Ralph Baumann

Ralph Baumann

Mittwoch, 06 Oktober 2021 12:02

Die BELUGA wieder on Tour ...

Mittwoch

Heute dreht der Wind nochmals richtig auf und zeigt was er kann ... und der kann echt was ! Über 40kn Wind im Hafen, in Böen auch gerne deutlich mehr. Aufgrund der Schräglage und des Einruckens gehen die ersten ungesicherten Schubladen auf. Aber kein Problem, die wichtigsten Schubladen wurden bereits vor Wochen von "Hausmeister Krause" verstärkt und die Sicherungen halten mehr als gut. Insiderwitz: Selbst der Thermomix bleibt wo er ist: In der Schublade :-)

Die heutigen Wetterprognosen sagen teilweise weniger Wind an, als dies gestern noch der Fall war. Zumindest über die Richtung sind sich die Prognosen einig: N bis NE. Idealer Wind für unsere Strecke. Das bedeutet für uns der Abfahrttermin bleibt auf Freitag morgen. Sicherheitshalber vollgetankt. Für uns bedeutet das, wir können die BELLUGA seefest machen. Maschinenraum wieder einräumen, Zeug wegstauen, letzte Wäsche waschen etc, etc ...

Donnerstag

Die BELUGA wird bereit gemacht für die Abreise morgen früh. Freitag 08:00 ist noch immer der Plan. Die Windstärke wird etwas besser vorhergesagt als gestern noch. Da wir noch einiges kontrollieren, korrigieren , stauen und abfahrbereit machen wollen fangen wir bereits heute damit an. Sabine macht noch "nen Kessel Buntes". Ralph kontrolliert die Dieselfilter, die Ölstände, dichtet den Ankerkasten erneut ab, Frischwasser auffüllen, ... eben was man so macht bevor man losfährt. Das Ganze geht - in bewährt entspannter Vorgehensweise - bis ca. 16:00. Dann nochmals in die Stadt. Brot kaufen, Gemüse und auch zum Metzger. Danach ins Kaffee um "au revoir" zu sagen. Vom YANMAR Service Dealer (pardon: Angelshop) verabschieden wir uns lieber nicht. Abfahrt ist also vorbereitet! Morgen früh dann losmachen, tanken und raus hier. Im englischen Kanal soll uns anfänglich eher sehr wenig Wind begegenen. Ab Freitag Nachmittag sagen die Prognosen dann bis durch die Biskaya sehr guten segelbarem raumen bis halbem Wind voraus.

Am Ziel in Spanien (ja nach unserer Verfassung ist A Coruna oder Vigo als Ziel geplant) erwarten uns dann Begegnungen mit Orcas in Spanien und Portugalhoffentlich nur freundliche Orcas. Bei unserem Bootsnamen sollten wir davon ausgehen dürfen :-) Bist Du interessiert an weiteren Informationen zu den aktuellen Orca Attacken vor der spanischen und portugiesischen Küste, dann klicke hier. Dieser Link bringt Dich auf die Seite der spanischen Walforscher, die diesem Thema derzeit zum Schutz von Mensch und Tier mit hohem Aufwand nachgehen.

Der Abend klingt bei einem schönen Essen in einem der umliegenden Restaurants aus. Gibt nicht sehr viele gute Restaurants, aber dennoch einige davon haben wir gefunden. Hat auch seine Vorteile wenn man länger an einem Ort bleibt. Allerdings wirds in Dünkirchen schon seeehr mächtig Herbst. Nachts ist die Standheizung Gold wert. Tagsüber gehts dann grad noch so. Ausser es weht so gewaltig, wie es das gestern tat. Heute ist de Nordsee wie geölt - spiegelglatt. Eigentlich wollten wir am Donnerstag 22:00 losfahren. Wäre jedoch ne Dieselstrecke geworden. Immer vor dem Windfeld herdieseln. An dieser Stelle sind wir dankbar auf die Empfehlung der WetterWelt gehört zu haben und erst am Freitag früh zu fahren.

Wir verabschieden uns zunächst mal für ein paar Tage. Wir rechnen mit 6-7 Tage für die ca. 700 Seemeilen. Mit dem Christbaum in Dünkirchen scheint es daher nichts mehr zu werden. Zum Glück ! Auf See ist bloggen nicht möglich. Sobald wir jedoch wieder an Land sind, werden wir über die gesamte Reise berichten. Es bleibt spannend ... und ihr bleibt uns hoffentlich gewogen :-)

Frei nach "Hannes und der Bürgermeister" : Bis bald an dieser Stelle mit Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle !

Der Orca Flüsterer

Sehenswerte Bilder mit einem Ranger der sich Orcas zu Freunden gemacht hat.

 

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Mittwoch, 06 Oktober 2021 10:58

Clearance for Take Off

Montag

Unsere BELUGA rennt wieder wie ne Eins. Nun bereiten wir unsere Abfahrt vor. Offensichtlich benötigen wir schliesslich doch keinen Christbaum in Dünkirchen. Sabines Bruder wollte uns für diesen Fall einen Oberschwäbischen Christbaum nach Dünkirchen schicken, wenns denn nötig würde :-) meinte er in einem Telefonat. Vielen Dank fürs Angebot, aber uns wäre ein Christbaum auf den Kanaren lieber, zur Not auch einen spanischen :-)

Laut aktueller Wetterprgnose könnten wir frühestens am Mittwoche Nacht (gegen 22:00) losfahren. Dann hätten wir noch ein paar Stunden moderaten Gegenwind und am Donnerstag vormittag dreht der Wind auf NE bis E und schiebt uns durch den Kanal. Dennoch fragen wir um Hilfe bei der Suche nach einem Startfenster bei Wetterwelt an.

Wir proviantieren schonmal, solange das Wetter noch einigermassen trocken bleibt. Für unsere Überfahrt nach A Coruna rechnen wir mit 6 Tagen (~700NM). So lange sollten die Vorräte (Diesel, Wasser, Essen und Getränke) auch locker reichen. Trinkwasser können wir unterwegs mit dem Watermaker erzeugen. Beim Rest wirds ein wenig komplizierter, oder gibts ein "Sail'In" in der Biskaya ? :-)) Sieht man doch das "Restaurant zum goldenen Bogen" auch sonst an allen möglichen (und teilweise auch unmöglichen) Plätzen mit ihren Angeboten :-) Wir werden die Augen offen halten und berichten :-))

Ich habe beim Gang durch den Supermarkt entdecken dürfen, dass offensichtlich französische Männer in Sachen Blumengeschenke ähnliche Probleme haben wie die deutschen Männer. Hier gibt es Orchideen in der "Alzheimer" Version. Nicht nur am Valentinstag. Mein Französisch ist nocht besonders, aber ich hab die Beschriftung zumindest so interpretiert :-) Eine echt gute Idee ! In einem solchen Blumengeschenk stecken mindestens 2 Botschaften.

Zweimal (einmal Essen, einmal Getränke) mit schweren Schätzen beladen kehren wir zur BELUGA zurück. Freezer voll, Getränkekühler und -bilge voll. Bestens ! Also nichts wie nochmals los in unser Stammcaffee. Die Chefin fragte vor einigen Wochen "Ein Bier ?" und meine Antwort war "What else !". Da sie kein Englisch spricht kam eine lebhafte Diskussion mit den anwesenden Franzosen auf, was "What else" auf französisch heissen mag ? "Quoi dotre" war die einhellige Übersetzung. Daher auch heute auf  heute wieder auf ihr fragendes Gesicht "Quoi dotre". Zwischenzeitlich der running Gag in "unserem" Kaffee. Sabine und ich sind die "Quoi dotres". Was bedeutet: Einmal Caffee creme und ein grosses Pelforth Bier.

Dienstag

Heute ist recht ungemütlich. Knapp 30kn Wind von achtern. Beim Segeln gar nicht so schlecht, ist das im Hafen recht ungemütlich. Hier kommt sogar Welle im Hafen auf. Der Wind frischt im Laufe des Tages auf ... und zwar mächtig ! Die Nacht wird eher unruhig. Ab und an quitschen Festmacherleinen, rucken heftig ein und die von achter anlaufende Welle klatscht teilweise sehr heftig direkt unter unserer Koje  unters Heck. Schlafen mal anders. Gegen 03:00 wirds ein wenig ruhiger. Der Wind flaut von über 40kn auf leicht unter 30kn ab. Da sich die Windrichtung dreht, rucken die Leinen nicht mehr ein. Alles palletti.

Laut heutiger Wetterprgnose könnten wir frühestens am Donnerstag abend losfahren, da der W-Wind noch länger anhält als gestern vorher gesagt. Die Empfehlung der Wetterwelt war es am Freitag zu fahren, dann hätten wir weniger Flaute und könnten die gsamte Strecke gut durchsegeln. Allerdings unterscheiden sich die Wetterprognosen diesbezüglich noch ein wenig. Wir beschliessen der Wetterwelt mehr zu vertrauen als anderen und verlegen unsere Abfahrt auf Freitag früh 08:00. Das teilen wir der Wetterwelt auch so mit und lassen uns eine ausführliche Beratung zukommen.

Wie man eine Slipanlage und einen Portalkran kombinieren kann, durften wir im Hafen begutachten. Von 2h vor HW bis 2h nach HW wird gekrant. Maximal 2mtr Tiefgang. Das Schiff fährt, was der Tiefgang hergibt und der Kran versenkt sich soweit möglich (daher max. 2mtr). Anschliessend Gurte hoch und nach oben und rückwärts aus dem Wasser fahren. Der Kranoperator versenkt den Kran bis er (fast) nasse Füsse bekommt. Einfach und dennoch wirkungsvoll. Scheint auch wegen der bei Ebbe abtrocknenden Algen keine rutschige Fahrbahn zu sein. Ich kann mir bei deutschen Abnahmebehörden / BG's eine solch pragmatische Möglichkeit allerdings nicht mehr vorstellen. Aber so gehts wohl seit Jahren. Die fortwährenden Kranaktionen zeigen dennoch deutlich: Es ist Herbst in Dünkirchen !

 

 

Samstag, 02 Oktober 2021 15:37

Die unendliche Geschichte (Finale)

Mittwoch

Wie angesagt erscheint der Monteur. Kaum haben wir das halbe Schiff zerlegt, schon sind die neuen Schaltzüge drin. Danach werden die Züge justiert und schon steigt die Spannung ins nahezu Unermessliche ! Ist nun wieder alles gut ? Antwort: NEIN. Die neuen Züge haben zwar eine wenig leichtgängigere Schaltung erzeugt, die Gänge werden nun auch einigermassen eingelegt (so hatten wir das in Glückstadt auch schon mehrfach hinbekommen) aber das Zusammenspiel der beiden Steuerungen und Gänge einzulegen klappt noch immer wie vorher. Mal gehts, mal nicht - Status Quo des alten Getriebes mit den alten Zügen erfolgreich erreicht .-) Daran scheint es wohl nicht gelegen zu haben.

Donnerstag

Sabines GeburtstagskuchenNachdem wir Anfang des Monats unseren 40ten Hochzeitstag im schönen Dünkirchen feiern durften, feiere ich heute mit Sabine gemeinsam ihren 60ten ! Herzlichen Glückwunsch. Den hatten wir auf den Azoren geplant zu feiern. Gemeinsam mit Tina und Markus. Leider konnte das Dank unseres Getriebedisasters nicht stattfinden. Wir schaffen es auch zu zweit ein würdiges Fest draus machen. Seit heute habe ich ein "Sweet little Sixty" an meiner Seite ... und bin sehr stolz drauf mit dieser Frau all die vergangenen ... und hoffentlich noch viele künftige ... Jahre erleben zu dürfen !

HAPPY BIRTHDAY Sabine !

Freitag

Regen, Regen, Regen ...

Ralph nutzt die Zeit seinen "Hausmeister Krause" Aufgaben nachzukommen. Bei dem zu erwartenden Wetter und der Strecke: Heizung reinigen. Brauchte unsere WEBSATO bislang ein wenig häufiger als alle anderen. Verrusste bislang recht ordernlich. Heute ? Nachdem Ralph diese Aufgabe vor einigen Monaten bei deutlich negativen Minusgraden wöchentlich üben durfte gehts auch recht flott. Grosse Verwunderung. Die Steuerung der Heizung scheint deutliche Verbesserung gebracht zu haben. Keine nennenswerte Verrussung mehr im Brennraum ! So solls sein. Vielen Dank an dieser Stelle an die Firma Schlüter & Söhne. Die sehr hilfreichen Tipps über die Eigenarten dieser Heizung habe ich in meiner Steuerung berücksichtigt. Bei der Gelegenheit auch gleich den Dieselfilter gewechselt und schon wirds wieder mollig warm in der BELUGA.

Ausreichend Zeit und mollige Bedingungen um unser Iridium Telefon in Betrieb zu nehmen. Telefon geht schon länger, aber Wetterdaten und Mailservice muss noch eingerichtet werden. Kaum 10GB Anleitungen runtergeladen und gelesen, schon kann man anfangen. Ich mache nun schon länger IT und alles was ich hier sehe und lese kommt mir sehr bekannt vor. Vorallem aus den 80er und 90er Jahren. Nur die Stecker sind neu. Alles USB. Allerdings die guten alten, welche seit mehreren Jahren kaum mehr zu finden sind. Dennoch stelle ich fest, dass "Dino-Kenntnisse" auch von Vorteil sind. Wer serielle Kommunikation (9-pol D-Sub Stecker) kennt, fühlt sich bei iRIDIUM gleich zu Hause. Treiber hier und Update da, schon gehts los. Mit der rasenden Geschwindigkeit eines Akkustikkopplers. Eben wie in den 90ern. Ich bin überrascht, dass Windows 10 damit klar kommt. Gegen 18:00 gehts dann ! Zur Belohnung bereitet Sabine Spaghetti "Vorarlberg" zu. Mit Käse-Sahnesosse aus Zwiebel und Rasskäse ! Echt lecker !

Samstag

Es regnet auch heute bereits ab 09:00. Nicht viel aber dauerhaft. Das erste Jubeln des Tages betrifft den Wetterbericht. Es soll sich ab Mittwoch ein Hochdrucksystem aufbauen. Mit E bzw. NE Winden ! Whow dieses Hoch nehmen wir doch gerne mit ! Hoffentlich bleiben die Vorhersagen so. Sicher noch besser wäre, wenn das Wetter dann auch so wird, wie die Vorhersagen dies beschreiben. Wir würden uns sehr drüber freuen. Am Mittwoch früh starten, würde der Wind von hier bis A Coruna reichen. Dort würden wir dann am Montag ankommen. Dann wäre zumindest ein sehr grosser Stein von unserem Herzen gefallen. Wir wollen dies weiter im Auge behalten.

Dienstag, 28 September 2021 10:25

Die undendliche Geschichte (Part x-1)

Dienstag

Es wird Herbst in Frankreich. Seit gestern nachmittag läuft die Standheizung. Nachts springt die Heizung ein- oder auch zweimal an. Unter Tags eher nicht. Zwischenzeitlich scheint die Heizung - dank meiner Steuerung - auch zuverlässig zu schalten und zu laufen. Keine zigfachen AN/AUS Tiraden, welche die Heizung in der Vergangenheit stark verrussen liessen. Gestern stand der Wind mit 30kn und mehr genau auf den Auspuff. Das hatte ab und an die Folge, dass es nach Abgas roch. Vorallem im Cockpit, manchmal auch im Pilothouse. Je nachdem wo und wie stark die Böen einfallen. Ab und an war Lüften angesagt. Ging soweit jedoch ganz brauchbar. Auch wird das Trinkwasser deutlich wärmer, was Ralph zu einer sehr ausgiebigen heissen Dusche nutzen durfte.

Wegen meiner senilen Bettflucht hatte ich heute morgen Zeit gefunden mir was für diesen Fall der Geruchsbelästigung zu überlegen. Doch bevor ich eine aufwändige Konstruktion betreibe war erstmal ein Versuch angesagt. Also: Schätzeisen raus und Durchmesser des Auspuffs feststellen. Bei 55mm Aussendurchmesser war die Frage: "Wo finden wir an Bord gute DIY Teilchen für einen Prototypen ?" Antwort: "In der Kühlbox !"COLAMIN am Auspuff der BELUGA Standheizung
Eine unserer 0,33ml Coladosen passt (fast) genau drauf. Das bedeutet Opfer bringen: Kurzerhand eine solche Dose (Opfer=ohne Rumzusatz) leergemacht, zugesägt und geformt. So entstand unser neuer COLAMIN (Zusammensetzung aus "COLA" und "KAMIN"). Noch bevor Sabine das Frühstück servierte war der COLAMIN fertig. Also Heizung einschalten und ausprobieren. Der COLAMIN scheint bislang gut zu arbeiten. Durch entsprechende Drehung kann der COLAMIN auf die jeweilige Windrichtung eingestellt werden. Kein Geruch mehr im Cockpit und/oder Pilothouse, Löppt ! und, wie die Norddeutschen sagen, "Nicht fummeln wenns löppt !". So geht der COLAMIN auf die "Erprobungsstrecke". Bewährt sich die Konstruktion, dann werden wir uns jemanden suchen, der das Ganze aus massivem Edelstahl herstellt. Ein wenig formverändert und wahrscheinlich ohne Coca-Cola Aufdruck :-) "Bluewater means repairing your boat in exotic places" gilt anscheinend für schwäbische Tüftler umso mehr - auch wenn der "place" Dünkirchen nicht zwingend "exotic" sein mag. So bringen wir die BELUGA jeden Tag ein wenig näher zu unserer Perfektion.

Die MiniTransat ist in der Biskaya gestartet. Die WebSite beschreibt das Thema Wetter der Biskaya wie folgt:

Entstehung eines Sturmtiefs / Hurrikanes mit 89kn WindNach der Startverschiebung um einen Tag wegen einer durchziehenden Front wurde am Montag noch einmal um eineinhalb Stunden verschoben. „Die Teilnehmer werden bei Nordwest mit 18 bis 25 Knoten in See stechen. Der Wind lässt im Laufe des Nachmittags allmählich nach und stabilisiert sich am Abend auf etwa 15 Knoten“, erklärt Christian Dumard, der Meteorologe der Regatta. Anspruchsvoll wird es dann schnell: „Die Passage der Biskaya wird voraussichtlich nicht so einfach sein“, so Dumard.

Eine erste Front soll in der Nacht von Dienstag bis Mittwoch über das Feld hinwegziehen – 35 Knoten Wind und chaotische See erwarten die Mini-Segler dann. Anschließend gilt es, so Dumard, einen Winddreher nach Nordwesten zu nutzen, um einen südlicheren Kurs entlang der spanischen Küste zwischen Kap Ortegal und Kap Finisterre einzuschlagen.

Gut, dass wir als geduldige Skipper die Zeit haben auf unser Wetterfenster warten zu können. Wie ihr nebenstehendem Bild entnehmen könnt, ist vom N-Atlantik wieder ein Sturmtief unterwegs. Mit bis zu 89kn Windgeschwindigekit und Bergen von Wellen. Das lassen wir noch durch und dann gehts los :-)) hoffentlich !

Montag, 27 September 2021 15:18

Die undendliche Geschichte (Part x-2)

Sonntag

Kaum ist nach wochenlangem Warten auf den YANMAR Angelshop unser Getriebe drin, schon besuchen uns die Ex-Hurrikanes nach und nach. Heute haben wir die ersten Vorboten: Strahlend blauen Himmel und wunderschönes Wetter mit feuchtwarmer Luft. Moderate Winde aus der selben Richtung in welche wir fahren wollen. Losfahren ist also nicht sinnvoll. Ab Montag sollen die ersten Sturmtiefs im englischen Kanal eintreffen. Warten wirs also ab ! So haben wir heute Zeit genug uns um die Restlichen der tausend Kleinigkeiten auch noch zu kümmern. Watermaker spülen, Rückschlagventile einbauen, Scharniere nachziehen .... und last but not least auch noch ausreichend Zeit für ein Bierchen zwischendurch. Grosse Freude auf die zweite Nacht bei der ich endlich wieder durchschlafen kann ... und das mache ich auch ! Allerdings scheint der Wahlsonntag auch bis tief in die Nacht spannend genug erst spät damit zu beginnen.

Heute konnten wir auch den Druckschalter unserer DOMETIC Druckwasserpumpe reparieren. Der integrierte Druckschalter wollte die Pumpe nicht mehr einschalten. Mit wackeln gings manchmal, manchmal aber auch nicht. Jedoch wollte weder Sabine noch ich so duschen: eingeseift an der Pumpe wackeln :-)) Soweit musste es dann doch nicht kommen.
Wir haben für jeden der beiden Trinkwassertanks eine separate Pumpe. Also Pumpe umschalten und die defekt Pumpe ausbauen. Diesen Teil der Übung hatten wir bereits am Mittwoch erledigt. Der Grund des Ausfalls: Der Druckschalter soll im drucklosen Zustand den elektrischen Kontakt zwischen 12V Versorgung und dem Pumpenmotor einschalten (NC) und bei Erreichen des Zieldrucks wieder abschalten. Einschalten wollte unser Schalter allerdings nicht mehr. Also das Gehäuse des Druckschalters von der Pumpe abschrauben und begutachten a) woran das liegen kann und b) was da noch zu reparieren ist. Also gut, Druckschalter als Ersatzteil aus dem Dometic-Programm suchen. Nachdem diese Pumpe aus 2019 ist, gibt es dieses "veraltete" Pumpenmodell natürlich nicht mehr und daher gibt es für derart "alte" Pumpen auch keine Erstzteile mehr. Aber für den Vorzugspreis von 95€ (statt 150€) könnte ich das neue Modell erwerben. Das alte Modell fliegt halt dann raus, weil kaputt und auch schon soooo alt :-(( Soweit solls aber nicht kommen ! Ich will hierbei über Themen wie Nachhaltigkeit bei DOMETIC nicht nachdenken. Scheint das Marketing bereits gemacht zuhaben, das sollte ausreichen um ein grünes Mäntelchen zeigen zu können.

Den Druckschalter zerlegt trifft mich schier der Schlag! Die Schaltfunktion wird von einem Microschalter aus der Möbelindustrie bewältigt. Von wassergeschützt ist dieses Teilchen Lichtjahre entfernt. IP00 steht sogar drauf. Das bedeutet gegen nichts und niemanden geschützt. Sollte selbst DOMETIC lesen können. Es scheinen jedoch die Druckschalter aller Hersteller so gebaut. Die Druckschalter meiner 30 Jahr alten Trinkwasserpumpe war noch vergossen und geht bis heute noch wie ne Eins, obwohl damals keiner mit Nachhaltigkeit und grünen Mäntelchen geworben hatte. Ein Schelm wer hinter grünen Mäntelchen Böses vermutet.

Da ich diese Microschalter aus dem Möbelbau kenne, sollte ein Lieferant zu finden sein. Bei den üblichen Verdächtigen finde ich als Hersteller unter anderem auch die Firma "ZF". Nach meiner ZF-Getriebe Erfahrung suche ich mir einen Hersteller der möglichst nicht ZF heißt. Am Ende ist noch ein Getriebe drin :-) Ich finde allerdings bei Amazon denselben Schalter, den DOMETIC verbaut für 8€ pro 5 Stück. Da es sich hierbei voraussichtlich um Chinaprodukte handelt bestelle ich erstmal 10 Stück für ca. 16€. Am Samstag nachmittag zugestellt, war heute der Tag der Wahrheit. Eingebaut und geht sofort ! Von deutschen und/oder europäischen Produkten habe ich seit ZF Getrieben nachvollziehbar erstmal genug. Ich habe diese Qualitätsware "Made in Germany" derzeit eher als umetikettierte Chinaware zum vielfachen Preis, oder wie meine WEBASTO Heizung als gut beworbene aber undurchdachte Lösung für den 15fachen Preis (2500€ statt 170€) bei einem Bruchteil der Funktionen kennen gelernt. Nun können wir anhand unserer neuen günstigen Microschalter austesten wie sich diese Chinakracher schlagen. Wenn wir im Schnitt von einer Haltbarkeit von 1-1,5 Jahre pro Schalter ausgehen, sollte uns dieser Vorrat einmal rund um Amerika ausreichen :-) Wir werden berichten.

Montag

Heute langer "Bundestagswahl-Schlaf" ... also bis 08:00. Nach dem Frühstück kommt der angekündigte Besuch vorbei: Das erste Sturmtief ! Morgens mit Regen und danach mit Wind. Altes Sprichwort sagt: "Kommt erst der Regen, dann der Wind, reff die Segel ein geschwind". So kams dann auch: Wir liegen heute bei über 30kn Wind auf den Mors - zum Glück im Hafen. In Böen auch gerne mal bis knapp 40kn. Diesmal ohne spektakuläre Welle. Losfahren am vergangenen WoEnde wäre also kein guter Rat gewesen. Hatten wir auch nicht vor. Wir sind ja schliesslich geduldig ... geworden. Danke auf diesem Weg an unseren Lieblings-Angelshop :-((

Die Biskaya zeigt sich mit über 6mtr Welle als ein Seegebiet in dem man derzeit nicht unbedingt sein möchte. Leider müssen wir dort aber noch durch. Also weiterhin geduldiges Warten, nur diesmal auf das Wetter. Hätte die letzten 6 Wochen so schön sein können, aber hätte hätte Fahrradkette. Danke auf diesem Weg nochmals an unseren Lieblings-Angelshop :-(( Wir bauen auf die gute Wetterberatung der WetterWelt und das Glück der Fleissigen :-))
WetterWelt haben wir als frühesten Abfahrtstermin den 1. Oktober genannt. Dort sollten unsere Besucher dann alle vorerst mal durch sein ... bevor die Neuen kommen. Geduld muss man echt lernen wenn man aus einem beruflichen Umfeld kommt wie ich, in welchem Fehler und Verzögerungen nicht toleriert wurden. Wie ich von Bert, einem Segler der TransOcean, gelernt habe: "Ein geduldiger Skipper hat immer guten Wind". Also üben wir uns weiter in Geduld und warten auf gutes Wetter :-)) 

Gegen 14:00 sind die Wolken allesamt weggeblasen und Sonne scheint. Echt schön hier in Dünkirchen ... wir denken schon wieder über Christbäume in Dünkirchen nach und machen eine erste Einladungsliste fürs Fest. Unser Lieblings-Angelshop steht als Begünstigter ganz oben auf dieser Liste ! In der Sitzordnung zum Festmahl neben Lepra-, Pocken- und Pestkranken. Da wir nicht nachtragend sind, sollen doch alle was vom Fest der Freude haben :-)) Danke auf diesem Weg an unseren Lieblings-Angelshop :-((

Fortsetzung folgt ...

 

Freitag, 24 September 2021 11:46

... nicht schon wieder ein Licht ...

Freitag

Bei einem unserer zwischenzeitlich täglichen Besuche bei DB Moteurs erfuhren wir, dass im allerbesten Falle bereits heute nachmittag ein Monteur vorbeikommen könnte. Wenns ihm dann noch reicht. Ansonsten sicher am Samstag vormittag ab 09:00. Vor Wochen hätten wir über eine solche Nachricht gejubelt und uns sehr gefreut. Nachdem jedoch mehrere solcher oder ähnlicher Nachrichten ohne Bescheid bzw. Zu- oder Abzusagen sämtlich erfolglos verstrichen sind, können wir uns hier mit dem Jubel "zurückhalten". Im Gegenteil: Wir witzeln, dass es wahrscheinlicher wird einen Weihnachtsbaum in Dünkirchen kaufen zu müssen als dass ein solches Versprechen eintritt. Der YANMAR Europe "Angelsportverein" hat sich bislang durch Unglaubwürdigkeit und Unfähigkeit ausgezeichnet. Ist DB Moteurs etwas verlässlicher ? Seit mehr als einer Woche kommuniziert YANMAR gar nicht mehr mit uns. Was ich als konsequentes Handeln beschreiben würde: Kunde ist sauer, ein Missgeschick nach dem nächsten, worauf Kunde noch sauerer geworden, zwischenzeitlich mit Anwalt droht. Spätestens jetzt kann ich meine Talente als YANMAR Kundenservice beweisen: Kopf in den Sand und warten ! Ist das der gewünschte YANMAR Kundenservice ?

Aber wollen wir mal nicht so negativ sein und warten gespannt ab. Handelt es sich bei diesem Versprechen doch schliesslich um DB Moteurs. Die waren bislang einigermassen zuverlässig. Für den unwahrscheinlichen Fall dass tatsächlich bereits am Freitag Nachmittag ein Monteur vor dem Schiff steht, wollen wir nicht durch Abwesenheit glänzen. So beschliessen wir heute auf der BELUGA zu bleiben.

Samstag

Ein Wunder tritt ein ! Kurz nach 09:00 taucht jener Monteur auf, welcher das Getriebe bereits entnommen und befundet hatte. Mitsamt einem Getriebe, Werkzeug und Zubehör ! Whoow ! Auf DB Moteurs scheint Verlass zu sein. So beginnt der Monteur den Einbau des Getriebes und gegen 12:00 brummt auch unser YANMAR wieder. Ich zwicke mich, ob das nun nochmals ein Traum sein sollte ? Kaum wartet man 6 Wochen schon gehts ! Der Monteur bemerkte beim Vorbereiten, dass ein Motorfundament gar nicht angezogen war. Das hat er bei der Gelegenheit auch noch gleich korrigiert. Beim Einbau des Getriebes war der kritische Punkt beim Anflanschen der Welle ans Getriebe. Muss doch die Welle wieder ins Schiff gezogen werden, was die Wellen-Dichtung streckt und somit öffnet = undicht macht. Ein grosser Schluck des Atlantiks kommt ins Schiff und die Welle war auf dem Getriebe. Nachdem die Pumpen wieder schwiegen starten wir die Maschine. Gänge gehen rein und raus. Vorwärts wie Rückwärts. Grosse Freude im Hause BELUGA ! Das Licht schien tatsächlich das Ende des Tunnels gewesen zu sein.

