitplan an Land - oder aber der Zeitplan ändert sich ... und zwar schnell. Ich gehe davon aus, dass eine, unter diesen Umständen notwendige, französische Kranaktion weit mehr als ein Getriebe finanzieren könnte. Abgesehen von den Folgekosten eines Standplatzes .... by the way: Wir haben immer noch das Problem einer unerfindlichen Alarmmeldung der Maschine. Dauert diese Aktion dann nochmals 23 Wochen ?

Auf diesen Schreck gabs Abends einen Schluck leckeren französischen Weisswein. Gemeinsam mit deutschen Umliegern im Cockpit der BELUGA. Als sich einer der Teilnehmer sehr interessiert an unserer Story zeigte, fand ich heraus, dass er sehr enge Verbindungen zur Redaktion der Zeitschrift YACHT hat. Gerne erzähle ich dieser Zeitschrift welch grandiosen Service ein YANMAR Kunde mit einem weltweiten Servicenetz erleben darf und (hoffentlich nicht) noch erleben wird. Wir beschliessen in Kontakt zu bleiben ...

Fortsetzung folgt ...

 

 

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