Leider können wir wegen der Wetterverhältnisse in den kommenden Tagen denoch nicht ablegen. Wind aus West. Teilweise sogar mit über 30kn angesagt. In der Biskay mit über 5 mtr Welle! Das wollen wir uns nicht antun. Wir hatten gestern bereits Wetterberatung bei Wetterwelt beauftragt. Die werden uns sicherlich ein gutes Startfenster vorschlagen. Allerdings erst nach dem 1.10. solange braucht der Ex-Hurrikan bis er hier vorbeigezogen ist und solange bleiben wir noch hier ... und suchen Christbäume :-)

Nach diesem sehr erfreulichen Tage haben wir uns einen Ausflug nach Dünkirchen gegönnt. Dabei durften wir einer französischen "Anti-Corona" Demo beiwohnen. Ganze 40 verlorene Personen (max) versuchen mit Megafon und viel Trara auf sich aufmerksam zu machen. Die 3 begleitenden Polizisten machten einen eher gelangweilten Eindruck. Nach ca. 30 Minuten war das Trara vorbei. Ich lästere: Gleich kommt ein Bus und bringt die Leute zurück ins Heim :-)) Ein Bus kam und lud die Leute ein. Wohin er fuhr weiss ich nicht.

Na endlich die BELUGA ist wieder fahrbereit. Leider ca. 5 Wochen zu spät, denn das Wetter wird unsere nächste Aufgabe .. es bleibt spannend.

Fortsetzung folgt ....

Donnerstag, 23 September 2021 11:24

Mitja

Mija, an Bord der Inbegriff für "Murks"

Wir haben in den alten Logbüchern der Erstbesitzer vieles an interessanten Informationen und Details gefunden. Was sich wie ein roter Faden durchzog war Mitja. Er schien sowas wie der Bootsmann der damaligen "MARION" zu sein. Jedes Jahr im Herbst war nachzulesen, was unser Vorbesitzer an Aufgaben für Mitja hatte. Diese wurden über Winter durch Mitja ausgeführt und im Frühjahr stolz vorgezeigt. Im Laufe der Saison ist nachzulesen dass alle diese Aufgaben nicht richtig oder manchmal gar nicht ausgeführt wurden. So hatten die Besitzer der Marion die Notwendigkeit diese Aufgaben unterwegs bei Fachleuten erledigen zu lassen, oder teilweise selbst zu erledigen. Was auch erfolgreich passierte. Im Herbst gabs dann neue Aufgaben für Mitja und ... siehe oben !

Highlights aus unserer Mitja Kiste:

  • Klospülung geht nur, wenn zuvor die Navigationsinstrumente eingeschaltet wurden.
    Wir hassen "Stromdiebe", kleine Clipse mit denen man Leitungen anzapfen kann.
  • Membranpumpe repariert. Leider wurde die Membran vergessen einzusetzen.
    Pumpe entleert sich somit ins Schiff.
  • etc..

Aus diesem Grund haben wir das Wort "Mitja" als Inbegriff für Murks verwendet. Wir möchten uns im Voraus bei allen Menschen die diesen Namen tragen entschuldigen. Bei der Bordverwenndung des Wortes "Mitja" ist nicht der Namensträger sondern die Art der Ausführung gemeint. Auch wir selbst haben uns mehrfach ertappt "Mitja" zu sein.

Dienstag, 21 September 2021 19:21

Another day in Paradise ...

Dienstag

Paradise: Blick nach W auf die Industriekulisse11:00 Besuch bei DB Moteur dem YANMAR Händler und ZF Center. Getriebe ist immer noch da ! Hurra ! Aber leider keine Monteure, welche dieses einbauen können. DB Moteurs will sich melden, wenn sie heute Abend mit ihren Monteuren gesprochen haben. Unser Fazit in der zwischenzeitlich 6ten Woche in Dünkirchen: Sollte jemand der Leser über intensive Selbstfindung nachdenken, können wir ihm YANMAR wärmstens empfhehlen. Man hat hierbei die seltene Chance, ohne jeglichen störenden Kontakt zur Aussenwelt in unbekanntem Gebiet zu sich selbst zu finden. In tagelanger Stille und völliger Selbständigkeit darf man das YANAMR Netzwerk inkliusive lustiger Angelshops kennenlernen. Ein Erlebnis, das man micht jeden Tag geboten bekommt !

Heute mittag war "Essen wie Gott in Frankreich" angesagt. Wir haben ein sehr ruhiges Kaffee in Dünkirchen gefunden, welches auf dem Weg zwischen BELUGA und Bäcker liegt. Hatte bislang leider immer zu. Heute nun mal offen ! Da gehen wir heute Paradise: Blick nach S auf die Fischreiflotte, die morgens ab 03:00 lautstark agiertmal rein. Mittagskarte mit "Filet Mignon". Lecker ! Dazu gibts Fritten und Salat. Hört sich gut an ... war auch gut. Ich vermute allerdings, dass das Filet statt "Mignon" eher "Min Jung" hätte heissen sollen. Das Filet schien mehrfach die weisse Fahne gehoben zu haben und dem Koch zugerufen "Min Jung, Gnade, ich gebe auf !". In den heutigen Zeiten soll ja "gut durch" en vogue sein, aber sooo gut ? Wenn Gott das in Frankreich so haben will ! Der Rest war echt lecker, kann aber gegen unsere Bordküche nicht anstinken. Zumindest waren Sabine und ich uns darüber einig.

Mittwoch

Heute morgen um 07:30 steht ein Monteur vor dem Schiff. Mit Getriebe unterm Arm. Montiert das Getriebe, findet die Ursachen der anderen Fehler auf Anhieb und kann diese direkt beseitigen. Ersatzteile hatte er bereits alle dabei. Um 12:00 ist die BELUGA wieder abfahrtbereit ! Gerade wollte ich JUHU rufen, da bin ich aufgewacht. Das Ganze war leider nur ein Traum. Wenngleich ein schöner !

Bedrohlich Lage in der Pantry !

ALARM: Abfall in der Essenqualität der Bordküche ! Heute wollen wir Gemüse "sous vide" machen und dazu Garnelen nach mediteraner Art. Alles beim Händler in sehr guter Qualität eingekauft. Danach - natürlich - noch ein Käffchen in der Stadt. Das machte die Rückkehr ein wenig später als geplant. Alles sous vide verpacken und rein in den Topf. 45min bei 60° sollten sowhl für den Blumen- als auch für den Rosenkohl reichen. 10Min vor Schluss knurrten unsere Mägen derart, dass wir beschlossen an dieser Stelle sei das auch schon ausreichend. Ein verhängnisvoller Trugschluss ! Der Blumenkohl war sehr knackig und gerade so essbar, der Rosenkohl war eher "nicht mehr ganz roh". Von gegart war der Rosenkohl noch Lichjahre entfernt. Der Smut (Ralph) befürchtet, dass Gott mit den Franzosen aufholen könnte ! Bedrohlich Lage auf höchstem Niveau :-))

Fortsetzung folgt ...

 

Montag, 20 September 2021 10:16

... und täglich grüsst ....

Montag

Heute habe ich mit Anwälten telefoniert. Einige gute Telefonate dabei, aber auch Anwälte welche im Internet recht vollmundig Werbung machen, sich aber dann - warum auch immer - nicht mehr melden. Meine Erkenntnis: YANMAR ist überall. Um 15:00 bei unserem Hoffnungsträger DB Moteurs. Tatsächlich das Getriebe ist im Hause DB Moteurs. Bezahlung der Tauschaktion ist dank der Mail der Yachtwerft geklärt - YANMAR hat sich hier noch immer nicht diesbezüglich bei DB Moteurs gemeldet ! Das scheint sich noch immer durchzuziehen wie ein roter Faden: Recht markige Sprüche, grosse Versprechungen und weder Kompetenz noch Durchsetzungvermögen. Angelshop eben !

Ich habe DB Moteur gebeten bei der Einplanung des heute Nachmittag angekommenen Getriebes meine Situation (seit Wochen keinen durchgehenden Schlaf) zu berücksichtigen und diese Woche noch einzubauen und fertig zu machen. Morgen soll ich verständigt werden, wann genau der Einbau passieren soll. Wäre am Samstag gegen Mitternacht ein gutes Wetterfenster um bis Cherbourgh zu kommen. Diese Wetterfenster werden sehr schnell weniger. Durch die Biskaya wirds immer gefährlicher aufgrund der Herbststürme, welche durchziehen. Das scheint YANMAR ziemlich am A... vorbei zu gehen. Gehts doch "nur" um Kunden, die bereits bezahlt haben. Mein innerer "Reichsparteitag" der letzten beiden Wochen: Auf Nachfrage warum ich hier so lange liege habe ich bereitwillig von Kompetenz und Dursetzungfähigkeit der YANMAR Service Organisation erzählt, von Angelshops und verlässlichen Versprechungen. Mindestens 4 Schiffe (über 15 mtr), wobei 2 davon Motorboote mit mehr als 2x350PS, haben beschlossen die Re-Motorisierung im folgenden Winter mit VOLVO oder anderen zu machen. Das Theater wollen sie sich nicht antun. Nutzt mir zwar nichts, aber Rache ist dennoch süss. Der Wassersportmarkt ist eben ein Tratschmarkt. Mal kurz in Summe knapp ne halbe Million (Aussage der Eigner) an die Konkurrenz verschenkt. Gratuliere YANMAR, verdient "gewonnen" ! Ich jedenfalls mach gerne weiter "Werbung" für Euch !

Wie bereits erwähnt: Vertrieb=Umsatz, Service=Image. Verhältnis Umsatz:Image = 1:4.

Fortsetzung folgt ...

Samstag, 18 September 2021 19:55

Relax to the max

Samstag

Heute war, mangels Getriebe und anderen Dingen eher nicht viel los. Seeeeehr gemütliches Frühstück oder aber Brunch bis 13:00.Ein wunderbarer Tag meine Raspberry Pi Probleme nochmals anzugehen. Nach vielem Nachlesen habe ich die Kabel im verdacht. So verwende ich ein einstellbares  Netzteil, welches mir eine deustche Seglerin (Saskia) vor wenigen Tagen empfohlen und weitergegeben hatte. Echtes Teamwork unter Seglern. Alles einstellbar, Spannung und Strom bis max. 6A. Das sollte dem Raspi hoffentlich reichen. Alles aufgebaut, eingestellt und los gehts ... und siehe da, mein Raspi hat nur noch seeeehr seltene Drops. Und nur unter Last. Die CPU Spannung welche der Raspi so anzeigt steigt von 0,821V auf 0,8500V. Scheint auszureichen und rennt sogar mit USB Laufwerken problemlos.

Danach gehen wir mit dem Fahrrad auf Tour nach Dünkirchen. Brot kaufen und dann ins Kaffee. Dort trafen wir seit Tagen einen sehr netten Franzosen, der hier "zu hause" scheint. Dieser war in der Nacht zwischen Freitag und heute am Steg vor uns gelegen. Er lebt ebenfalls auf seinem Schiff. Wir hatten einen sehr netten Plausch und ich Angelunterricht. Heute trafen wir ihn wieder im Stammkaffee. Ein sehr herzliches Willkommen. Macht uns langsam Angst. Werden wir doch noch Weihnachten in Dünkirchen verbringen ?

Wenns schon nichts zu tun gibt, dann essen wir halt gut. Heute gabs einen seeehr leckeren Salat mit einem Nest aus Pilzen. Das ist lecker !! Mein Hausarzt empfahl mir eindringlich eine sogenannte Mittelmeerdiät. Diese werde ich heute besonders ernst nehmen und mir einen trockenen Weisswein dazu aufmachen. Diäten finde ich gut. Von manchen mache ich auch mal gerne mehrere, da ich von einer alleine nicht satt werde  :-))

 

Sonntag

Wegen aktuellem Bordstress sehen wir uns kaum in der Lage diesem standzuhalten :-)) Wir haben in unserer aktuellen Situation die Zeit genommen darüber nachzudenken was wäre, wenn wir noch im Berufsleben stehen würden und wenige Wochen Urlaub hätten. Wir gehen aktuell in die 6te Woche Liegezeit in Dünkirchen. mindestens 3 Wochen aufkosten der YANMAR Unorganisiertheit. Das würde mglw. bedeuten unbezahlten Urlaub nehmen zu müssen, weil YANMAR einen Angelshop beliefert ! Echt bitter ! Wir werden abwarten was der Anwalt rät. So beschliessen wir lieber ein üppiges Frühstück zu uns zu nehmen. Heute gibts "Pochiertes Ei auf einem Salzkartoffelnest". Schmeckt echt lecker, sättigt jedochganz ordentlich. Wenn schon seglerisch nix geht, dann wenigstens kulinarisch.

Aus lauter Verzweiflung hat Ralph die Kamera im Maschinenraum neu angebracht. So sehen wir künftig nicht nur graue Kisten, sondern auch unsere Instrumente , die Heizung und den Motor. Dies verlief zu seiner Überraschung sehr einfach und war deshalb schnell erledigt. Also kümmern wir us um die Trinkwasserpumpe des Bb Tanks, die seit Neuestem nicht mehr einschalten will. Kurzerhand demontiert zeigt sich das Problem: Der Mikroschalter der DOMETIC PP1217 scheint defekt. Er sollte normalerweise eingeschaltet sein, isser aber nicht. Wackeln hilft ... manchmal gehts. Diese Art der Schalter werden meines Wissens im Möbelbau verwendet und haben aus meiner Sicht mit Feuchtigkeit (IP00="Undicht") auf Dauer grosse Probleme. Die Installationsempfehlung sagt: Pumpemmotor kann horizontal oder vertikal, wenn aber vertikal, dann Motor nach oben ! Somit bedeutet dies: Schalter nach unten ! Wenn also irgendwelche Feuchtigkeit entsteht, kommt diese immer beim IP00-Schalter vorbei. Eine Frage der Zeit ... offensichtlich scheinen jedoch alle Hersteller (mglw. gibts da nur Einen "für alle") mit diesem "Leichtmatrosenschalter" zu arbeiten. Das Teilchen kostet weniger als 4€ und so überlegen wir uns gleich mehrere zusenden zu lassen. Anekdote am Rande: Auch ZF scheint diese Schalter herzustellen. Im Hinblick auf unsere Getriebeerfahrung haben wir Marquart Schalter ausgewählt.

Fortsetzung folgt wie immer ...

Freitag

Wir dürfen täglich neue Höhepunkte im Leben eines YANMAR Besitzers erleben ! So auch heute. Wir setzen uns um 16:00 aufs Fahrrad und düsen - vorbei am YANMAR Angelshop ... pardon: YANMAR Netzwerk - zu DB Moteurs um zu fragen wie es unserem Getriebe denn so geht. Haben wir ja bislang nichts gehört und fürchten einen Monteur, der unverhofft vor dem Schiff steht, keiner da und dann wieder geht. Bei DB Moteurs erklärt man uns, sie hätten die Bestätigung dass das Getriebe auf einem LKW der Firma TNT sei, aber angekommen sei das Ganze noch nicht. Tracking gäbs wohl auch nicht. Frühestens Montag ab 15:00 sei damit zu rechnen. Wir hoffen, dass es nicht im südlichen China einen weiteren Angelshop im YANMAR Netzwerk gibt. Bei diesem Verlauf ... wer weiss ?

Da diese Jungs von DB Moteurs so gar nichts dafür können halte ich mich mit Schreikrämpfen zurück und nehme das Ganz so zur Kennntnis. Wir wundern uns jedoch, warum eine Weltfirma wie YANMAR es nicht schafft, bei 6 Tagebn Versandverspätung dann eine Overnight Zustellung zu beauftragen. Sabine und Ich haben den Eindruck, dass ein YANMAR Kunde dieser Firma komplett am A..sch vorbei geht sobald er bestellt hat. Vielleicht sollte man YANMAR mitteilen was der Zusammenhang zwischen Umsatz und Image ist: Vrtrieb = Umsatz, Service = Image. Heute kein Service, Morgen kein Umsatz. Ein Aufstieg geht erfahrungsgemäss mühsam, der Fall geht deutlich schneller! Um kurz nach 18:00 geht meine Mail wie angekündigt an YANMAR und die Yachtwerft raus, dass ich ab Montag einen Anwalt einschalten werde um die weitere Vorgehensweise zu kommunizieren. Eine weitere gestohlende Woche und ein Kasperle Theater hoch 20 !

Ein solches Mass an Unfähigkeit haben wir echt noch nicht erlebt. Die schaffen es nicht mal nach 6 Tagen Versandverspätung (Freitag war von YANMAR Europe zugesagt. Mittwoch gings bei YANMAR France raus) eine Expresslieferung zu organsieren. Zum Glück geht das Getriebe nicht an den Angelshop .. pardon .. YANMAR Service Dealer ! Oder ?? Naja wissen kann man es bei den Profis nicht wirklich. Geschweige denn eine Info an den Kunden zu senden, dass sich was verspätet und wenn ja um wieviel. Was für ein leistungsfähiges YANMAR Netzwerk. Immer wieder ein Spass mit solchen Profis zu arbeiten !

PS: Erlebte Anekdote aus einem vereinten Europa: Wir hatten die Aufgabe eine vergessene Sonnebrille zum Bodensee zu schicken. Gut verpackt in einem wattierten Umschlag, welcher in ein kleines Päckchen gepackt wurde. Sabine hat sich dabei echt Mühe gegeben. Auf dem Postamt erfahren wir, dass man Päckchen in Frankreich ohne französische Wohnadresse jedoch nicht versenden kann. Welcome to Europe ! Also haben wir den wattierten Umschlag aus dem geschützen Päckchen rausgekramt. Eine französische Postlerin hat uns dabei liebevoll geholfen. Als sie den wattierten Umschlag sah, sagte sie: Das kann ich so wie es ist auch so verschicken - ohne Wohnadresse in Frankreich ?!? Beim nächsten Päckchen schreiben wir uns eine beliebige Adresse (Bäcker, Metzger, Hotel ...) auf und verwenden diese als einheimische Adresse. Kontrolliert wird das nämlich nicht. Was für ein Unsinn ! Welcome to Europe. Hauptsache, die Biegung der Bananen ist einheitlich !

Heute Brotzeit, zwei Viertel Rose und dann Bettenhausen und Federnball ! ... und somit beginnt ein weiteres völlig nutzloses YANMAR Wochenende in Dünkirchen. Wer einer Reise tut, der kann ewas erzählen. Wer einen YANMAR kauft geniesst Abenteuerurlaub und kann deutlich mehr erzählen ! 

Fortsetzung folgt ...

Freitag, 17 September 2021 12:01

Die Mischung machts ...

Donnerstag

Nachdem der Mittwoch ohne Rückmeldung verging haben wir am Donnerstag beschlossen das als solches benannte "YANMAR Netzwerk" (in unserem Fall NORD YACHTING) zu besuchen. Also: Hingeradelt und geklingelt ! Ein  sehr freundlicher Franzose öffnet. Er spricht fliessend englisch und erklärt uns, dass es sich bei NORD YACHT um einen Online-Angelshop handelt. Er habe seit Anfang des Jahres keine Mechaniker mehr und von einem Getriebe im Zulauf wisse er nichts. Er scheint über unsere Frage ebenso verblüfft, wie wir über seine Antwort ! Tri Tra Trallala der Kasperle ist wieder da ...

Da sich NORD YACHTING in unmittelbarer Nähe zu den bewährten DB Moteurs befindet beschliessen wir kurzerhand dort mal anzuklopfen. Dort wurde uns erklärt dass sie ein Lieferavis für unser Getriebe erhalten hätten. Dieses hat YANMAR France am Mittwoch (YANMAR Europe versicherte uns hoch und heilig den Versand am Montag) auf den Weg gebracht! Sobald das Getriebe bei ihnen sei, werden sie uns verständigen und schnellstmöglichen Einbau veranlassen. Was immer schnellstmöglich bedeutet ... allerdings zeichnete sich DB Moteurs bislang als kompetent und zuverlässig aus. Daher glauben wir Denen ein bisschen mehr als Anderen. Skepsis bleibt. Kurz vor Ende des Gesprächs wurde uns dann noch offeriert, dass es DB Moteurs nicht klar sei, wer diese Aktion zahlen wird und die Rechnung daher an uns gehen müsse. WAAAAAT ?
Liebes YANMAR Netzwerk: Wir lieben es mit Profis zu arbeiten ...

Nach Rücksprache mit der Yachtwerft haben diese sofort eine Kostenzusage an DB Moteurs gesendet. Ich sendete die Aufgaben, welche mit YANMAR bislang kommuniziert wurden. Diese Liste wurde sogar von YANMAR näher detailliert. In der Hoffnung dass DB Moteur für die gestellten 3 Aufgaben

  1. Getriebeeinbau und Inbetriebnahme
  2. Fehler "P0094" beheben
  3. Erwärmung des Diesels

eine Lösung finden, welche in weniger als 5 Wochen abgeschlossen werden kann. Mein Ultimatum gegen YANMAR läuft: Freitag 18:00 ! Wir finden uns in berühmter Gesellschaft mit Bill Murray: Und täglich grüßt das Murmeltier ...

So langsam tun wir uns schwer, dieses angeblich so leistungsfähige YANMAR Netzwerk (dieser Begriff stammt übrigens von YANMAR) noch einigermassen ernst zu nehmen. Wir sehen das Ganze eher als Kasperleverein an, bei dem die Linke nicht weiss was die Rechte tut. Eine leistungsfähige Mischung aus unorganisiert, arrogant und dilettantisch. Bei unserer Rückkehr erreicht uns eine Mail vom YANMAR "Kundendienst" in welchem erklärt wird, dass Murphys Law zugeschlagen habe ... ich erwiedere das Mail nicht mehr, die Zeit bis zum Ultimatum läuft ! Der Anwalt steht parat ...

So schliessen wir den Tag mit einer Einkaufsrunde bei unserem Gemüsehändler und Bäcker ab. Wir machen uns ausgiebig über YANMAR lustig und versuchen die Stimmung hoch zu halten. Am Abend geniesen wir eine sehr leckere Pilzpfanne mit Spätzle. Schliesslich sind wir ja Schwaben und welcher Schwabe braucht Nudeln ! Ein wunderschöner Sonnenuntergang bei 20°C schliesst unseren Tag versöhnlich ab.

So verabschieden wir den Tag mit einem "Tri Tra Trallala der Kasperle ist wieder da ..."

Fortsetzung folgt ...

Mittwoch, 15 September 2021 11:21

... ein Wechselbad der Gefühle

Dienstag

Aus gemachter Erfahrung meinere Berufsjahre verfasste ich frühmorgens eine Mail in der ich das am Montag Besprochene und vorallem das von mir Verstandene nochmals zusammengefasst habe. Diese Mail geht an YANMAR Service und Yachtwerft. Sabine und ich fahren gegen 16:00 zu DB Moteur um zu fragen ob den das Getriebe bereits geliefert wurde. Antwort: NEIN !
Anschliessend telefoniere ich mit der Yachtwerft ob es zu meiner Mail noch Fragen gibt. Dort durfte ich erfahren, dass YANMAR bereits eine Antwort schickte in welcher sie mein Verständnis des Telefonats von Montag kommentieren und korrigieren. Da mir diese Mail nicht bekannt war, leitete die Yachtwerft diese freudlicherweise an mich weiter. War auch sofort da. Bislang ist mir unklar warum das Original von YANMAR nie bei uns ankam. Ein Schelm wer Böses denkt ...

Unter anderem war hier zu lesen, dass nicht DB Moteur das Getriebe einbauen wird, sondern Nord Yachting. Häää, klang am TEL aber anders ? Dort war dann ebenfalls zu lesen, dass der Fehler "P0094" welcher im Telefonat noch problemlos auf den Kanaren behoben werden konnte weil angeblich unkritisch, unbedingt von Nord Yachting behoben werden muss ! Aha, doch nicht so unkritisch ? Sei angeblich ein Sensorfehler. Noch einer ? War doch der Öldruck beim Einbau bereits ein Sensorfehler ! Wird dieser Sensorfehler dann auch per Firmware(FW)-Upgrade behoben, wie dies in Glückstadt durch einen YANMAR Servicedealer bereits behoben wurde ? O-Ton: "Jetzt geht wahrscheinlich ! Nix mehr Fehler, weil Firmware neu !". Ich erkante sofort: Hier spricht geballte Erfahrung und Kompetenz. Als der YANMAR Experte mitteilte dass er eine Meldung beim Auslesen sah, diese aber nach der FW-Aktualisierung nicht mehr wiederfinde bin ich mir sicher: Hier sind echte Experten am Werk !

Die Klarstellung zu meiner Mail-Zusammenfassung lautete:

... I asked them to ship the gearbox directly to OUR service partner Nord Yachting in Dunkirk and they will install and adjust and teh gearbox should probably arrive on Wednesday. Do note that we are not able to control the shipment when we put this in hands of DHL.

Neben anderen Relativierungen war dann am Ende des Textes die Anmerkung zu finden ...

... As mentioned we are trying to get the boat ready but this is also depending on the availability of our service dealer. 

Meine Leseweise: YANMAR kann die Lieferung durch DHL nicht kontrollieren. Vielleicht sollten sie einfach mal bei AMAZON nachfragen wie's geht ? Andererseits beauftragen sie ausschliesslich IHRE Servicedealer. Soweit Verständlich. Jedoch WAS der Servicedealer draus macht und vorallem WANN, scheint in IHREM YANMAR Netzwerk nicht steuerbar. Auch hier dominert Erfahrung und Kompetenz ! Echte Experten zu erleben ist nicht immer ein Vergnügen :-(( ...

Zu diesem Zeitunkt ist mir dann der Kragen geplatzt ! Ich habe YANMAR und der Yachtwerft in einer Antwortmail mitgeteilt, ...

a) dass es mir Sch..egal ist WER das Getriebe einbaut und die Fehler beseitigt. Wenn YANMAR meint sie haben einen ausreichend kompetenten und verfügbaren Servicepartner, dann kann auch dieser die Aufgaben lösen. Hauptsache: Er löst die gestellten Aufgaben ALLE in der zugesagten Zeit (O-Ton am TEL: bis spätestens Freitag könnt ihr wieder los). Zugesagt wurde am Wochenende mit der BELUGA abfahrbereit zu sein !

b) wenn die BELUGA bis Freitag Nachmittag nicht in der Lage ist ihre Reise fortzustetzen, kann die Yachtwerft als deutscher Vertragspartner und YANMAR in Folge den Rest mit unserem Anwalt besprechen. Mglw läuft das dann auf Alternative 2 raus ? Jedenfalls hab ich die Schnauze voll von dieser Mischung aus LMAA, Unfähigkeit und Arroganz.

So bleibt die Spannung bis Freitag erhalten, ob derzeit die Lok oder der Ausgang am Ende des Tunnels auftaucht. Sollte mich jemand nach einer Empfehlung für eine neue Maschine fragen (und das tun einige hier am Steg) dann kommt bei meinen Antworten YANMAR als Empfehlung eher nicht vor - dieser name dient eher als Abschreckung ! YANMAR bewirbt sich gerade #1 Kandidat auf unserer VUP Liste zu werden. Noch vor WEBASTO und das soll was heissen. Da muss man sich "seinen besten Fähigkeiten entsprechend bemühen" :-)

Fortsetzung folgt ...

Montag, 13 September 2021 19:25

... schon wieder ein helles Licht

WoEnde

Nachdem die vergangene Woche dynamisch begonnen hatte und YANMAR innerhalb kurzer Zeit den Sachverhalt klärte und ein neues Getriebe organisierte passierte aus meiner Sicht danach erstaunlich wenig. Keine Versandnachricht, keine Einbautermin ??? Mein lieber Schorsch, ich glaub ich riech den Braten ....

Daher hatte ich am Sonntag gemeinsam mit Sabine unsere Optionen durchgedacht. Diese fasste ich dann in einer Mail an YANMAR und die Yachtwerft zusammen um Kosten, Termine und Maßnahmen der für uns sichtbaren Alternativen darzustellen. Zusammengefasst sehen wir folgende Alternativen:

  1. Wir segeln weiter benötigen aber Wettercoaching durch Wetterprofis der Wetterwelt in Kiel. Mussten wir doch die letzten 5 Wochen zuschauen, wie bestes Wetter ohne uns vorbei zieht. Zwischenzeitlich sind die Ex-Hurricanes auf dem Atlantik spürbar und wir müssen die Biskay queren.  Profiwetter braucht aber ca. 2 Wochen Vorbereitungs- und Analysezeit. Das bringt uns von Mitte September schon auf Anfang Oktber. Daher muss eine Entscheidung JETZT Fallen. Erst geduldig auf das Getriebe warten und danach zu planen schiebt die Reise durch die Biskaya dann auf Ende Oktober. Da möchte allerdings keiner mehr freiwilig durch die Biskaya.
    Eine Enstcheidung muss aus diesen genannten Zeitgründen daher kommende Woche (15.9.2021) fallen !
  2. Wenn der 15.9.2021 noch kein Getriebe bringen sollte, dann werden wir eine Verlegung der BELUGA an Land veranlassen. Dort bleibt sie dann bis Ende März, wenn die Biskaya wieder ungefährdet gequert werden kann. Sabine und ich werden dann im Hotel wohnen, da der Aufenthalt auf sogeannten "a sec" Schiffen nur für Arbeiten am Schiff jedoh nicht zum Wohnen erlaubt ist. By the way: Auf hiesigen Stand-Plätzen wohnt keiner freiwillig.  Das scheint die zweifelsfrei teuerste der beiden Alternativen und auch diejenige welche wir am wenigsten bevorzugen. Aber ....

So haben wir unsere Erkenntnisse YANMAR und der Yachtwerft am Sonntag per Mail zukommen lassen und um ein Telefonat am Montag gebeten um die aktelle Lage zu besprechen.

Montag

Das Telefonat fand statt und war sehr informativ. Unser Getriebe sei am Montag Vormittag auf die Reise gegangen, um am Dienstag beim Händler vor Ort zu sein und am Mittwoch eingebaut zu werden. Juhu gute Nachrichten ! ... allein, ich bleibe skeptisch. Dennoch steruern wir offensichtlich auf die bevorzugte Alternative 1 zu, was uns sehr freut. Inwieweit Wunsch und Wirklichkeit übereinstimmen werden wir berichten. Leider beginnt aktuell dann auch die erste Westwindphase der Saison. Ich füge ein Bild bei was da derzeit auf uns zusteuert:

Das gelbe Boot ist nicht unsere aktuelle Position (Gott bewahre), sondern eine zeitliche Simulation eines möglichen "hoffentlich nicht Szenarios". Es soll darstellen, was ich zuvor meinte als ich "das will keiner" sagte. Übrigends dieser lila Knödel wird unser Wetter die nächsten Tage in Europa bestimmen wollen. Lazy Larry !

Wenns läuft, dann läufts eben ...

Freitag, 10 September 2021 07:04

So lazy ist Larry gar nicht

Donnerstag

Nachdem Warten zum Programm wurde, haben wir heute spät und gut gefrühstückt. Wie der Wetterbericht vorhersagte wird es sich im Laufe des Vormittags eintrüben. Das hat es auch gemacht ... und zwar binnen weniger Minuten gings von sonnig über bewölkt in einen heftigen Wolkenbruch über. Das mit Mash bestückte Cockpit wurde schnell noch mit dichten Wänden zugemacht und schon gings los.

 

Das aktuelle Entertainment-Programm unseres Wetters verdanken wir Hurricane Larry der aktuell auf den Bermudas vorbeischauen möchte. Seine Vorhut kündigt sich bei uns an. Er selbst - oder was dann davon noch übrig ist - soll uns kommende Woche besuchen. Laut Wetterbericht geht sein Besuch mit westlichen Winden ( Südseite des Tiefs ) bis Ende nächster Woche. Danach setzt sich der "Hausherr" das Azorenhoch langsam wieder durch. Mit diesen Aussichten - derzeit ohnehin nicht fahren zu können - wartet es sichs viel entspannter.

 

Das heutige Wolkenbruch-Spektakel dauerte 20 Minuten. Der Rest des Tages blieb dann trocken und sonnig. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei der Firma Lewmar für die durchweg undichten Luken bedanken. Bei ausnahmslos allen Luken tropfen die Scharniere. Bei manchen auch die Riegel. Das macht dem Fensterprogramm "Ocean" alle Ehre. Wir überlegten uns, ob wir das möglicherweise falsch verstanden hätten, ob Lewmar die Luken deswegen "Ocean" nennt, weil sie für diesen Zweck ungeeignet sind. Hätten wir vielleicht die Modellreihe "Indoor" nehmen sollen :-) oder war nur die Übersetzung dieses britischen Qualitätsproduktes der Fehler ? Diese Luken werden wir auch noch dicht bekommen ... im Laufe der Zeit. Andererseits ist es sehr ärgerlich wenn man nennenswert viel Geld an eine Firma bezahlt, die eine solche Glanzleistung abliefert. Es war es uns daher ein Vergnügen, die Firma Lewmar in unsere Empfehlungsliste der vermeidbaren Produkte aufzunehmen: unsere VUP Liste.

Bei einem schönen Fussmarsch haben wir - so meinen wir - die letzten uns unbekannten Viertel Dünkirchens auch noch erkundet. Nachdem Ralphs HP Netzteil abgeraucht ist, hat er sich dort gleich ein neues und leistungfähigeres Netzteil zugelegt. Obligatorischer Besuch in einem Kaffee und dann zurück zum Schiff. Abendessen ruft !

Zurück am Schiff war alles in Ordnung. Dicht von oben und unten, keine Alarmmeldungen, ... was für ein Zustand. Unsere Basteleien der letzten Tage scheinen sich auszuzahlen. Die BELUGA schnurrt wie ein Kätzchen und läuft zwischenzeitlich völlig fehlerfrei und durch Sabines Tuning-Massnahmen sehr funktionell. Selbst unser Bordweb (Raspberry Pi 4) scheint seinen Dienst wieder klaglos zu verrichten. Ich hab nach meinem Aufruf der Hilfe von seeehr vielen Menschen sehr gute Anregungen bekommen.Vielen Dank an alle Supporter !

Ich bin (fast) allen Tipps nachgegangen und habe folgendes festgestellt:

  • Ausgangspunkt
    • Wir betreiben ein Bordnetzwerk.
    • Hierfür gibt es einen Zugangspunkt, welcher via http:// sehr schlechte Antwortzeiten lieferte
    • Dahinter steckt ein Raspberry Pi4 (RPi 4) mit ...
    • ... SAMBA Server mit MySQL und WEB Services
    • ... 4TB Festplatte über USB3 mit SAMBA Freigaben
    • dieser Server verliert ca. 20% der PING Pakete (no response / timeout)
    • daher ist die Response der WEB Services bei bis zu 20sec (eher Lieferfrist als Antwortzeit)
  • Der Raspberry Pi 4 braucht einiges mehr an Energie als sein Vorgänger (RPi 3B+)
    • offiziell verbraucht der RPi4 2,4A bei 5,2V
    • ich gehe bei Last allerdings von etwas mehr (2,8-3A) aus
  • Das USB Netzteil aus Amazons asiatischer Glückskeks-Abteilung (3A) scheint immer am Limit gearbeitet zu haben
    • offiziell war das Limit 5,2V bei 3A
    • ich denke bei 3A Leistungsanforderung bleiben vielleicht noch 4,8V übrig, was nur bei bei asiatischer Glückskeks-Auslegung ausreicht
    • das original Raspberry 230V-Netzteil des RPi3 funktionierte bei der Entwicklung völlig problemlos
  • Nachdem ich den Chinakracher gegen ein an Bord vorhandenes Produkt (8A) austauschte gings besser
  • Beim angeschlossenen Custard Pi Relaisboard die Stromversorgung getrennt
    • Relaisboard und RPi haben nun eigene Stromversorgungen
    • Die Relais zu halten sollte der Chinakracher ganz gut hinbekommen
  • Anschliessend den Überwachungsservice (WatchDog) gestoppt
    • Dieser überwacht RPi CPU-Temp und schaltet Lüfter AN/AUS
    • Nach Stopp ist eine deutliche Verbesserung eingetreten !

Seit dem Stop des WatchDog Service sind nur noch selten Drops von IP Paketen (ping) zu erkennen. Zwischenzeitlich ist eine 20minütige PUTTY Session wieder ohne Abbruch möglich. Ich vermute dass der WatchDog kurzeitig soviel Leistung forderte, dass der Chinakracher mit Energienachschub überfordert war. Aufgrund der Architektur wirken sich Spannungsschwankungen beim RPi vorallem auf Netzadapter und USB-Interface aus. So erkläre ich zumindest die vielen IP-Drops. So lazy ist auch dieser Larry zwischenzeitlich nicht mehr, da zwischenzeitlich weniger Leistungsanforderung bei mehr Netzteil-Leistung. Das scheint deutlich besser zu laufen.

Meine Empfehlung an die Beeren-Entwickler wäre: Bei der ansprechenden Leistung des RPi4 sollte hier entweder eine Anforderung mit mehr als 3A auf den Specs stehen oder wahlweise eine 12V Stromversorgung, dann kann der RPi4 aus dem Vollen schöpfen. Im Zusammenhang mit dem Erlebten werde ich die anderen 5 Beeren nochmals prüfen müssen. Ich werde berichten.

 

Donnerstag, 09 September 2021 08:40

... die unendliche Geschichte (Part 1)

Mittwoch

Heute ist ein extrem wichtigerTag: Unser Enkel Tizi, der mit uns bis Dunkerque segelte, hat heute seinen 17ten Geburtstag. Da müssen wir als erste Handlung des Tages gratulieren. Was wir dann per Video mit viel Freude machen ! In diesem Videonat war auch sein jüngerer Bruder Emilio zu sehen. Mundbewegungen aber kein Ton. Ist die Verbindung eingebrochen ? NEIN, scherzhaft stelllen wir fest, dass Tizi zwischenzeitlich die Mute Taste bei seinem Bruder gefunden hat. Doch nach wenigen Sekunden legt das Energiebündel Emilio wieder in alter Gewohnheit los. War ne echt gute Idee um die Grosseltern auf diese Art aufs Glatteis zu führen !

So machen wir uns heute über die tausend Kleinigkeiten her, welche wir noch machen wollen. In gewohnter "Bordhektik": Nicht ohne gutes und ausgiebiges Frühstück mit einem kleinen "Besprechnungskäffchen" und anschliessendem "Nun gehts los"-Käffchen. Stress pur eben !

Wasserspiele mit dem Watermaker

Die Membranen des AquaTec Watermakers sind seit der Lieferung konserviert und halten in diesem Zustand recht lange durch - solange sie nicht austrocknen. Diesen Zustand haben wir maximal in die Länge gezogen indem wir die Membranen so lang als möglich verschlossen hielten, müssen die Membranen nach Inbetriebnahme spätestens alle 2 Wochen gespült werden. Das wollten wir erst dann starten, wenn wir auf dem Schiff leben und keine längeren unbeaufsichtigten Liegezeiten anstehen. Deswegen: Einbau im Februar und Inbetriebnahme im August. Zwischenzeitlich brauchen wir ja auch mal Wasser für die Tanks. Den Funktionstest (ohne französisches Hafenwasser) haben wir heute gemacht. Frischwasser gibts hier in ausreichender Menge wenige Meter neben der BELUGA. Also einschalten, Trinkwasserzulauf öffnen und warten. Das Warten blieb kurz, schon spritzt der Seewasservorfilter. Sch... wer hat das installiert ?! Kleinlaut stelle ich fest: die Watermaker Installation ist vollständig von mir. Na dann wars ja gar nicht so schlimm :-) Wasserzulauf stop und Filter richtig zudrehen. Schon gehts weiter.
Erwartungsgemäss lecken die Feinfilter mit 20 und 5 mikron ebenfalls. Der Eine, weil er nur 2 Gewindegänge aufgesetzt war, der Andere weil nicht fest genug zugedreht. Aber alles kein Problem, sondern eher Anlaufprobleme die sich sehr schnell beheben lassen. Kurz drauf blubbert unser Auslass am Waschbecken - und nur der ! Hurra der Rest ist dicht. So lassen wir das System erstmal laufen, spülen und entlüften. Zeit für ein "war doch gar ncht so schlimm" Käffchen. Nach ca. 30 Minuten des Betriebes ausschliesslich mit der Förderpumpe waren die Blasen weg. Das System scheint nun entlüftet. Also die Hochdruckpumpe zuschalten um aus französischem Trinkwasser deutsches Trinkwasser zu machen. Kaum an steigt der Druck und steigt und steigt ... am Druckregler war nichts aufzuhalten ... plötzlich ein lauter Knall ! Ein Schlauch war geplatzt ! Nur welcher ? Die Suche ergab, dass der Zulauf zur Konservierung das Problem war. Dort sollte jedoch das Wasser gar nicht hin ???
Des Rätsels Lösung war ein falsch beschrifteter 3-Wege Hahn für die Brine (Abwasser). Wer hat das nochmal installiert ? ... kaum den Hahn umgestellt (PS: auch die Beschriftung :-) ) schon gehts wieder. Das deutsche Wasser sprudelt munter aus dem Kontrollauslauf des Waschbeckens und das französische (Brine) geht aussenbords - so solls sein ! Den Druck noch ein bisschen höher und unser Druckwasserpumpe hört nicht mehr auf zu förden. 19-30 l/min bestes Trinkwasser laufen durch die Anlage in die Nordsee. Und das weitere 30 Minuten lang. Man könnte hier von Verschwendung reden, wenn man nicht wüsste was das Konservierungsmittel anrichtet: Mindestens einen Dünnpfiff der allerfeinsten Sorte ! Daher lieber einmalig ein bisschen "Verschwenden" und dafür nachhaltig ein sauberes System, das feinstes Trinkwasser produziert.

Man sollte meinen ein Segelboot kann auch ohne ...

Sicherlich hast Du beim Lesen des Titels festgestellt, dass eine unendliche Geschichte nicht unterteilt werden kann. Deshalb macht ein Part1 einer unendlichen Geschichte gar keinen Sinn. Apropos gar kein Sinn: Auch Douglas Adams hat fünf Teile in einer Trilogie "Per Anhalter durch die Galaxis" veröffentlicht auch dieses Werk macht keinen Sinn. Auch YANMAR hatte bislang das Zeug für lange literarische Ergüsse ohne Sinn=>Wirkungsgrad. Nachdem wir gestern einen Lichtblick in Sachen Getriebelieferzeit und -einbau hatten, wird dieser sinnhafte Lichtblick heute nochmals bestätigt. YANMAR antwortet auf meine Frage wie lange es denn dauern kann, mit der Mail: "... binnen einer Woche ...". Das hört sich doch mal besser an als das "... kann ich nicht sagen ..." der letzten Wochen. Nun warten wir ab, wie lange eine YANMAR Woche gehen mag. "YANMAR Woche" was soll das denn sein ? Naja, sicher kennst Du die Microsoft Sekunde. Diese läuft, wenn Dein Dateimanager 30 Minuten lange statiert, dass er in ca. einer Sekunde fertig wäre. Zeit ist eben relativ :-) Auf See relativ kurz, an Land (speziell ohne Getriebe) kann die zeit seeeehr lang werden. Daher rufen wir die Heiligen der Stadt Dünkirchen an. Wenns hilft ...

Fortsetzung folgt ...

Montag

Meine empörte Mail vom Freitag hatte wohl Aufmerksamkeit im Hause YANMAR erzeugt. Binnen 90 Minuten wurden per Mail Getriebe-Diagnose, Vorgehen und -Lieferfristen (zwischen 7 und 23 Wochen) ausgetauscht. Diese Lieferzeiten wurde von YANMAR dann auch als unzumutbar angesehen. Na geht doch ...
Nach den gemachten Erfahrungen sind wir jedoch ein wenig skeptisch, ob dies nur ein Strohfeuer zur Erhellung der Kundenstimmung war ? Wir werden abwarten. Gelöst ist die ganze Geschichte erst, wenn die BELUGA wieder in der Lage ist zu fahren !

Dienstag

12:00 Noch immer keine Reaktion der Beteilgten. Gestern stürmische Mails, heute totale Flaute diesbezüglich.
14:00 So versuchen wir bei einem Besuch im Hause DB Moteur etwas rauszukriegen. Dort konnten wir erfahren dass YANMAR derzeit ein Getriebe sucht, welches schnellstens zu DB Moteur geliefert werden kann. Mehr wüssten sie aber auch (noch) nicht ! Leider ! Kaum das Gebäude verlassen vibriert mein Handy. Eine Mail von YANMAR und eine der Yachtwerft gehen (fast) gleichzeitig ein. YANMAR erklärt, dass ein Getriebe im Hause YANMAR France vorrätig sei. Dieses sei bereits bestellt und würde im Laufe des Tages an DB Moteur versendet.

Na geht doch so langsam .... Skepsis bleibt, aber Hoffnung keimt :-) Wir haben einfach keine Lust auf Weihnachten in Dünkirchen, so schön das auch sein mag ...

Freitag

Am heutigen Freitag wollte sich die Yachtwerft melden wie's weiter geht. Gegen Mittag habe ich dann eine Mail (alle anderen Kanäle waren bereits ohne Erfolg) losgeschickt mit der Bitte sich bis spätestens 16:00 zu melden. In Sachen Kommunikation scheinen sowohl die deutsche als auch die französische Partei noch ein wenig Verbesserungspotential zu haben. Um 15:59 erhielten wir dann eine Mail von der Yachtwerft. Inhalt in Kurzform: Wir haben die Wahl zwischen 7 Wochen für Ersatzteile oder 23 Wochen für ein neues Getriebe zu warten, weil DB Moteur die Teile angeblich nicht schneller geliefert bekommt ! Diesen Kundenservice können wir echt weiterempfehlen :-( Danke YANMAR !

Bislang waren die Kosten eines neuen Getriebes (~2K€) immer ein Argument der Yachtwerft keine unnötigen Reparaturen zu machen, da alleine der Arbeitsaufwand die Neuanschaffung übersteigen könnte. Daher stehen sie (so die Aussage am Tel) parat im Notfall ein neues Getriebe in den Kofferraum zu packen und mitsamt einem Techniker hierher zu fahren. Nun, da es soweit zu sein scheint, entwickelt sich das offensichtich zu einem Lippenbekenntnis. Ein neues Getriebe dauert 10 Tage bis Glückstadt, und muss von dort dann durch die Yachtwerft nach Dünkirchen gesendet werden. Also weitere 20 Tage mindestens ! Aber nur, wenn DB Moteur bestätigt, dass das Getriebe getauscht werden muss und und und ...

Da unsere Antriebswelle ohne Getriebe lose im Maschineraum hängt (mit Gurten verklemmt, aber nicht dauerhaft sicher) besteht die Gefahr dass nach Abrutschen der Rumpfabdichtung (=Stopfbuchse) Wasser in grosser Menge ins Schiff kommt. Das bedeutet für uns, wir müssen diese Situation sehr engmaschig kontrollieren. Tag und auch Nachts. Ich hatte der Yachtwerft daher mitgeteilt, dass sich nicht bereit bin die nächsten 2 bis 23 Wochen eine "Stopbuchsenwache" durchzuhalten. Daher muss das Schiff beim vorgeschlagenen Zeitplan an Land - oder aber der Zeitplan ändert sich ... und zwar schnell. Ich gehe davon aus, dass eine, unter diesen Umständen notwendige, französische Kranaktion weit mehr als ein Getriebe finanzieren könnte. Abgesehen von den Folgekosten eines Standplatzes .... by the way: Wir haben immer noch das Problem einer unerfindlichen Alarmmeldung der Maschine. Dauert diese Aktion dann nochmals 23 Wochen ?

Auf diesen Schreck gabs Abends einen Schluck leckeren französischen Weisswein. Gemeinsam mit deutschen Umliegern im Cockpit der BELUGA. Als sich einer der Teilnehmer sehr interessiert an unserer Story zeigte, fand ich heraus, dass er sehr enge Verbindungen zur Redaktion der Zeitschrift YACHT hat. Gerne erzähle ich dieser Zeitschrift welch grandiosen Service ein YANMAR Kunde mit einem weltweiten Servicenetz erleben darf und (hoffentlich nicht) noch erleben wird. Wir beschliessen in Kontakt zu bleiben ...

Fortsetzung folgt ...

 

 

Donnerstag

Seit gestern fehlt uns einfach der Antrieb ! Nicht weil Sabine und ich lustlos wären, sondern weil uns der Monteur der Firma "DB Moteur" das Getriebe entnommen hat. Endlich ! So warten wir geduldig bis uns der Antrieb wieder heile wieder eingebaut wird. Zwischenzeitlich führen wir konsequent unsere "Hausmeister" Tätigkeiten fort. Pumpe hier, Schalter da, Ablage dort und zwischendrin mal ein Päuschen. Echter Bordstress also.

Wir warten heute geduldig auf eine Mail der DB Moteur aus welcher die Diagnose der ZF Experten hervorgehen soll - so gestern vereinbart. Diese Diagnose wird dann das weitere Vorgehen bestimmen: Neues oder revidiertes Getriebe ! DB Moteur hatte uns gestern mitgeteilt, dass sie uns informierem sobald die ZF sich bei ihnen gemeldet hat.

In Sachen Geduld haben wir ja bislang ausreichend Erfahrung sammeln können. Gegen 15:30 wird Ralph dann skeptisch bzw. undgeduldig weil noch immer keine Infos eingingen. Anruf bei DB Moteur. Ralph durfte dann erfahren, dass die notwendigen Ersatzteile (Kupplung & Co) ca. 7 Wochen Lieferzeit haben. Worauf Ralph erklärte, dass dies so nicht akzeptiert wird: Ein neues Getriebe muss her ! DB Moteur meinte, dass sie vielleicht mal anfragen könnten wie lange die Lieferzeiten hierfür wären. Worauf Ralph dann mit einer etwas bestimmten Mail die beiden Verantwortlichen, DB Moteur und die Yachtwerft in Glückstadt, aufforderte sich in Verbindung zu setzen, um das bereits durch die Yachtwerft optionierte und für diesen Fall zugesagte Getriebe schnellstmöglich hierher zu karren.

In einem anschliessenden Telefonat mit der Yachtwerft wollten diese gleich tätig werden, um das Ganze auf den Weg zu bringen - wir haben schliesslich schon Donnerstag. Wir bleiben gespannt ob das so klappt oder einer der Beteiligten kurz vor Schluss noch einen Rückzieher macht. Wir hoffen es nicht ! Wir müssen bei dem Schneckentempo nochmals ne Woche den Liegeplatz verlängern. Damit wären dann fast die Hälfte des Getriebepreises bereits durch Liegegebühren bezahlt. Das rechnet sich schnell und wir haben nicht vor, diese durch unkoodiniertes Vorgehen seitens YANMAR und Trödelei verursachte Liegezeit selbst zu bezahlen.

Ganz abgesehen, dass wir ein grandioses Wetterfenster für unsere Strecke nicht haben nutzen können. Ohne den ganzen Sch... wären wir sicherlich bereits in A Coruna. 10°C wärmer und bessere Winde. So langsam laufen in diesem Jahr bereits die ersten Wirbelstürme im Atlantik auf. Zwar weit ab von unserer Route, aber Sturm und Welle werden uns noch treffen. Zumindest werden die N oder NO Lagen schnell immer seltener ! Daher sind 7 Wochen (Ende Oktober) für Ersatzteile völlig ausser jeder Diskussion.

Fortsetzung folgt ...

Liste der Hersteller und Produkte, welche wir jederzeit weiterempfehlen können

oder auch VIP-Liste => "Very Important Products and Partners"

Wir versuchen an dieser Stelle unsere Erfahrungen mit Produkten, welche wir im Rahmen des Refits unserer Nauticat 52 BELUGA machen konnten, darzustellen. Es handelt sich bei dieser Darstellung nicht um fachliche Produkttests, sondern um gemachte Erfahrungen im Bordalltag. Da wir auf unserer BELUGA über eine längere Zeit leben mögen diese intensiver sein als dies bei Wochenendseglern der Fall sein mag. Wie gesagt: Kein Produkttest, sondern ein Erfahrungsbericht. Da wir nicht nur Tadeln, sondern auch loben möchten, haben wir eine Liste der aus unserer Sicht empfehlenswerten und bewährten Produkten zusammengestellt. Im Gegensatz zur VUP-Liste.

SOLBIAN Solarzellen

Auf unserem Dach des Pilothouses haben wir Solarzellen installiert, welche von der Firma SOLBIAN geliefert wurden. Sehr effizient ! Selbst auf dem Breitengrad Hamburgs konnten wir bei normeler Helligkeit unseren Energiebedarf weitestgehend decken. Die Module sind fexibel, aufgeklebt, sind Barfuss begehbar und taugen dank rutschfester Oberfläche auch als Deckbelag. SOLBIAN bietet an, die Zellen auf Mass (am besten per 1:1 Schablone) zu fertigen und anzuliefern. Haben wir so wahrgenommen und passte. Wir waren bei diesem Vorgehen noch sehr am Anfang des Angebotes, daher haperte es ein wenig mit der Form. Am Ende hat jedoch das unpragmatische Vorgehen seitens SOLBIAN zu einen sehr guten Ende geführt. Vorallem: SOLBIAN hat daraus gelernt und ihr Vorgehen zwischenzeitlich verbessert. Eine Lösung - wenn Du den Platz findest - um ohne Lautstärke mehr Enegerie zu produzieren als jeder Windgenerator ... und soviel Platz brauchts da gar nicht. Wir haben sehr freundliche und kompetente Beratung erlebt.

Unsere Bewertung der Solarzellen: Effizient und durabel, was will man mehr !


BOSSE Verdecke

Die Nauticat 52 BELUGA hat ein offenes Cockpit. Während des Segelns sitzt man daher sehr "im Freien" und bekommt viel Wind und auch viel Spray ab - eher ungemütlich. Wir haben daher das Cockpit mit einer Sprayhood geschützt. Diese Sprayhood kann mittels einem Bimini bei viel Sonne erweitert werden bzw. für die Liegezeiten (im Hafen und vor Anker) mittels Seitenelementen zu einer Kuchenbude umfunktioniert werden. Diese Konstruktion wurde von Bosse Verdecke auf Maß gefertigt. In sehr hoher Qualität und mit viel Verstand konstruiert. Der Chef selbst hat uns hierbei mit all seinem Wissen ausführlich beraten, Mass genommen und das ganze Verdeck in handwerklich hochwertiger Arbeit gefertigt. Mit seeehr viel Liebe und Verstand für Details. So sind die Reissverschlüsse (RV) mit grünen und roten Bändseln zur einfacheren Unterscheidung der Seiten versehen, alle RV sind abgedeckt, die Zipper gesichert und alle Seitenteile wahlweise als Mash oder festes Verdeck ausgeführt. Diese Kuchenbude ist zwischenzeitlich ein geschätzter Bereich der BELUGA, mit sehr viel Schutz bei Regen und sehr luftig bei Sonne. Ein lieb gewonnenes Verdeck, sehr gut durchdacht und handwerklich solide ausgeführt. So soll es sein ! Danke an Bosse Verdecke für diese Arbeit. Dieses Verdeck trägt bei uns den Namen "Kathedrale" statt einem abwertenden "Kuchenbude". Eine Wertschätzung dieser tollen Arbeit !

Unsere Bewertung der Kathedrale: Ein handwerklicher Traum.


 

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Liste der Hersteller und Produkte, welche wir NICHT weiterempfehlen würden

oder auch VUP-Liste => "Very Unpleasant Products"

Wir versuchen an dieser Stelle unsere Erfahrungen mit Produkten, welche wir im Rahmen des Refits unserer Nauticat 52 BELUGA machen konnten, darzustellen. Es handelt sich bei dieser Darstellung nicht um fachliche Produkttests, sondern um gemachte Erfahrungen im Bordalltag. Da wir auf unserer BELUGA über eine längere Zeit leben mögen diese intensiver sein als dies bei Wochenendseglern der Fall sein mag. Wie gesagt: Kein Produkttest, sondern ein Erfahrungsbericht. Sollte sich einer dieser Hersteller auf den Schlips getreten fühlen, dann zurecht. Produkte, welche nur "so ein bisschen schlecht" sind, tauchen hier nicht auf - nur echte Highlights. Andererseits würden wir uns drüber freuen, wenn mit diesen Erfahrungen zur Verbesserung der Produkte bzw. des Kundenservice beitragen zu könnten.

Um eine Gewichtung der Erfahrungen darzustellen, haben wir "Unsere Bewertung ..." am Ende der Beschreibungen angehängt.

YANMAR

Ende April 2021 wurde der nagelneue YANMAR 4JH110 mit einem ZF30M im Bauch der BELUGA in Betrieb genommen. Erster Erlebnisse: Keine Öldruckanzeige bzw. bei 0 Bar trotz laufendem Motor. Yachtwerft kümmert sich und kam mit der Aussage: Da musste nur ein Kabel aufgelegt werden, was werkseitig wohl nicht/nicht korrekt erfolgte. BELUGA macht erste Probefahrt: Gänge gehen nicht immer rein, was aber noch besser war: nicht immer raus ! Züge neu einestellen. Ich sah das als "Einlaufphase". Das muss getestet, erlebt und behoben werden. Ich teilte der Yachtwerft mit, dass sie nun Zeit von Anfang Mai bis Mitte July haben alles in Ordnung zu bringen. Dort fahren wir dann los.
Mitte July: Wir fahren nach HH und Helgoland. Bei der Rückfahrt von Helgoland geht uns mitten in der Elbe ein Alarm der YANMAR Maschine runter. Wir ankern sicherheitshalber auf schnellsten Weg an der Seite der Elbe um die Maschine nicht zu gefährden. Maschine aus, mögliche Fehlerquellen oder -auswirkungen suchen ... keine zu finden. Sprit klar, keine Undichtigkeiten, Stecker scheinen alle dran etc .. Also Maschine wieder starten .. Alarm ist weg. Das war aber leider nur ein kurzes Vergnügen, da dieser Alarm kurz drauf wieder lärmt. Zwischenzeitlich die Yachtwerft darüber informiert. Beim Einlaufen in Glückstadt geht kein Vorwärtsgang mehr rein ... Sch ... also rückwärts durchs Tor an den Liegeplatz. Yachtwerft stellt noch am gleichen Tag die Züge neu ein und organisiert einen "Experten" welcher am nächsten Tag aufschlägt und in seiner Hilflosigkeit erstmal einen Firmware Upgrade macht. Alles wieder Palletti, so seine Aussage. Das mit dem Vorwärtsgang klappt aber immer noch nicht zuverlässig. Im Laufe der Zeit wirds immer schlimmer. Auf Höhe Dover müssen wir unsere Weiterfahrt abbrechen, da bei Strömung, Wind von Vorn und ohne verlässliche Schaltung keine sichere Weiterfahrt möglich ist. Unter Segel nach Dünkirchen. Diagnose durch französischen ZF Spezialisten: Das Getriebe ist kaputt ! In Summe bedeutete diese Entscheidung eine Odysee durch unklare Zuständigkeiten, Inkompetenz und Arroganz der YANMAR Organisation. Bislang mit einer Liegezeit von über 5 Wochen mit Potential für mehr (leider nicht: Meer)! Zeitweise auch mal mit 7 bis 23 Wochen veranschlagt ... und täglich neue Überraschungen. Die ganze Wartezeit ist umso unverständlicher, als dass ein Getriebe bei YANMAR France verfügbar war und die Zeit von Wochen dafür gebraucht wurde dieses in benachbarte Dünkirchen zum richtigen Händler zu schicken !

Unsere Erfahrung mit YANMAR: Hast Du ein Problem, dann hast Du ein richtiges Problem !


WEBASTO

Hersteller von Standheizungen. Wir haben eine DBW2016 im Einsatz. Wir wollten hierbei nicht sparen und auf "deutsche Wertarbeit" setzen. Die "Chinakracher" kosten ein Drittel und haben auch noch mehr Funktionalität. Die Frage welche wir vor dem Kauf stellten: "Wann brennt unser Schiff ab, bei einem solchen Billigheimer ?". Daher WEBASTO! Leider mussten wir (im Nachgang haben uns diese Erfahrungen auch andere Segler bestätigt) feststellen, dass es sich bei WEBASTO Warmwasserheizungen um unzureichend abgestimmte Lösungen handelt. Beispiel: Anschlüsse für Schläuche sind an der Heizung auf 19mm = 3/4 Zoll ausgelegt, bei Wärmetauschern auf 16mm, bei anderen Aggregaten auf diverse andere Durchmesser. Konsequenz ist in der Folge: Inkontinenz = Undichigkeiten bei den Schlauchanschlüssen. Ein Fehler der sehr einfach vermeidbar wäre, würde sich einer drum kümmern. Weiteres Beispiel: Jede Menge Senorik an den Heizungen. Leider sind die Sensoren nicht ausreichend auf einander agestimmt. Fällt dann einer aus, stellt die gesamte Heizung den Betrieb ein. Ein Hitzesensor misst die Temperatur der Heizung im Brennraum. Ist eine Luftblase im System, dann brennt dieser druch. Neuer Sensor: 60€ ! Das  kann allerdings auch gerne mal mehrfach in einem Winter passieren. Bei uns sogar mehrfach auch ohne Luftblase. Mögliche Lösung wäre hier ein rücksetzbarer Sensor. Kostet WEBASTO sicherlich nur im Cent Bereich, den Kudnen ein Vermögen.

Unsere Bewertung der WEBASTO Heizung: NIE MEHR WIEDER !


TECHIMPEX Edelstahl-Gasherd DELUXE

Wir haben uns den TechImpex DELUXE ausgesucht, weil wir sehr gerne frisches Brot backen. Der DELUXE hat eines der grössten Backräume. Die 2 Plattenversion hatten wir und ausgewählt, weil der alte 3 Flammenherd aufgrund der geringen Kochfläche eh nicht mit 3 Töpfen zu betreiben war. Die 2 Plattenversion ist hierbei sehr hilfreich. Leider haben beide Brenner eher keinen Dampf. Der kleine Brenner kann zum Warmhalten benutzt werden. Der grosse Brenner braucht für 1 Liter Wasser immmerhin mehrere Minuten bis das Wasser kocht. Der Backofen ist nicht zu gebrauchen. Brot ist nach 90 Minuten backen auch bei Vollgas innen noch teigig = nicht fertig gebacken. Mglw. liegt der Mangel an Leistung an den 0,4 Bar. Eine Druckerhöhung wollten wir allerdings nicht eigenmächtog ausführen, da dies explizit untersagt ist. Wir denken daher aktuell über ein Wettbwerbsmodell nach. Bislang waren wir mit Techimpex recht zufrieden. Das aktuelle Modell ist allerdings nicht wirklich sinnvoll zu gebrauchen.  Die Erfahrugen sind aber eher sehr mässig als DELUXE. Eine sehr undurchdachte Konstruktion, welche die Wärme nicht nur schlecht, sondern gar nicht verteilt. Die 270°C der Skala werden nicht mal ungefähr erreicht. Wir hatten max. 185°C messen können. Die Verarbeitung ist ausgesprochen schlampig. Nach den ersten Backversuchen fielen die Dichtungen der Backofentür raus. Um dennoch was backen zu können mussten wir einen Pizzastein einsetzen. Das bedeutet ca. eine Stunde vorheizen, bis dieser mal warm wird. Welche Energieverschwendung !

Unsere Bewertung des Herdes: Taugt nur für Daysailer, Kneipenesser oder fürs Design


QUICK Bilgenschalter EBSN

Dringender Rat: FINGER WEG !
Nicht nur dass dieser Schalter auslöst wann immer er will. Mit dem Wasserstand hat sein Verhalten jedenfalls nichts zu tun. Wir hatten 3 Stück an Bord, alle mit dem gleichen Verhalten. Scheint also kein Einzelfall des einzelnen Schalters zu sein, sondern ein genereller Fehler. Den Gipfel war dann ein Brand im Schiff, als das QUICK EBSN 20A Modell eine kleine Rule 500 (max. 3,5A) Bilgenpumpe auslösen wollte und dabei einen Kurzschluss innerhalb des EBSN Schalters verursachte. Wie bereits erwähnt, hatte der Auslösezeitpunkt mit dem Wasserstand nichts zu tun. Der QUICK Schalter stand im Trockenen, aktivierte die Pumpe und im Anschluss einen Schwelbrand. Zum Glück waren wir an Bord und konnten den Schwelbrand löschen bzw. durch Trennung der Stromversorgung weiteren Schaden vermeiden. Wir haben alle 3 QUICK Geräte unbesehen rausgeworfen. Wenn Du also einen Versicherungsfall aus Deinem Schiff machen möchtest, dann setze diese Schalter ein aber halte Dich niemals auf Deinem Schiff auf. Wenn Dir Dein Schiff allerdings was Wert ist, dann vermeide QUICK EBSN Bilgenschalter egal mit welcher Leistung! Der Bilgenschalter war übrigens mit 32A abgesichert, brannte jedoch bereits kurz vor Auslösen der Sicherung. Material ? oder waren unsere Nasen einfach schneller ?

Unsere Bewertung dieses Bilgenschalters: LEBENSGEFAHR , Finger weg von diesem lebensgefährlichen Technikschrott !


LEWMAR Luken

Wir hatten alle alten Luken wegen Undichigkeiten durch neue LEWMAR Luken ausgetauscht. Leider sind die neuen Luken (fast) alle im fabrikneuen Zustand undicht. Bei Scharnieren und Riegeln tropft es gerne mal rein. Besonders zuverlässig wenns hart auf hart kommt. LEWMAR hat der Serie den Namen "OCEAN" verpasst. Offensichtlich ein Treppenwitz. Vielleicht um zu bezeichnen wo die Luken NICHT eingesetzt werden sollten. Kosten ein Vermögen und taugen nicht was "OCEAN" suggeriert. Selbst die Luken auf dem Pilothouse (2mtr über dem Wasser) sind bei Regen und Spray undicht. Könnte es sein, dass dieses britische Hightechprodukt nicht auf das kontinentale Wasser eingestellt wurde :-) Unser Vorschlag für den Namen dieser Serie: INDOOR, oder "Money for nothing".

Unsere Bewertung der Ocean-Luken: Nur für Binnengewässer, bei Flaute und ohne Nässe !


 

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Mittwoch

Sabine und ich fallen beinahe vom Glauben ab als der Monteur um 08:30 vor dem Schiff steht. Whow, es gibt noch Zeichen und Wunder ... selbst in Frankreich !
Der Monteur hantiert am Getriebehebel um manuell zu schalten. Mit dem gleichen Ergebnis wie ich bereits gemacht hatte: Rückwärts geht, Vorwärts nicht. Also holt er sein Werkzeug und seinen Transportwagen aus dem Fahrzeug und erscheint wenige Minuten später wieder gut ausgerüstet am Schiff. Ein paar Schrauben später wuchtet er das Getriebe raus. Aufregend fand ich das Zurückschieben der Welle. Die BELUGA liegt ja im Wasser. Das bedeutet, wenn die Wellendichtung abgeht, dann will das Meer mit aller Macht ins Schiff. Mit grosser Sorgfalt hatte der Monteur die Sache aber sehr gekonnt gemeistert. 2 kurze Spritzer (max. 1 Trinkglas voll) dann war wieder alles am Platz und auch wieder dicht. Der Einbau verspricht noch mehr Spannung, da dort die Dichtung nicht zusammengeschoben, sondern auseinandergezogen werden muss. Um keine weitere Gefahr zu erzeugen sichert er die Welle dann noch zusätzlich. Nach einer guten Stunde verlässt unser Getriebe mitsamt dem Monteur den Hafen um bei DB Moteur in der Werkstatt untersucht ggf. repariert zu werden. Wir bleiben gespannt.

Auf meine Frage wie die Sache weitergehen soll, meinte der Monteur er hat bis 15:00 die Befundung soweit fertig. Ich solle zu ihnen rüber kommen, dann könne er mir mehr sagen. Dieses Angebot werden wir mit Sicheheit wahrnehmen ! Wir glauben zumindest die Richtung einer Zielflagge zu erkennen. Die Frage wird nur sein: Ist an diesem Getriebe noch was zu retten, oder muss ein neues Getriebe her ? Sollte es sich um einen "Serienfehler" handeln, dann könnte auch ein neues Getriebe das gleiche Problem haben. Daher lieber das reparierte Getriebe, wenns Sinn macht zu reparieren. Dieser Spannungsbogen soll heute Nachmittag aufgelöst werden. Immerhin DB Moteur ist ZF Center. Auch oder speziell für diese Art Getriebe. Das gibt ein bisschen mehr Vertrauen in den erwarteten Befund. An alle ZFler unter unseren Bekannten: Haltet uns und "eurem Getriebe" die Daumen !

wink

Mittwoch 15:30 bei DB Moteur: Das Getriebe wurde zerlegt und befundet. Ausser stark abgenutzer Kupplungslamellen (nach ~100 Betriebsstunden !) ist wohl nichts Auffälliges zu erkennen. Allerdings ist das Getriebeöl (~50 Betriebsstunden) sehr dunkel, was auf Metallabrieb hindeutet. DB Moteur ist nun mit der ZF bzgl. des weiteren Vorgehens in Diskussion. Je nach Ergebnis (wird morgen erwartet) kann eine weitere Vorgehensweise festgelegt werden. Entweder neues Getriebe, oder Reparatur. Neues Getriebe macht aber nur Sinn, wenn ZF keine Probleme in der Serie hat (siehe oben). Wenn doch, dann andere Charge oder Reparatur.

Fortsetzung folgt ...

Montag

Tag der Erwartung. Heute ist der benannte Motoren-Spezialist wieder aus dem Urlaub zurück. Die Yachtwerft ruft 08:00 dort an, erklärt den Garantierfall, die Aufgaben und vereinbart den nächstmöglichen Termin. Wir werden da sein ! So zumindest lautet der vereinarte Plan !

Realität:

  • 08:00 Yachtwerft ruft dort an, keiner geht ran.
  • 10:00 gleicher Zustand wie 08:00
  • 19:00 Telefonat mit der fast schon verzweifelten Yachtwerft zum Thema "Masterplan: Wie gehts weiter"

Dieser Verlauf war einer der Gründe, warum wir die BELUGA in 2016 nach Glückstadt überführten. Die LMAA Mentalität mancher Franzosen ging uns auf den Wecker. Aber warum schon wieder / oder immmer noch ? Und warum scheinen die Franzosen auch im Norden nicht wesentlich besser unterwegs zu sein als die Franzosen im Süden ? Woran liegts ? Könnte ich diese Frage beantworten fände ich möglicherweise ein "Gaspedal" für unsere Aufgaben. Hätte hätte Fahrradkette ...

Übrigens heute ist der erste Tag mit echtem Sch.. Wetter. Himmel hüllt sich in dunkelgrau und scheint von Zeit zu Zeit für einige Minuten inkontinent zu sein. Zumindest die Temperaturen bleiben (bislang) über 20°C. Dann gehts ja nochmal. Während Sabine und Ralph ihre Hausmeisterarbeiten mit gewohnter "Hektik" erledigen klopfts gegen 16:00 an der BELUGA Bordwand! Whow der Monteur wird doch nicht da sein ?

Aber nein es ist Oliver von der TURICENSIS ! Er war monatelang in Glückstadt neben uns gelegen. Ein sehr freundlicher Eidgenosse. Zuletzt waren wir auf Helgoland im Päckchen gelegen. Er musste noch nach UK um einige Dinge zu erledigen ... und heute steht er vor der BELUGA ! Was für eine angenehme Überraschung ! Dank AIS bleibt kein Standort verborgen und so fand er uns wieder. Nach einem Käffchen verbringen wir gemeinsam den Rest des Tages. Am Abend in der "Zigarrenlounge" der TURICENSIS mit grossem Genuss: Eine seeeehr gute Zigarre mit einem seeeehr guten Whiskey dazu. Kann das Leben hart sein :-) aber da muss man eben durch.

Dienstag

Den ganzen Morgen warten auf den Monteur. Anscheinend geht das sowohl YANMAR als auch in Folge den YANMAR Stützpunkten hier am A.. pardon verlängerten Steissbein vorbei.

Um 13:00 dann Rückmeldung der Yachtwerft: Sie haben beim genannten Monteur mehrfach angerufen, der scheint aber keine Lust zu haben die gestellten Aufgaben zu übernehmen. Wir vereinbaren daher dass Sabine und ich nochmals zu DB Moteur gehen und versuchen diese zu beauftragen die Befundung zu machen. Sollten auch die keinen Bock auf Arbeit haben, dann rollt ein neues Getriebe aus Glückstadt an, so zumindest der vorgeschlagene Plan. Die Yachtwerft lässt in unserem Fall nichts unversucht, uns zu helfen. Hut ab und Danke dafür !

In unserer aktuellen Gemütslage kann ich YANMAR und deren "Nicht-Organisation" nicht wirklich weiterempfehlen. "Hast Du ein Problem, dann hast Du ein Problem" jedenfalls scheint das YANMAR nicht zu interessieren was bei uns los ist. Die Firma MARX als Generalvertreter in DE zeichnet sich durch "wir bearbeiten das ..." seit 2 Wochen aus. Raus kommt allerdings gar nichts. Ich denke alle Mitarbeiter dieses Konzerns sollten mal drüber nachdenken, wer den monatlichen Scheck so finanziert ?

Um den Frust nicht festfressen zu lassen beschliessen wir mit dem Bus in einen Baumarkt zu fahren. Also rein in Linie C4, nach 25min warten am Bahnhof in die Linie 18 und weitere 30 Minuten später aussteigen beim Baumarkt. Theoretisch ! In Frankreich ist es üblich, dass die Mitfahrer eines Busses einen roten Knopf drücken um den Halt anzufordern. Kein Knopf - Kein Halt. Genau das passierte uns. Vor unserer Haltestelle drücken wir das Knöpfchen. Wie wir später feststellen war dieser Knopf allerdings kaputt. Also Bus hält nicht. Wir sehen den Baumarkt am Horizont verschwinden und fahren mit dem Bus ca. 20 Minuten durch Frankreichs schöne Landschaft. Schliesslich stranden wir in einem Gewerbegebiet. 30 Minuten warten, bis uns der Bus zurück zum Baumarkt bringt. Wenns läuft, dann läufts halt ...

Um 17:00 schaffen wirs dann kurz vor Feierabend bei DB Moteur aufzuschlagen. Nach intesiver Diskussion in Holperfranzösisch und Stolperenglisch sagt uns DB Moteur einen Spezialisten für Mittwoch morgen zu. Sogar mit Uhrzeit ! Was ist denn jetzt los ? Zwischen 08:00 und 08:30 will der Monteur kommen. Endlich kommt Bewegung in die Sache ... der Lichtblick des Tages. Anscheinend hat sich doch jemand überlegt wo der Scheck herkommt :-) Misstrauisch warten den Mittwoch ab.

Einen kleinen Umtrunk mit TURICENSIS schliesst den Tag doch noch versöhnlich ab. Oliver versucht verzweifelt in der EU einzuklarieren. Schiff und Mannschaft sind ja Schweizer und kamen aus UK - Aliens in der EU :-) Anscheinend weiss der französische Zoll aber hier nicht wie damit umgehen und verweist auf Agenten. Die Agenten rühren sich jedoch überhaupt nicht ... nicht nur Getriebe auch andere Dinge brauchen in Frankreich eben Zeit :-)

Fortsetzung folgt ...

Freitag, 27 August 2021 08:56

Am Ende wird alles gut (Part 7)...

Freitag

Warten auf Godot. Nachdem uns anscheind nichts anders übrig zu bleiben scheint, warten wir auf unseren Monteur, welcher am Montag wieder aus dem Urlaub zurück kommt.
Wir beschliessen daher noch ein paar Kleinigkeiten an Bord zu erledigen, aufzuräumen, rauszusaugen ... eben alles was a) sein muss und b) die Zeit vertriebt. So bleibt uns noch einiges an Zeit Lebensmittel einzukaufen. Wir versuchen die verschiedenen Supermärkte in Dünkirchen zu finden. Idealerweise in einfach erreichbaren Lage. So haben wir einen Carrefour gefunden, welcher die wichtigsten Lebensmittel anbietet und direkt sich an der Bushaltestelle "C3" befindet. Busse in Dünkirchen sind eine ideale Fortbewegungsmöglichkeit, da Busse hier gratis sind. Auch so kann man Menschen bewegen sich mehr mit Öffis zu bewegen. Könnte das auch ein Vorbild für Deutschland sein ?

Samstag

Nach einen ruhigen Freitag werden wir heute nochmals einen aktiven Bordalltag starten: Sabine kümmert sich um Vorschiffskabine, Stockbetten und Nasszelle. Wäsche waschen reinigen und die eine oder andere Verbesserung wie Befestigungen, Ablagemöglichkeiten und Leesegel, die aus Netz bestehen. Ralph ist hierbei ein wenig skeptisch was die Haltbarkeit betrifft. Man wird sehen, wie siche diese Idee entwickelt. Potential hat sie allemal.

Wir haben unsere Verbindung der TransOcean genutzt und um eine Quelle unserer Scheuerleisten-Reparatur gefragt. Bert von der Heimkehr hat uns sehr prompt zurück gerufen. Wir haben einiges an möglichen Quellen für Getriebeversagen ausgetauscht, waren uns aber einig, dass all die Quellen innerhalb der Garantiezeit durch YANMAR untersucht bzw. behoben werden müssen. Andererseits machen Bert und Leni derzeit die gleichen verheerenden Erfahrungen zur "Qualitätsmarke" WEBASTO. Sie haben zwar ein anderes Modell einer Warmwasserheizung an Bord, das scheint jedoch die gleiche undurchdachte Sch... pardon: Lösung zu sein. Millionen von Sensoren, macht einer von diesen Zicken, geht die gesamte Heizung aus. Leider sind die Auslösewerte der Sensoren nicht aufeinander abgestimmt. Also nur eine Frage der Zeit bis die Heizung ausfällt. Zumindest in einer Umgebung wie Norwegen sollte die Heizung zuverlässig gehen. Wahscheinlich hat WEBASTO die Heizungen ausgiebig auf den Kapverden getestet um nicht frieren zu müssen. Die wissen ja was sie entwickelt haben.

Ralph kümmert sich um die Elektronik-Spielzeuge. Die BELUGA ist mit sehr viel moderner Technik und Computerei ausgestattet. Bekanntermassen sind das aber auch keine Selbstläufer. Jedoch ist keines der Computersysteme vital für den Betrieb der BELUGA. Bordnetzwerk, Bordwiki und eine Hafennetzverbindung sind sehr angenehme Dinge, wenn man sie hat. Geht aber auch ganz gut ohne dieses Spielzeug. So hatten diese Spielzeuge bislang keine Prio und wurden installiert aber nicht eigerichtet. Zeit für die Betrachtung der Details: Die Raspberries (6 an der Zahl) sind mit USB Netzteilen von Amazon ausgestattet. Angeblich 3A Leistung pro Netzteil. Leider beklagen sich die Beeren (Kosename für Raspberry Pi) über "Undervoltage". Netzteile scheinen Chinakram zu sein. Wer nichts investieren will kann wohl auch nichts erwarten. Amazon preist diese Dinger aber vollmunig u.a. für diesen Zweck an. Die Auswirkung: Die Beeren arbeiten mit zahlreichen kurzen Network-Drops = Miniausfälle. Das bedeutet, dass beipsielsweise unser "Musikplayer" in einem 3 minütigen Song alle ca. 20-25 sec einen 5 sekündigen Aussetzer hat. So möchte aber keiner Musik hören. Die Radioprogramme der Franzosen sind jedoch nicht so schlecht. Daher mehr Radioprogramm hören und zwischenzeitlich nach vernünftigen Netzteilen suchen. Wir nehmen gerne Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! !

Am Abend wurden wir mit einem Feuerwerk beglückt. Wir gehen davon aus, dass Frankreich dafür bedankt, dass wir nochmal eine Woche länger bleiben ... :-)

Sonntag

Heute steht 230V auf dem Programm. 2 Steckdosen gehen nicht so wie gewollt. Urasche suchen und beheben. Watermaker mit Frischwasser spülen um die Membran zu erhalten und die Konservierung rauszuspülen. Solange wir Frischwasser neben dem Schiff haben können wir hier ein wenig grosszügiger sein.

Auch will Ralph die Bilge nochmals sauber machen. Aufgrund der "Wasser im Schiff" Aktion aus CUX und diverser überraschender "Wasserquellen" im Schiff siehts in der Bilge nicht so sauber aus, wie Ralph sich das vorstellt. Hätte er die Bilge grau statt weiss gestrichen, dann wäre diese heute noch sauber genug :-) Das hat man nun davon.

Heute, Sonntag, werden wir nicht sehr viel Wert auf ausgehen legen. Da sind alle Franzosen unterwegs, die uns gestern das Feuerwerk widmeten :-) Danke dafür Frankreich ! Wir freuen uns auf den Monteur der morgen bei uns aufschlägt und das Getriebe, wei auch unseren Motorenalarm "P0094" behebt. Optimismus muss sein.

Fortsetzung folgt ...

Mittwoch, 25 August 2021 14:36

Am Ende wird alles gut (Part 6)...

Mittwoch

Rolf und Sigrid verlassen uns heute vormittag. Auch sie fahren mit dem Zug nach Hause. Dünkirchen Lille, dann Brüssel und dann mit der Deutschen Bahn über Köln in Richtung Hamburg bis nach Hause. Geplante Ankunft ist dann gegen 2200. 12h statt 4h Reisezeit für ca. 100km mehr als die Reise bis Strassburg ! Ob das am Streckenanteil der Deutschen Bahn liegt ? Die Antwort kannst Du selbst versuchen herauszufinden.

Heute ist Aufklaren angesagt. Sollte zumindest heute den grössten Teil des Tages in Anspruch nehmen - wir wollen unseren entspannten Tagesrhythmus ja nicht stören. Wenn am Ende der Arbeit noch Tag übrig ist, dann kann so ein Käffchen im Bistro auch kein Fehler sein. "Bordhektik" eben ...
Nach einem Telefonat mit der Yachtwerft benötigen wir unser Serviceheft der Maschine. Das Drama beginnt: Mehr als 3h mussten wir suchen, bis wir das Heft endlich gefunden hatten. Immerhin wir haben es gefunden .... phuuuu. Nun werden wir noch ca. eine Stunde anhängen, bis alles wieder zurück am Platz ist ... erstmal nen Kaffee und dann gehts los. Phuu das Leben an Bord ist einfach echter Stress :-)

Donnerstag

Großputz an Bord ! Sabine macht "nen Kessel Buntes" und Ralph kümmert sich um die Kleinigkeiten wie Pumpen, Technik und vieles mehr. Wir hatten seit unserer Wasserung in Glückstadt immer wieder Wasser in der Bilge. Nichts Beängstigendes aber unschön. Mal mehr mal weniger. Aufgrund der Wasserspuren schien das von achtern, also vom Antrieb zu kommen. "Im Auge behalten" war der naheliegende Ratschlag der Werft. Beim täglichen "Bilgenrundgang" kam der Zufall zu Hilfe: Während Sabine Zähne putzt schaut Ralph in die Bilge und sieht Wasser aus unserer Lenzpumpe plätschern. Durchaus nennenswert. Heute war der Tag diesem Umstand auf den Grund zu gehen. Dusche an, es plätschert. Die Pumpe scheint undicht, aber warum nur ? Also Pumpe raus und neue Pumpe rein. Plätschern beendet ! Die entnommene Henderson MK5 wurde an der Wartungklappe aufgeschraubt. Und siehe da: Die Lösung der Undichtigkeit und auch für das Wasser in der Bilge.

Diese Pumpe ist die einzige, welche wir noch nicht revidiert hatten, da sie immer tadellos arbeitete - vermeintlich. Unser Vorgänger "Mitja" (ein Insidername für einen Murkser, welcher das Schiff unserer Vorgänger in Kroatien wartete) hatte in dieser Pumpe vergessen die Membran einzubauen. Was nutzt also eine Membranpumpe ohne Membran ? Nichts ! und undicht ist sie auch. Das leckende Wasser ging in eine Bilge im Achterschiff. Von dort läuft die Bilge dann in die Hauptbilge und sammelt immer mehr Wasser. Dieser Überlauf geht konstruktionsbedingt vorbei an der Antriebswelle. Hatte jemand Zähne geputzt oder geduscht, wurde das Wasser in der Hauptbilge mehr. Wenn nicht, dann wurde bei Seegang das Wasser Schlückeweise in die Bilge gefördert. Unerklärliches wird so erklärt. Eben: Mal mehr, mal weniger Wasser in der Hauptbilge. Problem erkannt, Problem gebannt ! Nach Wechsel der Pumpe kommt kein Wasser mehr in die Bilge. Danke Mitja.

In Sachen Motor wirbelt die Werft im Hintergrund und versucht Gott und die Welt zu Aktionismus zu bewegen. Vielen Dank dafür. Es ist immer gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die einen nicht im Stich lassen. Solltest Du jemals einen Platz suchen, an dem Du Dein Schiff in guten Händen weisst, dann dort ! Am späten Nachmittag erreicht uns eine Mail der Yachtwerft. "Bitte nochmals Ölstand kontrollieren und Photo vom Ölstab machen". Ja hat denn YANMAR gar kein Vertrauen in seine Servicedealer ? Naja, dann machen wir das halt auch noch :-( Ölstab rausdrehen abwischen und reinstecken. Das Öl ist aber derart frisch und daher für die Kamera "unsichtbar", dass der Ölstand nicht aufs Photo möchte. Ich klebe daher ein Kreppband an den Ölstab und stecke diesen nochmals rein. Ergebnis: Zuviel Öl im Getriebe! War zuvor so nicht zu sehen. Anscheinend ist das Misstrauen der YANMARs nicht unbegründet. Diese Technik mit dem Kreppband werde ich mir merken. Geht supergut ! Falls jemand diese Idee aufgreift, dann bitte unbedingt berücksichigen: Das Kreppband muss danach wieder runter !
Im Internet hatten wir einige Berichte gefunden, bei denen zuviel Öl der Grund war, dass der Rückwärtsgang zwar geht, aber Vorwärtsgang eben nicht. ?!? Muss das YANMAR machen ? oder darf ich das slbst tun ? Ergebnis morgen ...

Fortsetzung folgt ...

Montag, 23 August 2021 18:47

Am Ende wird alles gut (Part 5)...

Montag

Zeit für das geplante Telefonat mit der Werft in Glückstadt. Die Werft hat bis zum Zeitpunkt des Telefonats bereits alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Klärung und Behebung einzuleiten. Vielen Dank dafür. Das Ergebnis meiner Tests am Sonntag (nämlich Vorwärtsgang geht nun gar nicht mehr rein) habe ich mit der Werft besprochen. Meine Recherchen haben ergeben, dass dieses Vorwärtsgangproblem auch bei anderen Besitzern der ZF Getriebe vorzukommen scheint. In vielen Fällen war entweder falsches Getriebeöl oder ein falscher Level die Lösung. Das wäre die am einfachsten zu behebende Möglichkeit. Könnte jedoch auch ein Problem der Schaltklaue oder ein Getriebeschaden sein, so zumindest die Aussage von YANMAR und will das einen Fachmann das Getriebe begutachtet. Danach werden die notwendigen Folgeaktionen festgelegt.

Dienstag

Heute morgen hat uns unser Enkel Tiziano in Richtung Heimat verlassen. Fast 4 Wochen auf der BELUGA haben ihn zu einem sehr verlässlichen Crewmitglied gemacht. Knoten gehen blind, die Systeme an Bord fest im Griff und Steuern klappt auch sehr gut. Danke für die schöne Zeit und bis bald auf den Kanaren.  Dünkirchen 0700 starten und um 1100 in Strassburg - und das alles sehr pünktlich. ca. 600km Strecke in 4h ist ein Wort ! Da sollte sich die Deutsche Bahn mal eine Scheibe abschneiden (siehe Mittwoch). Bereits am frühen Nachmittag konnten wir ihn von Zuhause per Duo in bester Laune sprechen. Vielen Dank noch für Deine Teilnahme Tiziano, wir sind echt sehr stolz auf Dich !

Wir waren, nach Absprache mit der Werft, bei der Firma DB Moteur in Dünkirchen und haben diesen unser Problem geschildert. Die Auslastung der Servicetechniker scheint jedoch enorm. "Kann bis zu 3 Wochen dauern" war die Aussicht. Aufgrund unserer Bitte einen Fachmann zu entsenden, der zumindest die weniger zeitaufwändige Begutachtung durchführt erhielten wir eine Nummer eines Technikers, der jedoch erst kommenden Montag (30.8.) aus dem Urlaub kommt. Techniker aus dem nahen Belgien dürfen unglücklicherweise in Frankreich nicht tätig werden. Soweit zum vereinigten Europa mit offenen Grenzen. Anspruch und gelebte Wirklichkeit scheinen hier auch noch ein wenige auseinander zu gehen. Naja, Geduld ist eben eine Tugend ...

Fortsetzung folgt ...

Sonntag, 22 August 2021 11:19

Am Ende wird alles gut (Part 4)...

Heute, Sonntag lief nicht viel in Sachen Problemlösungen. Daher widmete ich mich mal selbst, um mich dem Problem mit der Schaltung zu nähern. Zwischenzeitlich geht der Vorwärtsgang gar nicht mehr rein. Rückwärts geht wie ne eins. Aber wer will schon rückwärts über den Atlantik :-)Wir hatten bislang das Schaltgestänge im Verdacht. Dieses wurde druch die Werft vor der Abfahrt novhmalsd Re-Vidiert da bei der Einfahrt in den Glückstädter Aussenhafen der Vorwärtsgang erstmalig nivht mehr rein wollte. 2h Neu-Justage dann ging wieder alles. Beim Anleger in Den Helder gings wieder los, war aber am nächsten Morgen nicht mehr reproduzierbar. Beim Ableger in Den Helder ging wiedermal kein Vorwärtsgang rein, Danach gings mit Rütteln an der Schaktkullise wieder.

Ich hab daher mal alle Züge abmontiert und direkt am Getriebe geschaltet. Ergebnis: Gang Vorwärtsgang einlegen ist eher Glücksache, Rückwärts geht immer. Da dies eher ein Getriebeproblem zu sein scheint als ein Problem mit dem Gestänge beschliesse cih an dieser Stelle meine "Forschungen" abzubrechen. Ich werde ich mit der Yachtwerft Glückstadt als deutscher Ansprechpartner die Sachlage evaluieren. Anonsten gibnt es nur zu berichten, dass der Gestank brenneneder Elektronik weitestgehend aus dem Maschinenraum raus ist.

So haben wir einen sehr schönen und entspannten Tag in Dünkirchen verbracht. Hadern wollen wir sicherlich nicht: Bringt uns auch nicht weiter, löst keines der Probleme welche wir haben und versetzt uns dadurch nur noch in negative Stimmung, welche ja völlig unnötig wäre. Ausser der berichteten Dinge funktionieret die BELUGA bestens (=99% Erfolgsquote :-) ) und darüber freuen wir uns sehr. Ist besser für die Stimmung.

Am Montag werden wir uns um das Getriebe und die Maschine kümmern dann wird auch das in Ordnung kommen .... gut Ding will eben Weile haben.

Fortsetzung folgt ...

Samstag, 21 August 2021 08:54

Am Ende wird alles gut (Part 3)...

Heute haben wir den 21.8.2021. Unser Schanzkleid hat einen mächtigen Schaden und zu unserer Maschine gibts vor Montag nichts Neues von der Yachtwerft. Das Wetter ist zwischenzeitlich gut, die Sonne scheint, die Menschen freundlich und jede Menge Hafenkino. Also ist alles Bestens !?

Der Hafenmeister hat seine Kontakte durchtelefoniert um einen Holzwerker für uns zu finden, welcher unseren Schaden reparieren könnte. Leider bislang noch ohne Erfolg. Alle haben die Auftragsbücher voll und keine Zeit für uns.

Wir haben heute das Getriebe Thema nochmals in Eigenregie angegangen. Der Grund für die fehlenden Gänge scheint die Einstellung der Hebel an Schaltkulisse und Getriebe zu sein: Der Vorwärtsgang geht im kalten Zustand gerade so rein, wird das Getriebeöl dünnner dann halt nicht mehr. In einer 2 stündigen "Vorwärts - Rückwärts" Session testen wir unsere neue Schaltkulisse und deren längere Hebel. Nach vielen Versuchen stellen wir fest: Der Hebel am Getriebe muss eine Raste nach hinten gedreht werden. Das bedeutet eine weitere mehrstündige Feinjustage. Dazu haben wir aber heute keinen Bock mehr und beenden die Arbeiten des Tages.

Morgen ist ja auch noch ein Tag. Dort wollen wir das Ganze nochmals neu justieren. Also alle ab ins Cockpit und ein Feierabendbierchen öffnen. Beim anschliessenden Plausch über Gott, die Welt und unser Abendessen stellen wir "Schwimmbadgeruch" fest. Dieser wird immer intensiver. Wo kommt das denn her ? Hantiert hier jemand mit Chlor oder Schwefel ???

Bei unserer etwas schaukeligen Überfahrt kam einige male Wasser über. Soweit kein Thema. Leider scheinen die LEWMAR Luken allesamt nicht ganz dicht zu schliessen. Unter jeder Luke finden sich Wasserspuren. Scheint wohl eher für Schönwettersegler geeignet. Für einen Yachtausrüster wie LEWMAR eine echt stolze Leistung, derartigen Bockmist zu verkaufen. Keine Ahnung wie gut die anderen Marken sind. LEWMAR kann ich leider nicht weiterempfehlen.

Marina von Dunkerque 17:53 - ALAAAAARM !

Unsere Rauchmelder gehen runter. Im Pilothouse und auch im Maschinenraum. Das bedeutet dass wir - bevor wir die Feuerlöscher auslösen - erstmal schauen wo es denn genau brennt. Die Bordnetzkkamera zeigt dichten weissen Rauch aber kein Feuer im Maschinenraum. Die Nase sagt Elektrobrand statt Schwimmbadgeruch. Daher werden wir in den Maschinenraum reinschauen. Beim Öffnen der Tür ist die Quelle schnell entdeckt: Der Bilgenschalter der Firma "Quick" ist feuerrot und scheint gerade durchzubrennen. Neben der Tatsache, dass dieser sich bislang bereits durch sehr viel Unzuverlässigkeit in Sachen Auslösung auszeichnete ist das der Höhepunkt ! FINGER WEG VON QUICK PRODUKTEN ! zumindest von Bilgenschalter. Das scheint echter Schund. Wenn dann ein Bilgenschalter auch noch abfackelt, dann ist das Mass der Dinge überschritten. Wären wir nicht an Bord gewesen, hätte das gesamte Schiff abfackeln können. Der 20A Schalter scheint die 3,5A Leistung des Pümpchens wohl nicht verkraften ... spricht echt Bände über die Ernsthaftigkeit mit der man bei QUICK die Sache entwickelt.

Wir werden alle 3 vorhandenen Quick Schalter ohne Zögern entsorgen. Übrigens: Quick scheint eine Marke von Philippi zu sein. Eine gewisse Sicherheit stellt sich ein, dass diese Schalter die einzigen Philippi Produke an Bord der BELUGA sind. Die Elektronik an Bord ist von Mastervolt und lief bislang tadellos. Also: Stromversorgung des Schalters getrennt, hellrote Fläche am Schalter wird dunkel. Bilgenblower angeschaltet und nach 20 Minuten ist alles wieder in Ordnung. Dem Rauchmelder sei Dank, dass wir dies rechtzeitig entdecken und bekämpfen können. Wir beschliessen die nächsten Tage eine VIP und VUP Liste zu erstellen. Die VUP Liste soll alle Marken enthalten, vor deren Kauf wir aus unseren gemachten Erfahrungen dringend warnen möchten weil gefährlich, nicht durchdacht oder in einer anderen Form nicht für den Bordeinsatz geeignet sind. Unsere Top Favoriten bislang: WEBASTO, LEWMAR und seit heute QUICK !

Marina von Dunkerque 18:00 - Regen

Der idealer Zeitpunkt zu duschen und danach das Abendessen zu geniessen. Heute gibts schwäbischen Kartoffelsalat und Steaks bzw. Grillkäse für unsere Vegetarier.

Ein weiterer unterhaltsamer Tag geht zu Ende.

 

Fortsetzung folgt ...

 

 

 

 

Samstag, 21 August 2021 08:40

Am Ende wird alles gut (Part 2)...

Heute konnten alle mal wieder richtig ausschlafen. Landfest in Dünkirchen. Wir frühstücken spät aber dafür reichlich. Kontaktaufnahme mit der Yachtwerft in Glückstadt (YWG). Noch immer in Betriebsferien. Daher ein wenig langsamere Reaktionen. Aber immerhin ! Wir erreichen Mitarbeiter, die uns freundlicherweise aus ihrem Urlaubsdomizil antworten. Da dieses Domizil ebenfalls segelt ... jedoch auf der Ostsee ... scheint dies ein wenig aufwändig.

Also beschliessen wir unserer Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen. Aus der Zeit in Marseille haben wir einige Waren aus dem Carrefour noch in bester Erinnerung. Tiziano sucht sich die leckeren "Chipolatas" (Würstchen) und einen speziellen Multivitaminsaft. Sabine und ich kaufen Waren für Spaghetti mit Gorgonzola-Sosse ein. Ab 18:00 sind wir zurück auf dem Schiff und ab 20:00 sitzen alle am Tisch. Ich freue mich über das Lob für mein sehr leckeres Essen. Ein Glas Rotwein ... und geniessen !

Leider kam bislang noch kein Kontakt mit der YWG zustande. Ich beschliesse daher eine Mail an die Werft mit Beschreibung der Situation zu schicken.
Kurzfassung:

  • Maschine geht nach spätestens ~60 Minuten auf Alarm (Tinitusgefahr)
    Alarm P0094 = laut Handbuch: "möglicherweise ist die Hochdruckleistung undicht"
    keine Verunreinigung im Maschinenraum, klingt daher nicht ganz plausibel. Piept aber wie verrrückt
  • Es geht der Rück-/Vorwärtsgang nur eher zufällig rein. Eine Person steht im Maschinenraum und hämmert auf die Schaltung ein, bis der Gang sich vielleicht gnädig zeigt rein zu gehen.
    Wir hatten sehr viele An- und Ableger mit sehr brenzligen Situationen. Kannst Dir ja sicher vorstellen, wenn beim Anleger der Rückwärtsgang nicht mehr einlegt, oder umgekehrt
  • Allem Anschein nach scheinen alle Luken undicht zu sein. Bei überkommendem Wasser tropft es in Strömen von praktisch allen Luken
    Vielen Dank an dieser Stelle an die Sch...Firma LEWMAR.

... doch der Genuss des guten Essens war leider nur von kurzer Dauer. Rolf bemerkte auf dem Weg zu seinem Lieblingsplatz im Klüver, dass wir während unserer Abwesenheit gerammt wurden. Das hölzerne Schanzkleid fehlt auf ca. 4 mtr. Schrauben stehen vor, Einschlagsspuren sind sichtbar. Das muss im Laufe unseres Einkaufs zwischen 15:00 und 18:00 passiert sein. Am Vormittag hatten wir noch Wäsche aufgehängt, da war alles noch da. Morgen zum Hafenmeister ..

Wenns läuft, dann läufts ...

Fortsetzung folgt ...

Samstag, 21 August 2021 08:05

Am Ende wird alles gut (Part 1)...

Am 18.8. 2021 ging die BELUGA wieder auf Fahrt. Start im holländischen Den Helder. Beim Ablegen ein kleiner Schock, alle Leinen sind los, Wind von vorn mit 18kn und der Vorwärtsgang lässt sich nicht einlegen. Glücklicherweise war der Hafenmeister gerade auf dem Steg und konnte uns einfangen. Klopfen, Schieben, Rütteln am Schaltgestänge half schliesslich den Vorwärtsgang einzulegen. Nächster Stopp: Tankstelle Den Helder. Strecke: 50mtr. "Wird der Rückwärtsgang reingehen oder krachen wir gegen den Steg ?" waren die Gedanken, welche mir als Skipper durch den Kopf gehen. Aber alles ging gut. Dank der 22 Tonnen Gewicht der BELUGA kann man auch bei Wind ganz gut langsam manövrieren ... und der Rückwärtsgang ging diesmal rein. In Summe eine echte Scheiß-Situation !

Wir haben allerdings beschlossen, dass wir beim angesagten Wetterfenster ab der englischen Südküste sehr viel segeln können. Dann würde das Drama erst wieder in La Coruna beginnen. 5 Tage Zeit das Drama zu vermeiden ... wir beschliessen daher Volltanken und Losfahren. Um 16:00 haben wir den Hafen von Den Helder verlassen. Ziel: La Coruna ! Aufgrund der zeitlichen Vorgaben unserer Mitsegler müssen wir spätestens am Mittwoch, dem 25.8. in La Coruna sein um die Folgetermine nicht zu gefährden. Daher beschliessen wir am Freitag, dem 20.8. einen Meilenstein vor Cherbourgh zu setzen. Haben wir diesen Punkt rechtzeitig oder früher erreicht, dann segeln wir weiter, wenn nicht laufen wir Cherbourgh an um die Crew rechtzeitig zu den Verpflichtungen von Bord und nach Hause zu bringen. Es sollte jedoch ganz anders kommen ....

... am 19.8. - kurz vor Dover - piept unsere Maschine wieder auf. Wie bereits vor Tagen in Brunsbüttel. Damals wollten wir eh nach Glückstadt, wo die Yachtwerft - trotz Betriebsferien - einen Yanmar-"Spezialisten" organisierte. Dieser las den Fehlerspeicher aus und konnte eine Meldung erkennen. Danach startete er einen Firmwareupgrade. Ich als Softwerker kenne dieses Vorgehen. Hat aber leider keinen guten Beigeschmack nach dem Motto "Wenn ich schon keine Ahnung habe wo der Fehler liegt, dann mache ich geschäftige Hektik". Die Meldung des Fehlerspeichers liess sich übrigends nicht ermitteln. Der Yanmar-Spezialist konnte auch mit telefonischer Unterstützug die Meldung nicht mehr ausfindig machen. "Im Büro geht das dann" ... ich solle die Meldung per Mail erhalten. (Heute, 21.8., warte ich noch immer auf diese Mail).

... aber zurück zu Dover: Wir hatten auf dem Weg ins Verkehrstrennunggebiet (VTG, oder englisch VTS) auf die südliche "Fahrbahn" genau am besten Zeitpunkt eine deutliches Piepen der Maschine. ALAAAAAARM ! Die Maschine zeigt am Panel "P0094", das Handbuch sagt: "Sie haben möglicherweise ein Leck in der Hochdruckleitung". Oh Nein, diese Sauerei wollte ich eigentlich gar nicht sehen. Dennoch Maschinenraum auf und reinschauen ... alles Blitzesauber ? Ich beschliesse uns erstmal aus dem Weg zu bringen. Wir setzen Segel. Der Wind steht gut, mit Vollzeug und wenig Höhe segeln wir flott dahin. Bei 7 bis 9 Knoten über Grund ist alles im grünen Bereich.

Gegen Spätnachmittag schläft der Wind ein, wir wecken die Maschine wieder auf, nachdem wir zuvor vergeblich nach möglichen Ursachen suchten. Schnurrt wie ein Kätzchen. So haben wir sie lieben gelernt. Nach einigen Stunden Arbeit weckt uns die Maschine wieder mit obiger Meldung. Die Abstände zwischen den Alarmen scheinen immer kürzer zu werden. Nach kurzer Beratung waren wir uns alle einig: So wollen wir nicht bis La Coruna fahren. Also Abbruch an dieser Stelle ! Kurzer Funk mit der UK Verkehrsleitung und wir haben die Freigabe, die zwischenzeitlich 2 VTGs in nicht vorschriftsmässigem Winkel zu kreuzen - unter Segel. Der Wind ist zwischenzeitlich wieder gut. Wir laufen bei prächtiger Geschwindigkeit und halbem Wind mit 7-9kn in Richtung Dünkirchen. Dort machten wir gegen 22:00 fest. Hier bleiben wir erstmal bis der Fehler der Maschine behoben ist. Zwischenzeitlich fehlt ein Crewmitglied beim Anleger, weil dieser im Maschinenraum die Gänge auf Zuruf einlegt.

Fortsetzung folgt ...

Dienstag, 17 August 2021 10:59

Achterbahn für Fortgeschrittene ...

... am 15. August legen wir auf Helgoland um 10:00 morgens bei ca. 16°C ab. An dieser Stelle sei angemerkt: Wir sollten Hochsommer haben ! Der Plan war rechtzeitig bevor die Nordsee mit ihren Möglichkeiten glänzt und eine angesagte 4,5m Welle produziert wollen wir südlich von Ijmuiden das Ganze hinter uns lassen. So gehts in Rauschefahrt (der neue Yanmar muss richtig ran) in Richtung Holland. In der Nacht besucht uns ein Tief nach dem Nächsten. Immer mit 20kn Wind auf die Nase ! Na danke dafür !

Gegen 06:00 biegen wir ins VTG Vlieland ein. Endlich Südkurs ! Mache die Rechnung aber nie ohne den Wirt: Ab 06:30 dreht Aiolos ebenfalls auf. Wind aus West mit 25-30kn. Sein Kumpel Rasmus, der für Wellen zuständige Gott ebefalls auf. Mit 3 bis 4 mtr Welle von der Seite macht Segeln sehr begrenzt viel Spass. Im Laufe des Tages drehen die Jungs dann so richtig auf. Über 35kn Wind und Welle enstprechend. Die Wetteraussichten vermitteln keine Besserung. Daher beschliessen wir den nächten EU Hafen (Die UK's können bleiben wo sie sind :-) anzulaufen. Dies hebt die Stimmung an Bord schlagartig, lässt einige Mägen wieder bessern und schont das Material deutlich. Wir beschliessen den Rest des Sturms im Hafen von Den Helder abzuwettern. Gegen 14:00 liegen wir dann auf Den Helder fest. Alle müde, glücklich und hungrig.

Schiff fertig machen, aufräumen, ab in die Hafenkneipe. Die Gastronomie des königlichen Yachtclubs war übrigens echt lecker. Danach ab ins Bett, weil Kohlehydrate echt müde machen. Was bislang selten war, aber heute notwenig wurde: Ab 20:00 war die gesamte Crew im Bett und träumte von gutem Wetter. Na dann, gute Nacht ....

 

 

 

 

 

 

 

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Samstag, 14 August 2021 12:26

Hausmeister auf Helgoland

Basteln mit R&R ist angesagt !

Die Crew geht shoppen: Nahrung und Getränke, Klamotten und mehr. Alles chico. Rolf unf Ralph packen die Werkzeugkisten aus.
Bei einem Käffchen besprechen wir die Prioliste des Tages:

  1. Bilgepumpe(n) sollen auch laufen, wenn die Tür zu ist tongue-out
  2. Trinkwassersystem reparieren
  3. Überprüfung der Vorschiffstoilette
  4. Watermaker in Betrieb nehmen

Rolfs Aufgabe, die Überprüfung der Pumpen und Schläuche der Nasszelle im Vorschiff konnten mit sehr positivem Ergebnis abgeschlossen werden: Alles dicht und funktioniert. Ralph hatte dann die Aufgaben im Maschinenraum (1, 2, 4) gegen Spätnachmittag abgeschlossen. Dank der andauernd gebückten Haltung mit etwas "Ücken".

Danach gehts in die "Bunte Kuh" auf ein lecker Essen. Gegen 21:00 mussten wir das Lokal verlassen, da es zwischenzeitlich derart kalt wurde, dass wir befürchten mussten auf den Stühlen festzufrieren. Auf dem Heimweg bekamen wir einen Anruf vom Bodensee. Alle halbnackt und lautstark unter Hitze stöhnend. Wie ungerecht die Welt doch sein kann cry

Kurzer Sundowner und ab in die Heiha, bevor die Eiszeit kommt.
Morgen ist unser letzer Tag auf Helgoland, danach gehts ab in den Süden.

Samstag, 14 August 2021 11:33

Wasser ! Alles in die Boote, wir sinken !

... naja so schlimm  wars dann auch nicht, aber erschrocken sind wir dennoch !

Von Mittwoch auf Donnerstag warten wir in der City Marina in Cuxhaven auf unseren Einfahrservice. Netter Platz im Päckchen auf einer schönen Linssen. Alles easy.

Bei einem routinemässigen Besuch im Maschinenraum am Mittwoch stand die gesamte Bilge unter Wasser. Sinken wir jetzt ? Wenn JA, warum ? Das alles sind Gedanken, welche Dir in diesem Moment durch den Kopf gehen. Aber Eins nach dem Anderen.  Zur Analyse der Situation habe ich erstmal eine Geschmacksprobe (Finger ins klare Wasser und abschlecken) gemacht. Süsswasser ! Entwarnung !
Grund: Ein abgeplatzer Schlauch unserer Trinkwasserversorgung.

Bei der Gelegenheit hatte ich dann festgestellt, dass a) der Schwimmerschalter selbst schwimmt und dass b) die Pumpen so verkabelt sind, dass sie nur bei geöffneter Tür auslösen ???? Was für ein Unsinn ! Falsch angeklemmt. Wer war das ? Ralph outet sich als der verantwortliche Elektriker. Naja Shit happens ! Da im Rahmen dieser Inspektion ohnehin die Türe auf war, liessen wir diese offen und mussten das gute Trinkwasser leider in die Elbe pumpen. Die Entscheidung: Sinken oder Trinken oder Schlauch wieder aufsetzen, diesmal jedoch mit 2 Schlauchschellen befestigen. Passt ! Kleiner Fisch ....

Am Morgen darauf nochmals Kontrollblick in den Maschinenraum: Türe auf und Bilgepumpe geht schon wieder los. Was zum Teufel ... Zwischenzeitlich ist unser Einfahrservice dran. Daher müssen die weiteren Aktivitäten warten. Bilge leer, Trinkwasserpumpen aus. Erstmal Ruhe ! Nach Motorservice gehts dann nach Helgoland. Dort kümmern wir uns um die ganze Geschichte in aller Ruhe. Einen Basteltag ! ... aber Türe bleibt offen, wegen der Bilgepumpen :-)

Am Donnerstag um 16:00 geht die Klappbrücke "Cuxhaven Lock" auf. Mit ablaufendem Wasser und einer spiegelglatten Nordsee ging die Überfahrt recht flott. Um 21:00 waren wir im Päckchen fest. Bei einem Glas Wein liessen wir diesen schönen Tag ausklingen. Morgen ist Shopping- und Basteltag !

Mittwoch, 11 August 2021 18:33

... and finally it goes loose :-)

Nachdem wir eine sehr schöne Woche mit Familie in Hamburg und auf Helgoland verbracht hatten kehrten wir planmässig wieder nach Glückstadt zurück. Der Törn verlief für alle sehr schön ... bis Brunsbüttel. Dort behauptete die BELUGA:  Bei uns piept's !

Unser nagelneuer YANMAR geht auf "Safe Mode" und hupte wie bekloppt. Beim Bergen der Segel für einen Wartungsstopp flog dann auch noch die Sicherung der Segelwinch. Daher Kreise segeln bis die Sicherung gewechselt war. Segel bergen und vor Anker dann die Maschine untersuchen. Um ehrlich zu sein, konnten wir keine Fehler finden. Will die Maschine nicht von Glückstadt weg und hat einen eigenen Willen ? Könnte man fast meinen ?!

Auf dem Weg nach Glückstadt wurden wir wegen unserer Fahrmanöver von der WaschPo angehalten. Die Frage war "Wie kommt ihr auf die Idee vor Brunsbüttel im Schleussengebiet zu ankern ?" Wir erklärten was passierte. Die WaschPo konnte das dann doch verstehen und bot uns "Begleitschutz" an, damit dies nicht zur Gewohnheit wird und auch um heil nach Glückstadt zu kommen.

Kaum sicher in Glückstadt angekommen geht kein Vorwärtsgang mehr rein. Hat die BELUGA auch ein Eigenleben ? Nach Anruf bei der Werft waren (trotz Betriebsurlaub) sehr schnell helfende Hände auf der BELUGA. Vielen Dank nochmals für Euren Einsatz, Jungs ! Ralf hatte dann im Kopfstand in der Maschine die Kabellage neu justiert und: Alles geht wieder! Am Dienstag kam dann der Motordoktor von YANMAR. Fast wie beim echten Arzt: Alles untersucht - mehrere "Hmmm" und "ach so" waren zu hören. Dann wurde die Elektronik neu geflasht. Auf die Frage, was das Problem war: "Weiß ich auch nicht so genau, aber mit neuer Firmware sollte es weg sein". Flösst nicht gerade Vertrauen ein, aber es stellte sich heraus, das Problem ist bei Yanmar bekannt.

Nachdem dann alles wieder neu geflasht war (die Maschine, die Mannschaft und die Biervorräte) brachen wir am Mittwoch auf. Nächster Stopp: 50h Einfahrservice der Maschine. Den wollen wir in Cuxhaven machen. Mit YANMAR CUX telefoniert, Termin vereinbart und los gehts. 08:00 am Mittwoch morgen !

So verliessen wir am Dienstag gegen 15:30 Glückstadt mit derm Vorsatz, diesen sehr schönen Ort für lange Zeit nicht mehr wieder zu sehen. Nicht weil es uns dort nicht gefallen hat - ganz im Gegenteil ! Wir starten auf unsere CIRCAMERICA-Tour. Auf dem Weg reservierten wir unseren Liegeplatz in Cuxhaven telefonisch. Doch wir durften erfahren, dass alle Plätze in den Häfen von Holländern belegt sind. Daher ein früher Stopp im Binnenhafen Brunsbüttel ! Die Schleuse ist immer wieder ein Erlebnis. Nicht nur beim Rein- sondern vorallem beim Raus.

Am nächsten Morgen (Mittwoch) dann früh raus. Ziel 08:00 in CUX. Die Schleuse macht uns jedoch einen groben Strich durch die Rechnung. Fast 2h Wartezeit bis zum Schleusen und siehe da: Cuxhaven haben wir dann auch schon um 10:00 erreicht. Die Monteure sind bereits alle fleissig, aber leider auf anderen Schiffen. Daher Einfahrservice am Donnerstag um 08:00. Na dann schaun wir mal ...

An Bord ist die Stimmung noch immer exzellent. Die Schaltung funktioniert noch immer nicht zuverlässig. Durch eine DIY-Reparatur haben wir den Innensteuerstand nun zur sicheren Bank gemacht. Am Aussensteuerstand arbeiten wir noch. Als Besatzung biste hat nich nur Seemann, sondern auch Hausmeister ...

in diesem Sinne bis bald und Ahoi von der BELUGA

 

Mittwoch, 28 Juli 2021 20:26

Das harte Leben auf See ....

... fordert alles von Seeleuten wie uns beiden.

Alles am Platz ! Hurra !!!
Nach tagelangem Ein-, Aus- und Umräumen haben wir nun unseren Hausstand in einem ersten Wurf verstaut. Ergebnis: Wir finden nix mehr :-) aber wir wissen dass wir das Gesuchte an Bord haben. Allerdings werden die Suchaktionen immer weniger. Auch haben wir einige "Schätzchen" beim aufräumen gefunden: Artikel welche wir in den Jahren 2016 und 2017 für wichtig erachteten, kauften und an Bord brachten. Das meiste davon nützlich, aber immer wieder fragen wir uns wofür wir diesen Sch... eingekauft haben.

Stärkung tut Not

Nachdem wir nun 2 Wochen damit beschäftigt waren Dinge zu räumen und wir zwischenzeitlich echt geschafft sind ahben wir beschlossen uns nochmals für diese grandiose Leistung (unsere persönlich Einschätzung) zu belohnen. Freezer auf, argentinisches Filet raus, einen Blumenkohl dazu und los gehts. Wie Du sehen kannst bedeutet das Leiden auf sehr hohem Niveau. Beefer included wink Neben dem "spartanischen" Leben an Bord lassen wir uns das stehts gut gehen. Kulinarisch kann Ralph sich austoben ... und er tut es. Täglich gutes Essen. Ralph bewirbt sich neben seiner Rolle als Skiper auch in der Rolle als Smutje. Der Smut ist einer der wichtigsten Personen an Bord. Stimmt das Essen niht, ist die Stimmung an Bord ganz unten. Andersrum prktizieren wir das an Bord. Lieber gut Essen als gut arbeiten laughing.

 

 

 

Die erste Crew droht mit Ankunft

Unsere Tochter mit Family kommt um mit uns die allerste Tour zu segeln. Wir freuen uns sehr auf die Vier. Ziel soll Helgoland sein. Pünktlich zu deren Ankunft geht das Wetter von 27° auf 19° zurück. Das wär eigentlich nicht wirklich schlimm, aber der Wetterbericht und der Himmel drohen mit einem Tiefdruckgebiet. Was bedeutet das für uns: Um nach Helgoland zu kommen müssen wir ab der Elbemündung NW Kurs halten. Das Tief bringt aber NW Wind. Also genau auf die Nase und das mit 6Bft in Böen 9Bft angesagt. Braucht kein Mensch !
Also beschliessen wir zunächst nach HH zu fahren. Da ist NW sehr gut. SA und SO soll Regen und Sch...Wetter sein. Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch für was gut ist. Wir reservieren einen Platz im Citysporthafen HH. Legen uns vor die Elphie und lassen den Herrgott einen netten Mann sein ... wie der Schwabe sagt.

Das Wetter: Perfekt für Miniaturwunderland (5 Gehminuten) und/oder Maritimes Museum (8 Gehminuten) oder Portugiesenviertel ( 3 Gehminuten). Also alles vor Ort. Leider ist das Wasser ziemlich dreckig und ab morgens wenn die Hafenrundfahrten losfahren ein wenig schaukelig. Aber die BELUGA hält mit ihren 20 Tonnen ganz gut dagegen. Dieser Hafen ist immer einen Besuch wert !

 

Montag, 26 Juli 2021 08:46

The Ocean is calling ...

Nach einer Woche voller Kleinigkeiten haben wir am Sonntag unsere Waschmaschine in Betrieb genommen. Ziel war es einmal Probewaschen (95°, ohne Wäsche) um festzustellen, ob alles dicht ist. Wir fanden Sonntag wäre der genau richtige Tag, da es gegen Nachmittag zu regnen beginnen sollte. Nicht so heiß aber hell.

Alles angeschlossen und los gehts .... nach wenige Sekunden die erste Wasserspur zu erkennen ! WHAAA, welche Leitung ist undicht. Kurz bevor wir die Waschmaschne rausheben wollen (voller Wasser = 60Kg) entdeckte Ralph, dass das Wasser vom Gehäuse abtropft. Schreck noch grösser ! WHAAAAA Sollte unsere schöne Waschmaschine vielleicht beim Transport beschädigt worden sein ?

Antwort: NEIN, alles wird gut. Lediglich das Flusensieb war nicht ganz zugedreht. Kaum gedreht, alles wieder dicht. Also Waschmaschine an und Zeit für ein Käffchen auf dem Achterdeck.

Von der Sonne erschlagen

Der Süden Deutschlands tendiert dazu dem Norden regnerisches Wetter zuzuschreiben. Das können wir auch in den ganzen Jahren unseres Refits nicht bestätigen. In 2021 ist es jedoch eher umgedreht. Wir werden hier im Norden von der Sonne erschlagen. Der Süden droht abzusaufen ... verkehrte Welt ? und an allem ist die Antifa schuld ? Ach so, der ist ja gar nicht mehr Präsident der USA. Wer könnten denn sonst dran Schuld sein ? Wir werden auf unserer Inselumrundung versuchen Antworten zu finden. Jedoch heute, am Sonntag werden wir bei 27°C und strahlender Sonne auf unserer BELUGA gegrillt. Watt ne Hitze !

Nach ca. 2h Probewaschen - die Waschmaschine riecht zwischenzeitlich Aprilfrisch - geht Sabine dann an die Wäsche. Keine Sorge, niemand geht Sabine an die Wäsche, sondern Sabine macht "Kessel Buntes". Aber selbst mit Wäsche ist die Maschine fast nicht zu hören. Sehr angenehm, wir warten aufs Schleudern. Aber selbst Schleudern findet nahezu geräuschlos statt, wir beiden habens jedenfalls nicht bemerkt. Kurz darauf piept es, Watt is datt nu ? Die Maschine ist fertig. Danach noch ein bisschen aufhängen und Restfeuchte raustrocknen. Gehts super über Nacht im Cockpit. Stört niemanden, ist gut durchlüftet und auch bei Regen wäre das kein Problem. Ach ja, der Regen ist dieses Jahr ja im Süden zuhaus.

In diesem Sinne wünschen wir ein schönes Wochenende ...

... sondern eine Delfintherapie

Das erste enstpannte Frühstück an Bord. Nachdem wir vorgestern am 14.7. am Bodensee losfuhren und am 15.7. um 07:00 ankamen waren wir echt gerädert. 2 Stunden Schlaf, dann Mndschutz rein und weiter gehts ... Transporter ausräumen. Im Schiff siehts aus wie nach einem Bombenangriff. Sabine fragt sich wie gross der Ponton sein solte, der all unsere Habseligkeiten fassen kann foot-in-mouth

Gestern, am 16.7. konnten wir ein wenig den Fuß vom Gas nehmen: Ausschlafen, spätes und ausgedehntes Frühstück. Danach gings wieder los. Kisten und Taschen ausräumen. Alles rein in die BELUGA ... allein unsere 6 Gewürzregale aus dem "IKEA Fachmakrkt" sind notwendig um die Gewürze unterzubringen. Du magst Dir nun überlegen: Weniger Gewürze ? ... ganz blöde Idee, sagt Ralphs Motto "Das Leben ist vieeeel zu kurz um schlecht zu essen". Daher müssen die Gewürze und das komplette Küchenzubehör alles rein. Spätzlepresse inclusive (geht für Schwaben nicht ohne), Sodastream, Thermomix und vieles mehr ...

Auch Sabine kann ihre Schwerpunkte bislang (fast) alle unterbringen. Das Bad ist voll, die Schränke drohen zu platzen wink und alle paar Minuten haben wir  Schmunzelaktionen bei der Unterbringung von Dingen. "Wer hat uns das denn eingepackt ?" Leider waren wir die einzigen, die den Transporter geladen hatten.

Die Fahrräder haben wir noch aus dem Lager zum Schiff gebracht. Wir müssen ja noch proviantieren ... mit dem neuen Anhänger fürs Fahrrad. Diesmal ein Einachser. Die bislang verwendeten 4 rädrigen Bollerwagen welche uns Amazon sehr pünktlich lieferte, sehen allesamt gut aus, taugen aber für diesen Zweck überhaupt nicht. Rosten und verloren ihre Räder in weniger als einer Saison.

Heute, am Samstag ist unser erster entspannter Tag. Hausmeister Krause ...pardon: Ralph muß noch ein paar Kleinigkeiten erledigen, dann ists aber auch WoEnde. Wir bekommen Besuch ! Am Samstag freuen wir uns sehr auf Petra und Thomas, am Sonntag auf Sigrid und Rolf. Also: Immer was geboten hier an Bord !

Wir sind nicht alleine !

Wir haben einige unserer Nebenlieger kennengelernt. Einer aus München, ein Schleswig Holsteiner aus Nürnberg, mit Beziehungen nach Langenargen. Schweizer hats hier auch einige, auch ein Neuseeländer aus Deutschland, etc, etc ... Eine echt sehr nette und bunte Gemeinschaft an Menschen.

Das Mittelmeer kann nicht weit weg sein ?

Als wir vor wenigen Tagen am Bodensee losfuhren haben wir strömenden Regen und 13°C erlebt. Sch.. kalt und nass. nach circa 50km Fahrt trockneten die Strassen ab und kurz darauf waren diese traocken ... bis Glückstadt. Hier im "regnerischen Norden" erleben wir aktuell 25°C strahlenden azurblauen Himmel und ein leichtes Windchen. Ein absoluter Traum. So kennen wir Mittelmeerwetter ... von wegen regnerisch und trübe ! wir überlegen uns ob wir wirklich gen Süden fahren sollen undecided oder doch in Glückstadt bleiben. Bei dem Wetter. Wir entschliessen uns: Sicher ist Sicher ! Spanien wir kommen cool

 

Dienstag, 29 Juni 2021 15:45

... gelebte Sueben

kleiner geschichtlicher Exkurs

Die Bezeichnung Sueben bezieht sich auf eine germanische Stammesgruppe, die einst im Nordosten der Germania magna an der Ostsee bis zu den deutschen Mittelgebirgen lebte. In römischen Quellen wurde nach den Sueben die Ostsee als „Mare Suebicum“ benannt. Viele germanische Stämme legten Wert darauf, als suebisch betrachtet zu werden. Etymologisch leitet sich vom Wort „Sueben“ der spätere Name der Schwaben ab. Der Name aller im Lauf der Zeit als Schwaben bezeichneten Gebiete und Volksgruppen geht auf einen germanischen Stamm zurück, der im 3. Jahrhundert von der Elbe her den heutigen Südwesten des deutschen Sprachgebiets besiedelt hatte und dessen Angehörige von den Römern seit dem 5. Jahrhundert als Suevi bezeichnet wurden. Die Archäologie ordnet diese Sueben dem elbgermanischen Kulturkreis zu. Etymologisch leitet sich der Begriff eventuell von „schweifen“ her (über lateinisch suevia), was auf einen nomadischen Ursprung der Urschwaben hindeuten könnte.

zurück zu unseren Wurzelncool ...

Wir haben nun unsere wunderschöne FeWo für die letzten 4 Wochen als landlebende Spezies bezogen. Wunderschön in Brochenzell gelegen wurde der einstige Stall geschmackvoll und mit viel Liebe zu einer FeWo umgestaltet. Kategorie: Empfehlenswert.

Von Termin zu Termin eilend: Essen gehn, Amt besuchen, ... die letzten Aktionen vor dem Absprung. Mit dem derzeit erlebten "Streß" müssen wir als angehende Renterner umgehen lernen. Wir haben zwar noch ein paar Jährchen Zeit, aber mit Renteneintritt müssen wir a) immer in Hektik sein, b) überall vordrängeln um dann an der Kasse den Geldbeutel nicht zu finden und c) Einkaufen immer nur am Samstag nachmittag. Du wirst verstehen, dass dies ein wenig Übung erfordert. Wir arbeiten dran.

Am 14.6. machen wir am Bodensee die Flatter ... auf die BELUGA. Ab diesem Zeitpunkt werden wir als "Wassernomaden" weiterleben. Eben als Sueben oder auch Elbgermanen. Wahrscheinlich sogar die einzigen Elbgermanen, welche die ursprüngliche schwäbische Sprache fließend sprechen und - zumindest zeitweise - in Glückstadt an der Elbe leben. War übrigens auch für uns neu, dass schwäbisch ein norddeutscher Dialekt von der Elbe sein soll winkJo heilix blechle, so ischs noch au. Falls Du Dir nicht ganz sicher bist, ob Du nun als jahrelang in Norddeutschland lebender noch ausreichend Elbgermanen-Gene hast, oder als Süddeutscher die Schwabengene noch ausreichen, haben wir Dir diese kleine Schwaben-Schnell-Test (SST) beigefügt.

  • Mädlemoischmaschmost Mostmuschmega Maschmostmaschmi
  • Schelladse it a seelara schella, selle Schella schellat it, schellat se liabr an sellera Schella, selle Schella sechellet

Die Aufgabe ist diese vollständigen und bedeutungsschwangeren Sätze aussprechen, verstehen und deuten zu können. Viel Erfolg und gutes Gelingen hierbei. Aber eigentlich ist das völlig logisch, dass Schwaben sich in Ostsee UND Bodensee finden. Ist doch die Ostsee und der Bodensee an ihrer tiefsten Stelle gleich nass. Wußtest Du das schon ? Wenn JA: RESPEKT ! Wenn NEIN: Gut dass es uns Schwaben gibt ...embarassed

Sabine und ich bleiben furchtlose und treue Schwabenwink, welche ihr an der nebenstehenden Flagge im Masttop erkennen werdet. (Mglw. in etwas weniger patriotischer Version).

Viel Erfolg und bis bald ...

 


Quellennachweis:

Inhalt Quelle
Begriff "Sueben" http://www.wikipedia.org

 

Samstag, 12 Juni 2021 09:51

watt'n Feedback

eurer Feedback hat uns umgehauen ...

Bevor die große Ausräumaktion in der Wohnung begann hatte ich unseren Zeitplan auf unserer Website überarbeitet. Kostete mich 3 Tage meines Lebens cry, da die alte Planung so nicht mehr passte, Corona neue Anforderungen hat, Länder wie Frankreich oder Holland  wegen Corona nicht mahr als sicher gelten etc ... ein Mordsarbeit.

Am Sonntagabend war dann der erste Wurf soweit eingepflegt und ich vor lauter Tabellen mit Zeiten, Dauern und Meilen durch den Wind. Am nächsten Morgen traute ich meinen Augen nicht: Mein Freund Rolf hatte die Überarbeitung bereits bemerkt und sich mit Sigrid gelich auf den ersten Törn eingebucht. Das stand so in seinem Mail. Whow !

Mit derart aufmerksamen Followern hatte ich nicht gerechnet ! Umso freudiger öffnete ich die WebSite um Rolfs Buchung zu akzeptieren. Da traf mich fast der Schlag: Nicht nur Rolf, sondern einige unserer Freunde hatten meine Überarbeitung ebenfalls bemerkt und sich ebenfalls eingebucht. Fazit: Wir sind derzeit bsi Ende Januar regelmässig mit Freunden unterwegs. Das erfüllt uns mit Stolz und Freude ! Solche Freunde sind echt was wert ! DANKE an Euch und willkommen anBord !

 

Samstag, 12 Juni 2021 09:30

Juhu, das Ende naht !

Juhu, das Ende naht winkcool!

Bei uns macht sich langsam aber sicher Endzeitstimung breit. Nicht negativ, sondern eher positiv und mit großer Freude.

Dennoch haben Sabine und ich ein weinendes und ein lachendes Auge.. Einerseits verlassen wir die vertraute Umgebung. Die Kinder und Enkel in Steinwurf Entfernung. Alles Chico ! Andererseits freuen wir uns über die Zeit, welche uns bevorsteht. Wehmut und Freude mischt sich .... manchmal dominiert das Eine, manchmal das Andere.

Wir denken dass dies normal ist und bald vergehen wird.

 

Die letzten Tage jedoch führen uns unsere Planung nochmals deutlich vor Augen:

  • Wir haben keine Verkehrsmittel mehr. Unser Auto wurde verkauft, die Fahrräder sind bei unseren Töchtern. Dennoch haben wir keine Not. Alle in unserer Umgebung helfen, wo imer sie helfen können. Wir bekommen Autos geliehen, Fahrräder zur Nutzung .... uns fehlts an nix. Aber dennoch alles ist weg !
  • Auf der Gemeinde haben wir die neuen Ausweise abgeholt. Bei der Gelegenheit unseren Wohnsitz abgemeldet. "Ohne Wohnsitz in Deutschland". Sind wir nun Obdachlos ? bekommen wir jetzt vielleicht auch  auch noch Stütze ? ... Antwort: Natürlich nicht ! Diesen Vorgang hatten wir bereits ein Jahr davor mit fachkundiger Beratung unseres Bürgeramtes diskutiert und festgelegt. Aber jetzt ist es soweit ! Seltsames Gefühl ... das ist jetzt echt !
  • Wir haben unsere Wohnng auf Ende Juni gekündigt und sind aktuell dabei diese auszuräumen. Zigmal diskutiert und eigentlich durchgeplant, aber wenns dann soweit ist, dann fühlt sich das seltsam an. Gegenstände welche wir behalten wollen werden eingelagert, andere an Freunde und Bekannte verschenkt, weitere über die eBucht verhökert un der Rest wandert auf den Müll. Zwischenzeitlich hatten wir einen Transportponton notwendig um alles mitzunehmen, was auf den ersten Hieb notwendig erschien. Als wir jedoch den Berg sahen, beschlossen wir auf einen Ponton zu verzichten - zumal die Segeleigenschaften deutlich besser werden - und nochmals alles durchzugehen um uns auf die wirklich notwendigen Dinge zu beschränken.
  • Wir geben die nächsten Tage die Dinge bei unserer Arbeitgebern zurück. Keine Telko mehr, kein Homeoffice (wo auch ??) ... Juhu und Schade um den Kontakt mit den Kollegen. Einige davon - zwischenzeitlich gute Freunde - habe sich bereits bei uns angemeldet. Wir werden uns sicher nicht ganz aus den Augen verleiren.

Nachdem all diese Maßnahmen den Abschied zur Wirklichkeit werden lassen hatte Sabine für einen Moment eine Bluesphase. Mehr als Verständlich ! Ich freue mich tierisch auf die neue Umgebung, habe aber ebenfalls eine Träne im Auge. Wir verlassen unsere Komfortzone. Sabine derzeit noch mit Skepsis, ich konzentriere mich darauf den Übergang in die neue Komfortzone so angenehm wie möglich zu machen. Nachdem wir ähnliche Phasen schon mehrfach in unserem Leben erfolgreich gemeistert haben, sind wir zuversichtlich dass dies auch hier klappen wird. Ich bin mir sicher dass schon bald Sabines Blues zum Rock'n Roll wird. Spätestens wenn wir auf der BELUGA eingezogen sind.

Das Feedback welches wir derzeit von Familie und Freunden bekommen lässt unser weinendes Auge immer kleiner und unser lachendes Auge immer grösser werden. Danke dafür an alle.

 

... to be continued ...

 

... die Arbeiten sind beendet, nun steht dem Vergnügen nicht mehr im Weg !

Die Arbeiten an der BELUGA sind mehr als erfolgreich abgeschlossen. Nicht nur die selbstgestellten Pflichtaufgaben, sondern auch die "kann" Aufgaben und manches mehr sind erledigt !
Das Schiff ist eingerichtet und eingeräumt. Alle Rumpfarbeiten sind abgeschlossen. Die Maschine ist drin und "verkabelt". Das Unterwasserschiff ist frisch gestrichen. Die Sicherheitsausrüstung ist (über-) komplett, etc, etc, etc, etc ...

Die BELUGA ist zwischenzeitlich ein echte klasse Schiff geworden. Ausgereift, luxoriös und aufs Wesentliche begrenzt.

Sorgenkinder als Chance ...

Das grosse Sorgenkind von Ralph war die Heizung. Die WEBASTO DBW  wurde zum "Feindbild". Sie fiel immer dann aus, wenns besonders kalt wurde. Auch dann bevorzugt mitten inn der Nacht. Sch ... Heizung ! Aber alles ist für etwas gut ! Die WEBASTO DBW wird für teuer Geld ohne sinnvolle Steuerung geliefert. Das bedeutet, dass die Heizung - einmal angelaufen - bullert bis die Schwarte raucht. Im wahrsten Sinn des Wortes. Ralph konnte am Ausgang der Heizung Wassertemperaturen vorn 93°C messen, dann hat er den Heizvorgang manuell beendet. Möglicherweise hätte die Heizung sich selbst verbrannt undecided. Zwischenzeitlich hat Ralph die gesamte Heizungsanlage mit eigener Steuerung versehen, welche die WEBASTO Standheizung um Funktionen erweitert, welche meine Nachbar auf dem Nebenschiff bei seiner Chinaversion alle serienmässig geliefert bekam ... und das für 30% des Preises. Quality made in Germany hat halt ihren Preis cry

Das Gute daran ist, dass die neue Steuerung das gesamte Heizungssystem wesentlich effizienter nutzt. Bestehende Wärme im System wird noch genutzt wenn die Heizung bereits seit langem aus ist. Die Einschaltzyklen werden zur Schonung der teuren und daher empfindlichen Heizung zeitlich gestreckt und und und ...
Zwischenzeitlich ist Dank ... oder Trotz ... WEBASTO eine sehr gut funktionierende Heizungsanlage entstanden, welche wahrscheinlich auch noch deutlich effizienter arbeitet als WEBASTO das jemals hinbekommen hätte. Jedenfalls wenn WEBASTO Steuerungen genauso sorgfältig ausführt als sie das mit ihren Heizungen ausführen. Nicht vorzustellen was alles hätte in der Zeit noch gemacht werden können, wenn ich eine Chinavariante eingebaut hätte. Ich wüsste gar nicht, was ich mit all dem Geld und der Zeit hätte anfangen sollen wink

Zurück in die Zukunft ...

... im Mai gehts "leider" nochmals zurück in die Heimat. Wohungsauflösung, neue Reisepässe und Impfung sind die Highlights welche Sabine und Ralph abarbeiten dürfen. Um die Wohnungsauflösung machen wir uns keine Sorgen .. läuft !

Im Jahre 2019 hatten wir uns auf der Gemeinde erkundigt, was alles zu tun ist vor dem Start. Die sehr gute Empfehlung: Bei 7 Jahren Reisezeit lasst Euch neue Reisepässe machen. Wenn dann gleich mit extra Seiten für Stempel. Das Ganze reicht 4 Wochen vor Start um möglichst frische Papiere zu haben. Nun sind wir (8 Wochen vor dem Start) auf der Gemeinde und haben die besprochenen Papiere beantragt. Antwort: Dank CORONA kann das aber 4-6 Monate dauern ! Ich frage mich, was hat CORONA mit Reisepässen zu tun ? Liegt der Grund vielleicht an der so erfolgreich kommunizierten Digitalisierung der Behörden ? Nach Einführung der FAX Geräte geht nichts mehr ? Die Brieftauben sind aber schon verkauft .... oder war Digitalisierung anders gemeint ?

Ähnlich stellt sich die Impfsituation für Ralph dar: In Schlwesig-Holstein kann Ralph sich nicht impfen lassen, da die "Prio-Gruppe 3" hier noch nicht dran ist.  Baden-Württemberg impft seit Anfang April auch die Gruppe 3. Ralph kann sich aber nicht anmelden, da FN und RV immer am selben oder maximal einen Tag in der Zukunft Termine vergeben. Kontakt mit meinem Hausarzt war sehr positiv. Er musste mir jedoch erklären, dass er mit 5 Impfdosen die Woche eine nennenswerte Mange Menschen vor mir stehen sieht. Daher: Warteliste !
Wenn Ralph Anfang Mai zurück kommt könnte die Priorisierung für Baden-Württemberg bereits aufgehoben werden/sein. Dann wird die Warteschlange noch länger ! Und das kombiniert mit der Tatsache, dass über 60 nur AstraZeneca verimpft wird. Nichts gegen den Impfstoff. Allerdings geht das Ganze bei diesem Impfstoff 3 Monate bis zum Abschluss! Dann wäre es August bis Ralph seine Zweitimpfung hat. Solange Ferienwohnung oder eine kurze Rückreise von Spanien nach DE hierfür ?? Was ist mit dem Wetterfenster für die Reise ??? Das wird echter Luxus wer sich eine so teure Impfung leisten mag !

Ralph hat daher beschlossen - im Gegensatz zu manchen Behörden in Bürokratien - modernere Medien als Brieftauben und FAX Geräte zu nutzen. Mittels Impfradar konnte Ralph einen Termin mit Biontec Impfstoff für den 13ten Mai in Rot am See buchen. Die Zweitimpfung ist dann im Juni. Alles paletti für Ralph. Erstimpfung vor Sabine und Zweitimpfung ebenfalls. Aus Umweltgesichtspunkten ist das jedoch ein völliger Unsinn. Pro Impfung 500km mit dem Autofahrt. bahn scheidet leider aus: CORONA. Wenn unser Bürokratien das so haben will, dann bitte ! Man will sich ja als braver und folgsamer Bürger zeigen wink. Sabine hatte es ein wenig enfacher. Da sie berufsbedingt vorrücken durfte wurde sie bereits im April geimpft. VIP Behandlung für systemrelevante Berufe. Die Zweitimpfung mit AstraZeneca erfolgt dann Mitte Juli. Nicht schön aber geht noch. Das ist dann auch schon unser Abreisetermin aufs Schiff.

.. Appetit auf die Zukunft !

Solltest Du beim lesen meiner Zeilen ein wenige Frust oder Sarkasmus zu lesen glauben ... hast Du recht ! Allerdings geht mir das Ganze sowas von am verlängerten Steißbein vorbei. Bei dem Ausblick !

Die Zahl des Tages ist die 2

Es sind noch 2 Monate, 2 Wochen und 2 Tage vom Tag der Rückreise in die Heimat, bis zum Start ! Bei der Aussicht kann einen nichts erschüttern.

Mit großen Interesse verfolgen Sabine und Ralph den Widerspruch zwischen dem was unsere Politiker über die große Errungenschaften Ihres Wirkens und der gelebten Realität. Zur "Ehrenrettung" sei jedoch gesagt, dass über 30 Jahre Mißwirtschaft nicht in 2 Jahren revidiert werden können. Voallem dann nicht, wenn "Team-Partisanen" die Produktivität durch Egotrips torpedieren. Es bleibt spannend zu beobachten wird, wie die nächsten Wahlen ausgehen werden ?!?!

Wie ein Seemanns-Spruch sagt: Zu zahlst immer an die Piraten ! Entweder an diejenigen mit oder diejenigen ohne Uniform !

In diesem Sinne, bleibt aufrecht und gesund !

 

Mittwoch, 07 April 2021 19:05

Sie ist deutlich zu sehen ...

... die Startflagge am Horizont !

Nach langen Wochen harter Arbeit siehen wir die Startflagge langsam immer näher kommen. Stand heute noch ca. 3 Montae !

Nach Fertigstellung der neuen Pantry, der Integration eines AquaTec Watermakers in der BELUGA, nach Kontrolle und Justage der Automatisierung, Abdichtung der Heizung und des Trinkwassersystems und EInbau eines UV-Trinkwasser Entkeimers scheint ist das Schönste an alle dem: Es funktioniert alles !

Zwischenzeitlich haben wir die Muse und auch die Zeit uns um die finalen Notwendigkeiten zu kümmern: IRIDIUM, persönliche Markierungbojen, EPIRB und Bücherregale. Die Einräumstrategie der Küche, der Stauplan etc .... alles Dinge, weche auf einen hohen Entwicklungsstand und eine finale Ausrüstungsituation hin deutet ... oder für Schwaben:

... die ersten gelungenen Hefezöpfe sind vertilgt
... Linsen mit Spätzle sind gelungen
... Kässpätzle
... das eigen gebackene Brot ist vertilgt

die Welt scheint in Ordnung.

Der Motor kommt in kW15 (nächste Woche) in die BELUGA, wird in der Folge eingerichtet, angeschlossen und elekrifiziert. Angeblich ist der Träger hergestellt unde derzeit beim Pulverbschichten. Also auch dort ein Ende in Sicht .. mehr hierzu folgt noch die nächsten Tage. Es sind noch ziemlich genau 3 Monate bis es los geht. Wir freuen uns sehr auf unseren Start ... nun haben wir noch genau 1 Kriterium !

... die Impfung !

... und da waren sie wirder, unsere 3 Probleme !

=> die deutsche Bürokratie (Anruf beim Amt: "Melden Sie sich über 116117.de an." Das geht nicht, da dieses Portal nicht mal eie Qualifizierung zulässt ohne Impfstoff)
=> die scheinbare Unendlichkeit unserer älteren Mitbürger
=>

 

Mittwoch, 24 März 2021 05:00

... SIE taucht auf !

... die Zielflagge kommt langsam in Sicht !

Wie bislang hat sich Ralph der Nerd einen Projektplan erstellt um die Zeit zwischen Januar und Juni effektiv und effizient zu nutzen. Neben 1000 Kleinigkeiten waren die großen Aufgaben eine Erweiterug der Pantry, ein Watermaker und die neue Maschine. Die ersten beiden Punkte sind soweit fertig gestellt. Das ergibt Zeit für die 1000 Kleinigkeiten, um welche sich Ralph nun in aller Ruhe kümmern kann.

Die Maschine stand schonmal in der BELUGA um die Trägerkonstruktion festzulegen und auszumessen. Nachdem der erste "Probeträger" zwischenzeitlich angeliefert wurde, hatte die Yachtwerft die "Feinheiten" festgelegt und markiert. Nun geht das Ganze zur finalen Herstellung, Pulverbeschichtung und wieder zurück für den Einbau. Zieltermin: Noch vor Ostern wollte die Yachtwerft die Maschine in der BELUGA aufgestellt haben. Die Abschlussarbeiten finden danach statt: Motor zur Welle ausrichten, Elektro anschliessen Prop-Steigung einstellen, ... also noch genug zu tun. Als "Berufsoptimist" sieht Ralph nur noch diese letzte Aufgabe !

Dennoch sind wir uns bewußt, dass die alte Rennfahrer Regel auch hier gilt: The Bullshit stops, when the flag drops !

Sonntag, 14 März 2021 09:05

... ist sch* kalt im Norden

Während der Arbeiten an der BELUGA durfte Ralph den kältesten Winter seit langer zeit im Norden erleben.

WEBASTO die große Enttäuschung ...

Es begann mit Schneefall, dauerte ca. 3 Wochen an und beinhaltete mehrere Nächte mit zweistelligen Minusgraden. Wäre alles halb so schlimm, würde die Standheizng der BELUGA arbeiten. Das war allerdings nicht möglich, da die Umbauarbeiten unter anderem auch die Heizung betrafen. Nachdem wir im Jahr zuvor einen enormen Betrag für die Reparatur ausgegeben hatten durften wir erfahren, dass wir zu wenig Wasser im System hätten und einen Puffertank benötigen. Diesen hatten wir Anfang Januar bei Bukh bestellt. Er ließ leider auf sich warten. Das Risiko die selbe Reparatur nochmals zu erleben wollten nicht eingehen. Informatioen zu Lieferzeit kamen seitens Bukh nutr auf Nachfrage. Standardantwort: WEBASTO hat noch immer nicht geliefert. Mitte März - zwischenzeitlich alles wieder warm - kam der Puffertank überraschend an. Von Bukh hatten wir entgegen deren Zusage leider nichts zuvor gehört.

Die Krönung stellte jedoch der Puffertank dar: Ein normaler 30 ltr Tank, wie er vielfach zu haben ist, mit einer Art Füllwatte umhüllt und mit handgenähtem Stoff einfachst ummantelt. Diese wird mit einem viel zu langen Reißverschluß abnhembar. Das wäre allerding nicht nötig gewesen, da diese Lieferung so lose zusammenhält, dass der wehende Wind das Ganz bereits entüllte. Eine echte Sch.. leistung für viel Geld. DANKE WEBASTO !yell

Das Ergebnis ist sehr zufiedenstellend ... trotz WEBASTO !

Nachdem die Standheizung gemäß den sehr kompetenten Ratschlägen der Firma Schlüter & Söhne verbessert wurde war das Ergebnis supergut ! Die zwischenzeitlich verbesserte Heizung macht eine wohlige Wärme im gesamten Schiff. Wie haben wir das erreicht ?

Eingebaut ist eine WEBASTO DBW2016 mit 16 kW Heizleistung. Das Problem war, dass die Heizung permanent ein- und nach wenigen Minuten wieder ausschaltet. Warum ? Die Temperatursteuerung der WEBASTO ist unzulänglich. In Summe ist die Heizung eher zu groß (für Glückstadt) ausgelegt. Da wir aber die Nordwestpassage auf unserer Route haben, wollten wir ausreichend vorsorgen. Dieses Setup hatte so ca. 20 ltr Inhalt

Gewählt wurde eine wasserbasierte Heizung, da Wasser einfacher temperiert im Schiff transportiert werden kann als Luft. Die alte Heizung war als Lufheizung ausgelegt, fürs Mittelmeer sicher ausreichend, mehr jedoch nicht: In der Mitte wars warm und im Achterschiff wie im Vorschiff wars kalt. Allerdings macht warme Luft schneller warm. Wir haben daher eine Kombi aus beidem gewählt: Die DBW2016 macht warmes Wasser. Dieses wird zu den MADEIRAs geführt. Diese machen direkt vor Ort aus warmem Wasser wieder warme Luft (Luft-Wärmetauscher). Eine MADEIRA im Vorschiff (8kW) und eine im Achterschiff (8kW) sowie ein im Pilothouse (4kW) sind jeweils thermostatgesteuert. Maximale Schlauchlänge unter 2 mtr.

In der neuen Pantry wurde eine geräuschfreie konvektionsbasierte Sockelleistenheizung installiert. Zusätzlich ein Handtuchheizkörper welcher unsere möglicherweise nassen Klamotten wieder trocknet. Dieser Umbau vergrössert die Wassermerge im System um weitere ca. 10 ltr auf 30 ltr.

Apropos Geräusch

Alle Verbindungen sind mit Kühlerschläuchen ausgeführt. Feste Rohre sind vibrationsempfindlich und sehr stark schallübertragend. Der kritsche Punkt ist die Umwälzpumpe. Diese läuft sehr lange und brummt als drehendes Teil konstruktionsbedingt, wens feste Verbindungen gibt.

Die Arbeit von WEBASTO nochmals gemacht

Um die etwas "suboptimale" Steuerung der WEBASTO DBW2016 anzupassen wurden Thermsotaten an der Heizungsverteilung angebracht. Die DBW erreicht eine Wassertemperatur von ca. 90°C was viel zu hoch ist.  Deshalb haben wir eine Vorlauftemperatur Überwachung und -steuerung. Bei milden Gegenden kann die Vorlauftemp etwas geringer ausfallen als in kalten Gegenden.

Das System wurde durch einen 30 ltr Puffertank erweitert. Das bedeutet wir haben im Endausbau die Wassermenge von 20 auf 60ltr erhöht. Dadurch muß der Brenner deutlich länger laufen (was ihm viel lieber ist als häufiges Einschalten).War die Laufzeit am Anfang bei ca. 3-5 Minuten, läuft die Heizung nun 30 Minuten Vollgas bis alles warm ist.

Ein Raumthermostat schaltet die Heizung entsprechend der Innentemperatur AN bzw. aus, wenns warm genug ist. Dieser ist in der Nähe der Konvektionsheizkörper angebracht, da diese am lägsten Wärme abgeben. Stellt dieser genügend Wärme fest, dann schaltet er den Brenner ab. Dieser fährt runter und würde die Umwälzpumpe abschalten. Um die Restwärme im System zu nutzen und sicherzustellen, dass die Aufheizzeit wieder lange genug ist, habe ich ein Nachlaufrelais zwischengeschaltet. Das bewirkt eine Heizwirkung, welche fast eine Stunde länger anhält als der Brenner läuft.

Die MADEIRAs im Vorschiff, Pilothouse und Achtern sind ebenfalls temperaturgesteuert und schalten bei kommender Wärme selbst ein und wenn Wasser wieder kühler wird wieder ab.

Fazit

  • Es ist nicht besonders hilfreich eine Standheizung überzudimensionieren, da die Heizungen mit vielen EIN-/AUS-Schalt Vorgängen stark verrußen.
  • Die WEBASTO DBW Serie hat eine Überhitzungschutz, der gerne mal durchbrennt. Das bedeutet ein neues Teil einsetzen. Mein Vorschlag: ein 10er Set mitzunehmen. ca. 60€ pro Stück da freut sich WEBASTO. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
  • Die Auslegung einer wasserbasierten Standheizung auf einem Schiff ist ein komplexerer Zusammenhang als es auf den ersten Hieb aussieht. Frage einen Fachmann ... z.B. Firma Schlüter & Söhne 
  • Die notwendigen technischen Komponenten einer Wasserheizung nehmen nennenswert Platz im Maschinenraum ein.
  • Die Steuerung der WEBASTO DBW2016 ist unzulänglich und führt ohne Eingriff zur Selbstzerstörung. Auch hier ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Hätte ich die Wahl nochmal zu beginnen würde ich auf WEBASTO verzichten. Ich hatte unterstellt mit einer Marke wie WEBASTO auch eine gewisse Qualität zu erhalten. Hier wurde ich enttäuscht. Daher würde auf dem Brenner sicherlich nicht mehr WEBASTO stehen. Ich hoffe die MADEIRAs sind hier ein weig besser, kauft WEBASTO anscheinend die gazen Komponenten (vielleicht glich mitsamt der Firma) auf der ganzen Welt zusammen. Von passend ist das allerdings weit weg.

Sonntag, 14 März 2021 08:17

Endspurt zum Start

Die Startflagge ist in Sichtweite !

Die letzten Aktionen vor dem großen Start ! Der Start ist immer noch auf Juli geplant.

Doch bis dahin ist noch einiges zu tun. Besonders der Ersatz unserer Maschine steht im Vordergrund. Aber auch der Umbau der Sitzecke, sowie der Eibau eines Watermankers. Das sollten in Kürze die Höhepunkte gewesen sein ... 

Ralph verlagert sich hierfür in Richtung Norden auf die BELUGA, Sabine löst derzeit den Hausstand auf.

Die erweiterte Pantry ...

Die Pantry ist bei Nautcat klassich an Backbord. Vielleicht sind Nauticat Besitzer eher Restaurantgänger oder Pizzabesteller ? wir wissen es nicht. Sicher ist nur: Die Nauticat Pantry ist selbst für EINEN Koch zu klein. Geschweige es wollen noch Crewmitglieder helfen. Andererseits befindet sich gegenüber - an Steuerbord - eine Sitzecke welche keiner wirklich nutzen möchte. Es war daher sehr naheliegend diese Situation zu nutzen: Aus der Sitzecke wird eine Pantryerweiterung ....

 Vorher

Nauticat schaffte hier eine hübsche Sitzecke, welche von den ursprünglichen Eignern als Fernsehecke genutzt wurde. Hierfür war ein TV im Küchenhochschrank eingebaut. Natürlich ein Röhrengerät !

Diese Sitzecke konnte durch Absenken des Tisches zu einem breiten Bett umgebaut werden. Vermutlich wurde dieser Bereich jedoch nur als Sitzecke genutzt, war Tisch nur noch mit thermischen und chemischen Tricks vom Sockel zu trennen. Stauraum in den Sitzbereichen war nur begranzt nutzbar, weil nich sehr hoch.

Der eingebaute ENGEL Freezer verrichtete seinen lautstarken Dienst nur sehr unbefriedigend. Wahrscheinlich ebenfalls aus den 80ern hatte der Freezer auch schon das Meiste hinter sich.

 


 

 

 

 

 

Nachher

Aus einer hübschen Sitzecke mit begrenzten Staumöglichkeiten wurde eine Erweiterung der Pantry. Auch eine Erweiterung der Heizung wurde hierbei integriert. Alle Fächer sind als Vollauszug ausgeführt und können ordentlich viel HappiHappi beinhalten.

Die Ecken sind bei bei einer U-Form sehr schwer nutzbar. Wir haben daher in beide Ecken jeweils eine Kühlbox integriert. Das brachte uns einen weitere Freezer und einen separaten Getränkekühlschrank.

Eine Tropfmulde sichert die Möglichkeit auch mal das Waschwasser loszuwerden ohne die viel zu enge Pantry zu benötigen.

 

 

 

Sonntag, 28 Februar 2021 16:35

The FinalCut - Part 1

The FinalCut - Part 1

Wenige Monate bevor es losgeht machen sich Sabine, Ralph und die BELUGA fir für die Reise. Die BELUGA soll noch einige Optimierungen erhalten. Hier gehört der Umbau der Sitzzgruppe neben der viel zu kleinen Pantry. Aus dieser Sitzgruppe entsteht eine Erweiterung der bestehenden Pantry:

  • Mehr Platz für die Küchenutensilien
  • Einen Getränkekühlschrank
  • Einen tropentauglichen Freezer als Toplader
  • Konvektionsflächen als Heizung. Speziell einen Badheizkörper zur Trocknung von Badehandtüchern oder Klamotten, wenn mal etwas nasser werden sollte.

Hierzu uwrde im Zeitraum zwischen Anfang Januar und Mitte Februar die Sitzecke umgebaut. Ausgerechnet in einer Zeit in welcher sich ein arktisches Hoch mit all seiner Kälte über Schleswig Holstein einnistet. Die Standheizung kann erst in Betrieb genommen werden, wenn der Heizkörper installiert ist.

Mit den an Bord befindlichen Elektroheizern konnten welcheselweise wenige Räume warm gehalten werden. Allerding waren hier 15°C Raumtemeratur schon eher mollig. Morgen aufwachen und seinen Atem in der Luft kondensieren sehen waren eher der Normalszustand. Gegen Ende Januar konnte dann die Hezung laufen.

Leider war es der Firma Bukh in Bremen nicht möglich den notwendigen und Anfang Dezember bvestellten WEBASTO Puffertank zu liefern. Bis Ende Februar war dieser noch immer nicht geliefert worden. Dieser Service ist echte Sch.... und nicht wirklich empfehlenswert. Na denn .. dennoch überlebt.

Nach Abschluss des parts 1 gehts an die Gewerke

a) Trinkwasser: Hier soll einen UV Wasserreinigeung installiert werden und
b) Einbaudiesel: Der eue Yanmar 4H110 muss noch inistalliert werden. Im Idealfall bevotr der "Einkran-Wahnsinn" beginnt und all Werftmitarbeiter ausgelastet sind.

Nu denn ...

... ich werde Euch auf diesem Weg auf dem Laufenden halten.

Glückstadt, September 2020, Video von Sabine, Quelle: ARSNavigar.org

 


Weiterführende Links

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Mittwoch, 03 Februar 2021 07:31

Hör mal wer da hämmert ...

Erstens kommt es anders und zweitens ...

Nachdem es nun in den Endspurt der Vorbereitungen geht, wirds nochmals geschäftig an Bord. Ralph hatte während der Testfahrten der letzten beiden Jahren Aufgaben gesammelt und in Reihe gebracht. Frei nach der alten Weißheit: Planung bedeutet Zufall durch Irrtum zu ersetzen. Es entsand ein Aufgaben- und Terminplan, welche die Arbeiten und deren Reihenfolge beschreibt. Ein Schwerpunkt ist der Umbau der Sitzecke zur Erweiterung der Pantry. Mehr hierzu weiter unten. Die Umgebungsbedingungen im Norden Deutschlands waren jedoch völlig anders anls gedacht. Eine stabile Hochdrucklage treibt kalte Luft aus der Arktis in den Norden Deutschlands während der Süden nach heftigen Schneefällen nun troische Warmluft erlebt. Ralph erlebt in der BELUGA -10° Aussentemperatur und freut sich über "mollige" 15° im Innenbereich - Saine erlebt inm Süden 14° Plus und Vögel die in den Frühlingsmodus übergehen.

Endspurt vor dem Start

Die  geplante Aufgabe war es, die Umbaumaßnahmen des Pantry Bereiches vorzunehmen. Aus der Sitzecke soll nun eine Arbeitsfläche für die Pantry entstehen. Zwei Kühlboxen sollen die schwer zugänglichen Ecken füllen. Anbei findet ihr eine Bilderserie der Veränderung.

Bereits während der ersten tage zeigte das norddeutsche Wetter was es drauf hat.

Während Sabine und Ralph noch drüber nachdenken, ob die Tour COVID bedingt im Uhrzeigersinn oder  doch lieber gegen den Uhrzeigersinn - über Norwegen und >Island durch die Nordwest Passage - starten soll. Einen ersten Eindruck eines Winters in Norwegen ist nun zum ulltarif in Glückstadt zu haben. Nachdem die sch... WEBASTO Heizung nach 109 Minuten "Dauerbetrieb" schon wieder mal streikte dachte Ralph drüber nach das Ganze zu WEBASTO nach München zu fahren und WEBASTO den Sch... zurück zu bringen !

Eine derartige Zuverlässigkeit kann im arktischen Winter lebensbedrohlich sein ! DANKE WEBASTO

Unter diesen Umgebungsbedingungen gibts in der internen Skala Bonuspunkte.

Die an Bord befindlichen 2 Elektrolüfter laufen auf Vollgas. Schlgartig: Ruhe !

ALARM ALARM ! Warum gehen die Lüfter nicht mehr  ?

Die Suche nach dem Übeltäter ergab das Ladegrät der Verbraucherbatterien ! Während die Heizer den zur Verfügung stehenden Stromverbrauch fast vollständig in Anspruch nehmen, mussbeispielsweise  zum Kaffee kochen einer der Lüfter ausgeschaltet werden. Mit einem selbständig einschaltenden Ladegerät hatte keiner gerechnet. as war unserer Borsicherung zu viel. Gut zu wissen !

Dann alle Ladegeräte einfach ausschlten: Auch keine gute Idee ! Nach einigen Tagen waren alle drei Batterien ganz unten. Das bedeutet einen Tag lang frieren .. oder schneller arbeiten. Zwischenzeitlich habe ich ein zweites Elektrokabel an Bord un kann die Heizer und die Ladageräte trennen. Dieser Zustand muss dann wohl so bleiben bis entweder das Wetter wärmer wird oder die sch.. WEBASTO vielleicht dann doch mehr als 10 Minuten dzurchhalten kann.

 

 

 

 

 

 

Rückbau der alten Einrichtung

Die alte Sitzgruppe wurde bis auf einen Sockel rückgebaut. Dieser Sockel muss stehen bleiben, da die Bodenplatten nicht weiter reichen. Der Sockel wird am Ende die Heimat der Heizkollektoren.

In präzisen Wandmalereien werden die wichtigesten Kontouren der neuen Einrichtung angezeichnet. Dieses dient im Anschluß als Orientierung beim Zuschnitt der neuen Module.

Einpassen der neuen Einrichtungsmodule

Die neuen Module sind derart konstruiert und gebaut, dass die Einrichtung mit weniger Schraubenverbindungen gelöst werden kann und die gesamte Pantryfläche zu Wartungszwecken abgebaut werden kann. Das passierte während des Baus auch merhfach.

Einbau der Kühlboxen

Die in jeder Küche schwer nutzbaren Ecken werden entweder mit aufwändigen Drehbeschlägen genutz, eine Krabbelgrube oder wie bei uns als Platz für eine Kühlbox. Die 2 Kühlboxen (BI41 von INDEL WEBASTO)  sind sognannte Combi boxen. Das bedeutet die beden Boxen können kühlen und freezen. Eine der beiden Boxen ist als Getränkekühlschran gedacht. Deshalb hatten wir hier auf eine tropenfähige Kühlung verzeichtet. Die vordere der beiden Boxen ist mit einem wassergekühlten Kompressor auch für Tropeneinstz geeignet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 16 Oktober 2020 10:10

Das Kamel geht durch Nadelöhr - Teil 2

Wie bringt man ein Kamel durchs Nadelöhr ?  => leider auch als TEIL 2

Am 6.8.2020 verließ die BELUGA den Innenhafen von Glückstadt um mit der Flut den City Sportboothafen Hambug (CSH) gegen 21:00 zu erreichen. Die BELUGA erreichte mit eine FüG von ca. 5,5kn das Fahrwasser ELBE, kreuzte dieses und folgte dem Fahrwasser in Richtung Hamburg entlang der rechten Fahrwasserbegrenzung.

Nach ca. 3 Stunden war Stade passiert und das vorausliegende Fahrwasser würde sich bei Lühesand verengen. Von achtern kam das Containerschiff die „CMA CGM Georg Forster“ auf. Ein Containerschiff mit 398mtr Länge und 55mtr Breite. Geplant war Lühnesand zu passieren um danach ausreichend Abstand zur Tiefwasserrinne herzustellen und die Georg Forster passieren zu lassen.

Bevor die Enge des Hafens in HH erreicht werden sollte überprüfte ich daher nochmals die Technik.

  • Beim Passieren einer Fahrwassertonne konnte ich die korrekte Position des GPS prüfen.
  • Die Maschine lief bei üblichen 1000 rpm mit einer Geschwindigkeit von ca. 8kn über Grund. Schnell genug, um sparsam das Ziel zu erreichen.
  • Die Motortemperatur konnte mit 80-90°C abgelesen werden.
  • Die Öldrücke waren ebenfalls im Normalbereich.

Der Autopilot hatte zu diesem Zeitpunkt die Kontrolle über das Steuer und steuerte auf einen bereits früher genutzten Wegpunkt zu. Ich hielt mich auf dem Vorschiff auf und erklärte meinem Mitsegler den weiteren Verlauf des Fahrwasser bis Hamburg, als die BELUGA plötzlich „schlingerte“. Ich ging von besonders starken Verwirbelungen durch Stömung aus. Unmittelbar darauf veränderte sich der Ton der Maschine, an Deck waren leichte Vibrationen spürbar. Ich warf meinen Blick sofort auf den Auspuff, der noch immer Kühlwasser ausspuckte. Die Drehzahl der Maschine fiel ein wenig ab, erholte sich aber sofort wieder.

Die ausführliche Beschreibung dieser Havarie findest Du in diesem Beitrag

Am Freitag, dem 7.8.2020 wurde von Firma Fink&Bliese (Timo Fink) festgestellt, dass die Maschine fest ist. Ein manuelles Drehen des Motors war auch mit großem Kraftaufwand nicht mehr möglich. Daher mußte die Maschine erneut ausgebaut werden und die Teilinstandsetzung muß nun um eine Grundinstandsetzung erweitert werden. Diese ließen wir in 2015 weg, da die Vitaldaten wie z.B. die Kompression war zu diesem Zeitpunkt sehr gut und bedurfte keine weitere Aktionen.

Wir hoffen, nach dieser Reparatur nun alle Schwachstellen der Maschine erneuert zu haben. Das schien uns zumindest zum heutigen Zeotpunkt die wirtschaftlichste Lösung. Wir hoffen hier richtig zu liegen.

 

Glückstadt, September 2020, Video von Sabine, Quelle: ARSNavigar.org

 


Weiterführende Links

...

Dienstag, 06 Oktober 2020 22:35

Ein Loch ist im Eimer ...

Die Havarie

   

Die Maschine

Der FORD 2725E SP135 der BELUGA in ihrem "Körbchen". Sie brachte uns vom Marseille bis nach Glückstadt-

In den Jahren 2019 und 2020 fuhren wir in der Nordsee und der Ostsse einiges an Stunden drauf ... zuverlässig und leise und sparsam.

  • Die Maschine ist eine FORD Lehman 2725E SP135.
    Ein Modell was mir bislang durch Robustheit bekannt ist
  • Die Maschine der BELUGA wurde 2015 im Hause Fink&Bliese generalüberholt.
  • Diese Maschine brachte die BELUGA im Jahre 20216 von Marseille bis Glückstadt mit einem Maschinenanteil von ca. 80% und sehr rauhen Bedingungen.
  • Während der Refitphase wurde die Maschine von Fink&Bliese bis zur Wasserung konserviert und 2019 in Betrieb genommen.
  • In der Saison 2019 und 2020 hatte die Maschine über 300 Betriebsstunden ohne Probleme bewältigt.
  • Es konnte bislang weder Kühlwasser- noch Ölverbrauch festgestellt werden.
  • Die Welle wurde von der Yachtwerft Glückstadt vor der Wasserung in 2019 neu gelagert. Die Ausrichtung der Maschine wurde hierbei überprüft und ein Leinenschneider montiert.
  • Auf der Welle ist seit Anfang ein MaxProp Verstellpropeller installiert. Dieser wurde beibehalten und von der Yachtwerft Glückstadt fachmännisch montiert.
  • Sämtliche Kundendienste wurden von Fachbetrieben durchgeführt
   

Die Havarie

Am 6.8.2020 verließ die BELUGA den Innenhafen von Glückstadt um mit der Flut den City Sportboothafen Hambug (CSH) gegen 21:00 zu erreichen. Das Tor öffnete gegen 15:30. Die BELUGA passierte dieses als erste und verließ unmittelbar den Hafen von Glückstadt.

Die BELUGA erreichte mit eine FüG von ca. 5,5kn das Fahrwasser ELBE, kreuzte dieses und folgte dem Fahrwasser in Richtung Hamburg entlang der rechten Fahrwasserbegrenzung.

Nach ca. 3 Stunden war Stade passiert und das vorausliegende Fahrwasser würde sich bei Lühesand verengen. Von achtern kam das Containerschiff die „CMA CGM Georg Forster“ auf. Ein Containerschiff mit 398mtr Länge und 55mtr Breite. Geplant war Lühnesand zu passieren um danach ausreichend Abstand zur Tiefwasserrinne herzustellen und die Georg Forster passieren zu lassen.

Bevor die Enge des Hafens in HH erreicht werden sollte überprüfte ich daher nochmals die Technik.

  • Beim Passieren einer Fahrwassertonne konnte ich die korrekte Position des GPS prüfen.
  • Die Maschine lief bei üblichen 1000 rpm mit einer Geschwindigkeit von ca. 8kn über Grund. Schnell genug, um sparsam das Ziel zu erreichen.
  • Die Motortemperatur konnte mit 80-90°C abgelesen werden.
  • Die Öldrücke waren ebenfalls im Normalbereich.

Der Autopilot hatte zu diesem Zeitpunkt die Kontrolle über das Steuer und steuerte auf einen bereits früher genutzten Wegpunkt zu. Ich hielt mich auf dem Vorschiff auf und erklärte meinem Mitsegler den weiteren Verlauf des Fahrwasser bis Hamburg, als die BELUGA plötzlich „schlingerte“. Ich ging von besonders starken Verwirbelungen durch Stömung aus.

 

Unmittelbar darauf veränderte sich der Ton der Maschine, an Deck waren leichte Vibrationen spürbar. Ich warf meinen Blick sofort auf den Auspuff, der noch immer Kühlwasser ausspuckte. Die Drehzahl der Maschine fiel ein wenig ab, erholte sich aber sofort wieder. PUNKT 1

Ich ging daher von möglichen Verunreinigungen im Diesel aus und begab mich zur Maschine. Die BELUGA ist mit einer SEPAR Doppelfilter Anlage ausgrüstet und kann im Falle von Filterproblemen im laufenden Betrieb umgeschaltet werden. Die Glasbehälter der Filter zeigten sauberen Diesel. Beide Dieseltanks wurden Mitte Juni 2020 auf Helgoland frisch gefüllt Die Filtereinstellung wurde daher belassen.

Ich konnte an der Maschine auch keine Auffälligkeiten (Öl- oder Wasserdampf, Geruch,...) feststellen. Mit einer berührungslosen Messung der Temperaturen wurde am inneren Kühlkreislauf 86°C und am Auspuffausgang 52° gemessen. Wegen Unauffälligkeit verließ ich den Maschinenraum und ging ich daher zurück zum Aussensteuer.

Die Drehzahl fiel erneut deutlich ab, deshalb kuppelte ich aus. Der Motor ging aus und ließ sich nicht mehr starten = der Anlasser drehte sich nicht mehr. „Klack, ohne brumm“. Bei diesem Anlassversuch konnte ein deutlicher Spannungsabfall (ähnlich einem Kurzschluß) beobachtet werden. Ich unterließ daher weitere Suche nach möglichen Ursachen und begab mich zum Aussensteuer, da das Containerschiff zwischenzeitlich sehr nahe kam und wir manövrierunfähig im Fahrwasser trieben. Nahe Punkt 2.

Ich setzte einen PAN-PAN ab und meldete meine Manövrierunfähigkeit um eine Kollision mit dem zwischenzeitlich sehr nahe kommenden (400mtr) Containerschiff zu vermeiden. Zeitgleich setzen wir Segel und konnten uns gezielt (bei ca. 1 Bft) aus dem Fahrwasser bringen. Da die BELUGA (mit 22to Gewicht) keine guten Segeleigenschaften besitzt, halsten wir unter Genua mehrfach am Fahrwasserrand und begannen währenddessen das Groß zu setzen. Die Insel Lühesand kam dabei ebenfalls recht nahe. PUNKT 2

Nachdem das Containerschiff passierte segelten wir zum N-lichen Elbufer. Dort waren etwas bessere Winde erkennbar und mehr Raum für Manöver. PUNKT 3: Ein vorbeifahrendes RIB schleppte uns von dort zum Yachthafen Hamburg in Wedel in dem wir ohne weitere Schäden sicher anlegen und liegen konnten.

Am Freitag, dem 7.8.2020 wurde von Firma Fink&Bliese (Timo Fink) festgestellt, dass die Maschine fest ist. Ein manuelles Drehen des Motors war auch mit großem Kraftaufwand nicht mehr möglich.

Herz-Operation

In einer fünfeinhalbstündigen Aktion mit Gabelstapler, Traverse und viel Feingefühl für 600Kg Gewicht seitens des Werft Operators, erblickt unser Motor wieder das Tageslicht. Schweißtreibende Millimeterarbeit vom Ausfädeln aus dem Bauch über das vorsichte „Hindurch- oder Vorbeibewegen“ an Decksaufbauten, Luken und Niedergang, bis das Teil endlich über die Reling geschwenkt zum Boden manövriert wird.

Wem jetzt 5 ½ Stunden viel vorkommen, dem sei gesagt, dass wir in Frankreich beim Einsetzen des Motors noch das zusätzliche kommunikative Problem mit deutsch- englisch und französischen Werkstattvokabular hatten, und volle drei Tage für die adäquate Aktion brauchten.

Nun ist unser „Herzstück“ jedenfalls in Berkenthin bei Fink & Bliese in der Werkstatt. Beeindruckend, wenn "Henry Ford" plötzlich, wie in einer Explorer Zeichnung in Einzelteile zerstückelt, ausgebreitet auf dem Boden verteilt umherliegt. Was das sonst kompakte Teil plötzlich für Platz beansprucht! Doch nun sind die heimtückischen Schäden sichtbar.

Der Befund

Nachdem die Maschine entnommen und bei Fink & Bliese in der Werkstatt zerlegt wurde zeigte sich die wahre Ursache: Ein gebrochener Ventilsitz !

Der Laie sagt sich. Prima, nur einer ! Der Fachmann erklärte jedoch, dass man in einem solchen fall nicht umhin kommt alle 6 Kolben auszuwechseln. Einem Schwaben fällt das schwer. Sind die anderen 5 doch noch fast wie neu wink

Nu denn ...

Zum weiteren Vorgehen findest Du weiter unten in diesem Beitrag nioch mehr

    

Eine Frage des Standpunktes ...

um die Maschine zu entnehmen muss dieser durch die seitliche Schiebetür. Dies erfolgt per Stapler. Da am aktuellen Stanndplatz der untergrund zu uneben war, hat die Yachtwerft unsere BELUGA kurzerhand quer vor der Halle geparkt. Dort findet sich ein topfebener Untergrund. Perfekt für das Vorhaben !

So haben wir die Yachtwerft in Glückstadt auch bislang erlebt: Mit dem nötigen Pragmatismus zu effizienten, zielführenden Lösungen.

Natürlich haben wir von den Zuschauern Kommentare wie " ... mit stehemdem Mast passt die aber da nicht rein ..." oder "... habt ihr da nicht was vergessen ? " bekommen. Alle mit einem breiten Schmunzeln im Gesicht.

Wie man sieht, in ganz entspannter Atmosphäre.

 


 

Kommst Du da sofort raus !

Kaum am Platz gings auch schon los ! Die Kabel, Schläuche und andere Verbdindungen zwischen Maschine und Schiff hatte Timo, von Fink&Bliese bereits abgeklemmt. Daher konnten wir beide uns auf die Kettenkräne, die Maschine und deren "Bergung" konzentrieren.

In kleinen Schritten hoben wir den 600 Kg Koloss langsam aus seinem Arbeitsplatz. Zentimeter für Zentimeter. Die Maschine muss hierbei mit dem Getriebe zuerst angehoben werden. Auf Höhe des Pilothouses wird diese dann um 90° in Richtung Ausgang gedreht. In diesem Zustand können dann die Bodenbretter des Pilothouses wieder eingesetzt werden. Die Maschine wird darauf abgesetzt und für das "Ausfädeln" umgespannt.


Das Ganze mit der nötigen Vorsicht. Denn 600 Kg auf einem Zeh machen ordentlich Aua und beenden den Tag mit Krankenhaus. Das darf auf keinen Fall passieren. Deshalb haben Ralph und Timo in kleinen und kontrollierbaren Schritten die Maschine von Ihrem Arbeitsplatz im Bauch der BELUGA zunächst in Pilothouse menövriert.


 
 

Kaum im Pilothouse angekommen, aufgepallt und gesichert, wurde die Maschine am Stapler befestigt. In sehr langsamer und umsichtiger fahrt fädelt
dann die ganze Fuhre langsam rückwärts aus.

Man sollte es nicht glauben, aber das "Kamel passt durch dieses Nadelöhr". So wird auch der Titel des Videos lauten, welches die ganze Aktion in bildern festhält und auf unserer Mediathek zu finden sein wird.

Alles in allem sprechen wir hier von einer Aktion bei der 600 Kg mit sehr vielen abstehenden Teilen nur um weniger Zentimeter genau durch den Ausgang passen. Eine Aktion, welche wir in Frankreich bereits hinter uns gebracht hatten. Dort dauerte die ganze Aktion ca. 3 Tage !

 

Kaum raus aus der Tür hatte der Stapler der Yachtwerft die ganze Last.

Dank der professionellen Fähigkeiten an den Hebeln des Staplers konnte auch dieser Teil ohne Zwischenfälle zu Ende gebracht werden. Wie oben erwähnt, dauerte diese Aktion in Marseile ca 3 Tage. Die gemachten Erfahrungen, der profesionelle und lösungsorienterite Einsatz aller Beteiligten ermöglichte es uns, das Ganze in ca. 5 Stunden druchzuführen.

   

Vielen Dank nochmals an dieser Stelle für den professionellen Einsatz aller Beteilgten.

Allen voran die Yachtwerft in Glückstadt und die Firma Fink&Bliese, die es sich nicht hat nehmen lassen, diese Aktion zur Chefsache zu machen !

 

Quo Vadis Machina ?

Nach langen Diskussionen über die weitere Vorgehensweise habe wir uns entschlossen das gute Stück zu reparieren. Eine neue Maschine würde das doppelte bis dreifache an Kosten bedeutet. Hätte  den Vorteil einer besseren Ersatzteilsituation, aber mögliche Probleme im Drehmomentverlauf.

Die Reparatur bedeutet, dass wir die Teilinstandsetzung aus 2015 nun zur Grundinstandsetzung erweitern ... hätten wir das mal gleich gemacht ?!? Hätte, Hätte Fahrradkette ...

Was zwischenzeitlich sichtbar wird – diese Entscheidung war absolut die Richtige!

Nun wird alles komplett überholt und wenn wir dann zu unserer großen Segeltour aufbrechen, werden wir bis auf das nie planbare Restrisiko von spontanen Schäden, zumindest unseren Motor betreffend, mit gutem Gewissen starten.

Nachdem die Maschine dann auch den letzten Teil erneuert bekommt, sollte nun hoffentlich nichts mehr passieren ... ist ja dann alles einmal erneuert. Die Maschine wurde auf ca. 2500 Betriebstunden (fast neu wink ) geschätzt und sollte daher auch noch viele Jahre durchhalten können. Einziges Manko an dieser Lösung: FORD Industriemotoren stellt keine Ersatzteile mehr her. Ersatzteile zu finden ist daher nicht ganz einfach.

Solltest Du interesse habe unsere Ersatzteilsuche zu unterstützen, so würde uns das sehr freuen. Hilfreiche Links, Kontakte oder Adressen jedereit gerne an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ... vielen Dank im Voraus !

Der Plan

Grundsaniert und frisch überlackiert muss er im Februar 2021 zurück an seinen vorgesehenen Arbeitsplatz.

Das „Einpflanzen des generalüberholten Organs und verschließen der Wunde“ übernehmen dann wieder die Schiffbauprofis der Yachtwerft gemeinsam mit den Motrorendoktoren von Fink&Bliese.

Via Gabelstapler ect. dieselbe Aktion in umgekehrter Richtung, zurück in den Bauch unseres Schiffes. Bis letztlich alle lebenswichtigen „Arterien und Leitungen“ wieder angeschlossen sind und das letzte Bodenbrett und alles was sonst noch im Vorfeld der „OP“ aus dem Weg geräumt werden musste wieder an seinem Platz ist, liegen noch ein paar arbeitsreiche Stunden vor uns, aber der Weg ist das Ziel!

 

hier das Video zum Ausbau der Maschine

 


Fortsetzung folgt ...


weitere "Impressionen" unseres Patienten

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Donnerstag, 17 September 2020 10:19

Börteboote

 
Wichtige Information
 

Börteboot

Auf den ersten Blick einem schlichten Ruderboot nicht unähnlich, gibt es schiffsbautechnisch gewaltige Unterschiede. Sie sind hochseetüchtig, ca.10m lang, 3m breit, und haben 1m Tiefgang. Da sie ursprünglich in reiner Handarbeit aus massiver, gebogen –gewachsener Eiche gefertigt wurden, 8t Eigengewicht haben und heutzutage rund 250 000 € kosten, gibt es jedoch keine Neuanfertigungen mehr, sondern nur noch liebevoll mit historischem Bewusstsein betriebenen Bestandschutz.

Ein Börteboot bietet 40-50 Personen Platz, wird aber auch zum Fischen und Hochseeangeln benutzt. Unfallstatistisch gilt es als das sicherste Verkehrsmittel Deutschlands! Diese Börte-Boote sind schiffsbautechnisch kleine Wunder und laut Aussage unseres hiesigen Steuermanns bis 10 Windstärken seefest. Auf Helgoland haben sie seit über 200 Jahren Tradition. Wegen der Tide und fehlender Hafenanlagen konnten früher die Schiffe nicht direkt anlegen, weshalb das Ausbooten und Überholen der Tagesgäste sowie sämtlicher Waren jahrzehntelang mit den Börtebooten im ständigen Pendelbetrieb erledigt wurde. Inzwischen gibt es einen Anlegekai für die Schnellfähre, den auch die Ausflugsschiffe nutzen können, dazu den Sportboothafen und einen separaten Kai für alles was mit den Arbeiten am nahegelegenen Offshor- Windpark zu tun.

Die Kurverwaltung kämpft trotzdem für die Erhaltung der historischen Variante der Anlandung und Überholung via Börteboot, um die Tradition zu bewahren und auch ein paar Arbeitsplätze zu erhalten.Während die Boote in den Anfangsjahren oft nur mit Riemen gepullt wurden, sind sie heute mit moderneren schweren Dieselmotoren ausgerüstet und erreichen leicht Rumpfgeschwindigkeit. Ihre Bauweise ist für Holzboote eine Besonderheit – während die oberen Plankengänge (meist die vier oberen, vom Süllrand nach unten gezählt) in Klinkerbauweise erstellt sind, ist das darunter befindliche Unterwasserschiff in Karweelbeplankung gebaut.

Der Typ des Börtebootes wurde ab 1952 gebaut, die meisten davon in der  Hatecke Werft in Freiburg/Elbe, die sich seit 1861 generationsübergreifend dem Bau von Holzschiffen verschrieben hat. Von etwa 200 „Serienbooten- in Einzelfertigung“ sind noch 46 in Betrieb, davon rund um Helgoland noch achtzehn. Jedes Jahr im August findet aus Anlass der Wiederaufnahme des Anlandungsdienstes der Seegemeinde, nach der Evakuierung und Wiederbesiedlung der Deutschen im 2. Weltkrieg, eine Börte-Motorboot-Regatta statt. Der Termin hat sich inzwischen zum touristischen Event entwickelt, da man Tagesgästen gegen einen kleinen Obulus die Chance gibt bei der Regatta mitzufahren. Eingeteilt in drei Gruppen, zwischen 43 und 180 PS, starten die behäbigen Boote laut knatternd und stampfend vom Landungssteg aus ihren Dreieckskurs Richtung Hafeneinfahrt, vorbei an der Nachbarinsel Düne und zurück zum Anleger. Bis zu 25 Personen können pro Boot zusätzlich mitfahren, denn bei 8t Eigengewicht und 130 PS haben ein paar Kilo mehr oder weniger an Bord, keinen Einfluss auf den Zieldurchlauf.2023 steht das 70 jährige Jubiläum dieser Regatta an, das als großes Fest geplant ist.

     

 

 
Freitag, 14 August 2020 16:02

Petersilie

BELUGA's Bordrezepte

 

Pflegeanleitung

 

Erdbeschaffenheit Humuserde
Gießanleitung feucht halten, keine nassen Füße
Lichtbedarf halbschattig
   

Zusatzinfo


 

 

Freitag, 24 Juli 2020 07:49

Der Universaladapter für Wassersportler

Der Universaladapter für Wassersportler !

Sicherlich ist Dir die Situation bekannt: Kaum in der Marina fest beginnt ein Adapter-Alptraum. 230V DIN Stecker, Schuko Stecker, CE Norm, Wasseranschluss mit 3/4", Gardena oder andere Anschlüsse.

Um all diesen Imponderabilien den Garaus zu machen, haben wir den ultimativen und beliebig erweiterbaren Universaladapterwinkentwickelt. Diesen möchten wir Dir in diesem Video mit einem deutlichen Schmunzeln vorstellen.

Über Anregungen zu Erweiterungsempfehlungen würden wir uns sehr freuen. Teile Deine Ideen mit uns unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

 

Glückstadt, 2018, Video von Ralph | Quelle: ARSNavigar.org

 

Dienstag, 14 Januar 2020 19:10

Quell- und Brühstück

BELUGA's Bordrezepte

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 30 Min. / Koch-/Backzeit: keine. Ruhezeit: ca. 36 Std.

Quellstück und Brühstück sind zwei Vorstufen der Teigbereitung, die ohne Triebmittel wie Hefe oder Sauerteig angesetzt werden.
Dabei wird ein aus Getreide (Backschrot, Vollkornschrot oder auch Mehl) und Wasser bestehendes Gemisch zum Vorquellen für mehrere Stunden oder über Nacht angesetzt.
Dadurch kann die im Teig insgesamt gebundene Wassermenge erhöht werden.


Die Vorteile dieses Verfahrens sind:

  • die harten Getreideschalen werden weich und verquellen gut
  • die Teigausbeute erhöht sich
  • die Krume der fertigen Brote ist elastisch sowie gut schnitt- und streichfähig
  • die Frischhaltung der Brote wird verlängert

Beim Brühstück werden im Teig auch enzymatische Vorgänge in Gang gesetzt (Bildung von Maltose), die letztlich auch zu einer gewollten Geschmacksänderung führen können.

Wenn Du Brötchen oder Toasts verwendest, dann diese im Vorfeld hart werden lassen und danach fein mahlen. Gerne den Thermomix oder ähnliche Mixer verwenden.

Unterschiede zwischen Quell- und Brühstück
  Quellstück   Brühstück
Zubereitung Teigtemperatur 20–30 °C   Wassertemperatur 70–100 °C
  Teigausbeute 200   Teigausbeute 200–250
  Stehzeit 10–20 Stunden   Stehzeit 1–3 Stunden

Hinweise bei Stehzeiten über 15 Stunden muss die
Teigtemperatur unter 25 °C liegen
  kürzere Stehzeiten bedeuten höhere
Wassertemperaturen und höhere Teigausbeute

Brühstück

Für ein Brühstück werden die festen Bestandteile im Verhältnis von ca. 1 : 1 bis 1 : 3 mit kochendem Wasser vermischt und mindestens 2-6 Stunden quellen gelassen.
Eine noch optimalere und im Hobbybäckerbetrieb zeitlich passendere Variante ist das Verquellen über 8-12 Stunden bei 6-8°C im Kühlschrank (nachdem das Brühstück ausgekühlt ist).
Um enzymatischen Abbau und Fremdgärung zu verhindern, kann die Salzmenge des Hauptteiges mit in das Brühstück eingerührt werden.

Würden die groben Bestandteile nicht verquollen, würde der Wassergehalt im Teig sinken und der Teig durch Nachquellung zunehmend fester und trockener werden.
Üblicherweise sollte die im Brühstück zu verquellende Schrotmenge nicht mehr als 30-50% der Gesamtmenge der Getreideerzeugnisse ausmachen,
da durch das heiße Wasser bereits Stärke verkleistert und dem enzymatischen Abbau stärker ausgesetzt ist.

Neben Schrot kann z.B. auch getrocknetes und gemahlenes Brot überbrüht werden. Dieses Altbrot bindet etwa die dreifache Menge seines Eigengewichtes an Wasser.

Quellstück

Für ein Quellstück werden die festen Bestandteile im Verhältnis von ca. 1 : 1 bis 1 : 2 mit 10-30°C warmen Wasser vermischt und 4-20 Stunden quellen gelassen.
Eine noch optimalere und im Hobbybäckerbetrieb zeitlich passendere Variante ist das Verquellen über 8-12 Stunden bei 6-8°C im Kühlschrank.
Um enzymatischen Abbau und Fremdgärung zu verhindern, kann die Salzmenge des Hauptteiges mit in das Quellstück eingerührt werden.

Würden die groben Bestandteile nicht verquollen, würde der Wassergehalt im Teig sinken und der Teig durch Nachquellung zunehmend fester und trockener werden.
Üblicherweise sollte die im Quellstück zu verquellende Schrotmenge nicht mehr als 30-60% der Gesamtmenge der Getreideerzeugnisse ausmachen.

Je wärmer das Wasser, umso mehr Wasser kann gebunden werden. Quellstücke aus Körnern und Saaten bringen gegenüber Kochstücken mehr Biss ins Brot.

 
Temperaturen und Zeiten
  • Viel Zeit bei Zimmertemperatur. 

 

Zutaten

200 gr alte Brötchen oder
200 gr Toastbrot
 1 ltr Wasser
 300 gr Roggenschrot oder
  Dinkelschrot
   
   
   
   

 

 

Dienstag, 14 Januar 2020 18:40

Backmalz selbst herstellen

BELUGA's Bordrezepte

 

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 40 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 30 Min. Ruhezeit: ca. 3-4 Tage.

Für die Herstellung von Backmalz benötigst du eine Schüssel und ein passendes Sieb, auf das du ein paar Tage verzichten kannst. Das Sieb muss in die Schüssel passen.
Backmalz herzustellen ist nicht schwierig, höchstens etwas zeitintensiv. Das wichtigste ist, das Getreide zum Keimen zu bringen.

Schritt 1 - quellen:
Die Getreidekörner werden zusammen mit dem Sieb in eine Schüssel mit Wasser gegeben. Dort bleiben sie für mindestens 12 – 24 Stunden. In dieser Zeit saugen sich die Körner mit Wasser voll und quellen auf. Die Schüssel sollte an einem warmen Ort, aber nicht in der prallen Sonne stehen. Ideal ist etwas zwischen 18° und 22°C also Zimmertemperatur.
 
Schritt 2 - wachsen:
Danach wird das Getreide kräftig mit kaltem Wasser gespült.
Lass das Wasser gut abtropfen bevor du das Sieb zurück in die Schüssel stellst und mit einem Handtuch bedeckst.
Die Körner sollen feucht sein, damit sie keimen können – aber nicht nass – das würde dazu führen dass es schimmelt.

Das abspülen der Körner wiederholst du jetzt alle 12 Stunden bis sich lange helle Keime gebildet haben.
Die Keime dürfen nicht Grün werden, um das zu verhindern kommt das Handtuch drauf.
Wenn die Keime ca. 1cm lang sind beginnt die zweite Phase, das mälzen.

.. wie lange wiederhole ich das Ganze ?

Es sollten also deutlich viele verzweigte Triebe vorhanden sein, also ein richtiges Geflecht.
Die Getreidekörner auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech verteilen und trocknen lassen und 60 Minuten bei 70° trocknen.
Die Backofentür einen Spalt offen lassen, am besten einen Holzkochlöffel dazwischen klemmen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Gehe nun zu Schritt 3 weiter.

Schritt 3 - mälzen:

Mälzen kling erst mal sehr kompliziert, gemeint ist damit das Trocknen der keimenden Körner bei 35° – 50 °C.
Bei dieser Temperatur bleiben die entstandenen Enzyme aktiv und könne später beim Backen die Hefe unterstützen.
Erhöht man die Temperatur, entwickeln sich stärkere Malzaromen, das Malz verliert aber auch seine Treibkraft, dafür wird der Geschmack intensiver.

Röste Dein Malz bei 170 °C für ca. 30 Minuten mit Ober- und Unterhitze und probiere zum Ende hin immer wieder ein Korn ob mir der Geschmack schon zusagt.
Die Körner sollten leicht malzig schmecken, einfach mal probieren. Ist das noch nicht der Fall, weitere 10 Min. rösten.
Abkühlen lassen und nochmal prüfen, dass sie wirklich ganz trocken sind.

Meiner Meinung nach hat auch das so geröstete Malz eine ausgewogene Balance zwischen Geschmack und Treibkraft.
Meine Brote werden seit dem ich es dazugebe noch lockerer und der Geschmack hat sich auf jeden Fall noch mal verbessert.
Die getrockneten und gerösteten Körner mahle ich mit meinem Thermomix zu feinem Mehl.
Dieses hält sich kühl und dunkel gelagert über mehrere Wochen.

 

Zutaten

30 gr als Zusatz pro Kg Mehl im Brot
  gut lagerbar und somit auch auf Vorrat möglich
600 gr Roggen oder Dinkel
kaltes Wasser
  Tupper Siebservierer oder
  Sieb mit Schüssel
   
   
   

 

 

Im Grundsatz ist eine Segelreise nichts anderes als eine Urlaubsreise in ein anderes Land. Daher solltest Du Dir die gleichen Gedanken machen, wie man das üblicherweise bei jeder Urlaubsreise tun sollte. Also eigentlich nichts Besonderes. Dennoch möchten wir Dir die wichtigsten Punkte an die Hand geben, welche Du für Dich selbst prüfen solltest. 

Da wir teilweise auch in "ungewöhnlichen" Ländern ausserhalb Europas unterwegs sind solltest Du auf Dinge wie Visa & Co achten. Auch kann es vorkommen dass wir in einem anderen Land ankommen, wie wir starteten. Hierfür ist ebenfalls zu prüfen, was für Deine Person genau zu beachten ist. Die - aus unserer Sicht - wichtigsten Fragen haben wir hier zusammengestellt. Wir erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und übernehmen keine Gewähr dass diese Punkte vollständig ausreichend für das jeweilige Land sind. Speziell unter CORONA Bedingungen solltest Du prüfen, ob und wie Du einreisen und/oder ausreisen kannst.

Was Du vor dem Reiseantritt erfragen und kontrollieren solltest:

  • Ist Dein Ausweis für das Reisegebiet gültig ?
    • GÜLTIG BIS Datum prüfen.
      Manche Ländern fordern eine Restgültigkeit zur/bei Einreise.
    • Benötigst Du für dieses Land ein Einreisevisum ?
      Wenn JA, wie lange dauert dies ?
    • Willst Du anmeldepflichtige Gegenstände (Drohne, manche Tauchausrüstungteile,..) mitnehmen ?
      Wenn NEIN: Hast Du die Einreisebestimmungen diesbezüglich überprüft ?
  • Sind Deine Versicherungen (Haftpflicht, Auslandskrankenversicherung, ..) für das Reisgebiet gültig ?
  • Benötigst Du Impfungen, wenn JA wieviel Vorlaufzeit benötigen diese
    • Speziell im CORONA Zeitalter kann diese Frage zu einer mehr oder weniger zeitaufwändigen Antwort führen.
    • Stehen noch Hausarzt, Zahnarzt oder andere Arztbesuche an ?
    • In Kombi mit den Impfungen evtl einfach zu erledigen ?
  • Ist jemand aus Deinem Bekanntenkreis über Deine Abwesenheit informiert ?
  • Hast Du einen Notfall-Kontakt für den Fall der Fälle ?
    • Wenn JA, darf dieser Kontakt auch über wichtige Sachverhalte entscheiden ?
      Beispielfragen. Deren Relevanz Du selbst beurteilen solltest ...
      ... kann der Kontakt einen Rücktransport veranlassen ?
      ... mit Deiner Versicherung (welcher auch immer) in Kontakt treten ?
      ... mit Deiner Bank in Kontakt treten, wenn beispielsweise Dein Geldbeutel weg wäre ?
      ... Deine Karten sperren, wenn diese kompromittiert oder gestohlen würden ?
  • Hast Du Deinen Eintrag für die Crewliste vervollständigt und abgeschlossen ?
  • Falls Du regelmässig Medikamente benötigst, reicht Dein Vorrat für die Reise aus ?
    • Wenn NEIN, in ausreichendem Abstand bevorraten.
    • Achte auch auf Haltbarkeiten der Medikamente ?
    • Hast Du für mögliche Notfallmedikamente (Alergien,..)  eine "Skippertasche" mit Anweisung für die Verabreichung vorbereitet ?
      Ein möglicher Umgang mit Notfallmedikamenten ist in der Mitseglerinfo beschrieben
  • ... etc, etc ...
Donnerstag, 19 Dezember 2019 09:18

Apfel-Kohlrabi-Gemüse

BELUGA's Bordrezepte

 

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 10 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 20 Min. Ruhezeit: ca. 12 Std.

  • Den Apfel waschen und mit einem Melonenausstecher kleine Kugeln ausstechen.
  • Den Kohlrabi schälen und ebenfalls kleine Kügelchen ausstechen.
  • Nun die Butter in einer Pfanne zerlassen und den Kohlrabi hinzugeben. Für 5 Minuten leicht andünsten.
  • Dann den Apfel sowie den Saft hinzugeben und für weitere 5 Minuten köcheln lassen.
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
 
 

Temperaturen und Zeiten

  • Ca. 10 Minuten auf dem Herd

Als "Beilage" hierzu zu empfehlen:

 

Zutaten

Zutaten Apfel-Kohlrabi-Gemüse:

  • 2 saure Äpfel
  • 1 Kohlrabiknollen
  • 50 ml Apfelsaft
  • einen Spritzer Zitrone
  • 2 EL Butter
  • Salz
  • Pfeffer

 


Quellennachweis:

Inhalt Quelle
Vorlage-Rezept https://foodistas.de/sous-vide-gegarter-tafelspitz-mit-kohlrabi-apfel-gemuese/

 

 

Donnerstag, 19 Dezember 2019 09:13

grüne Meerrettich-Sauce

BELUGA's Bordrezepte

 

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 15 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 20 Min. Ruhezeit: --

  1. Die Schalotte häuten und fein würfeln, zusammen mit der Butter in einer Pfanne glasig andünsten.
  2. Die Milch sowie die Sahne hinzugeben und aufkochen lassen.
  3. Gemüsebrühe hinzugeben.
  4. Die Kräuter waschen, abtrocknen und fein hacken.
  5. Alle Zutaten in ein hohes Gefäß geben und mit einem Pürierstab fein pürieren.
  6. Mit Salz und Pfeffer würzen und warm halten.
 

Temperaturen und Zeiten

  • Ca. 20 Minuten auf dem Herd 

Als "Beilage" hierzu zu empfehlen:

 

Zutaten

Zutaten grüne Meerrettich-Sauce: 

  • 1 Schalotte
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 50 ml Milch
  • 100 ml Sahne
  • Salz
  • Pfeffer
  • 3 EL frischer Meerrettich

 

Quellennachweis:

Inhalt Quelle
Rezept-Vorlage https://foodistas.de/sous-vide-gegarter-tafelspitz-mit-kohlrabi-apfel-gemuese/

 

 

Donnerstag, 19 Dezember 2019 08:40

Kalbstafelspitz (Sous Vide)

BELUGA's Bordrezepte

 

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 20 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 14 Std. Ruhezeit: keine

Zubereitung Tafelspitz:

  1. Für den Tafelspitz das Fleisch parieren (nur die ganz groben Fettpartien mit einem scharfen Messer wegschneiden).
  2. Das Gemüse waschen, schälen und in feine Würfel schneiden.
  3. Dann zusammen mit dem Butterschmalz in einer Pfanne mit mittlerer Temperatur glasig dünsten.
  4. Den Weißwein in drei Schritten nach und nach zu dem Gemüse geben. Wenn er vollständig ist, das Gemüse abkühlen lassen.
  5. Anschließend das Fleisch zusammen mit dem Gemüse in einen Folienbeutel geben und vakuumieren.
  6. Den Beutel in ein Sous vide Bad geben und für 12 Stunden bei 56 Grad garen. (bei ca. 5cm Fleischstärke)

Übergaren kann man das Fleisch nicht, da es ja durch den Sous Vide Garer konstant die gleiche Temperatur hält. Gerne auch eine oder zwei Stunden länger garen lassen.

spätestens 40 Minuten vor Ende der Sous Vide Garzeit ..
  • mit der Zubereitung der Beilagen und Sossen beginnen
  • Teller vorwärmen
  • den Rest des o.g. Weissweins trinken
 
Temperaturen und Zeiten
  • Ca. 14 Stunden bei 56 °C (Sous Vide Garer) im Wasserbad. 

Als Beilage hierzu zu empfehlen:

 

Zutaten

Zutaten Tafelspitz:

  • 1,8 kg Kalbstafelspitz
  • 2 EL Butterschmalz
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bund Suppengrün (eine Stange Lauch, 3 Karotten, ein Stück Sellerie)
  • 500 ml Weißwein (nicht zu säuerlich)


Quellennachweis:

Inhalt Quelle
Vorlage-Rezept https://foodistas.de/sous-vide-gegarter-tafelspitz-mit-kohlrabi-apfel-gemuese/

 

 

Dienstag, 17 Dezember 2019 13:34

CIRCAMERICA - eine etwas andere Inselumrundung

Die Tour in Kürze

Unsere BELUGA wurde aufgrund ihrer "bauchigen" Rumpfform und ihrer weissen bis cremeweissen Farbe nach einer Art der Gründelwale, dem Beluga benannt. Diese gelten als sehr freundlich und sozial. So sehen wir auch die BELUGA und ihre Crew im Verhalten: Nachhaltig umweltbewusst, freundlich und sozial. Die BELUGA selbst ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt, an Bord herrscht ein freundlicher Umgangston. Sehr viel Wert legen die Eigner und Betreiber auf kooperativen, teamorientierten und sozialen Umgang an Bord.

Die Route führt die BELUGA in 2021 aus der Elbe auf die Azoren. In 2022 geht der Weg über Madeira und die Kanaren zu den Kapverden und frühestens 2023 nach Brasilien. Soweit ein echter Klassiker. In Brasilien segeln wir 2023 entlang der Küste nach Süden. Durch die Magellan Strasse frühestens bis Anfang 2024 Ushuia, Port Williams und einigen Ankerplätzen der Gegend. In "Kurztörns" werden wir Rund Kap Hoorn segeln. Der Beagle Kanal und seine Gletscher warten ebenfalls bereits auf unsere Ankunft. In Patagonien machen wir uns pünktlich zum Beginn der Herbstzeit auf in Richtung Norden.

Durch den Pazifik zu den Oster- und Weihnachtsinseln gehts bis Hawaii. Nach Erkundung von Hawaii und seinen historischen Plätzen segeln wir nach San Francisco.  San Francisco ist der Start auf dem Weg in Richtung Nordwestpassage. Wir hangeln uns der US und kanadischen Küste entlang bis Anchorage. Dort werden wir den Beluga-See und Beluga-River besuchen (zu befürchten ohne die BELUGA).

Nome ist der Ausgangspunkt für einen "Early Bird" 2026 oder 2027 durch die Nordwest-Passage. Die Nordwestpassage von West nach Ost durchquert die Arktis und führt uns zurück in den Atlantik nach Grönland.

Der letzte Teil führt uns von Grönland über Jan Mayen nach Island  um nach einem Zwischenstop auf den Shettlands zurück zum Ausgangspunkt in der Elbe zu segeln.

Am Ende der Reise werden weit über 60.000 nautische Meilen und c.a. 7 Jahre in unserem Kielwasser liegen. Wir werden um zahlreiche Erinnerungen und Freundschaften, unzählige Bilder und Videos reicher. Aber auch auf die sichtbaren Zeichen der Umweltveränderung wollen wir auf dieser Route aufmerksam machen. Wir wollen vielen Menschen die Chance geben sich ein eigenes Bild zu machen und ihr Handeln danach auszurichten.

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